Weniger Restaurant, mehr Begegnung

Von Aline Sloksnath ‒ 9. Januar 2026

Am Dienstag feierte der Café­betrieb im Café am Puls nach knapp zweimonatiger Schliessung die Neueröffnung. Mit neuem Gastrokonzept und bewährter Philosophie.

Nach zweimonatiger Pause hat das Café am Puls mit neuem Konzept und alter Idee seinen Betrieb wieder aufgenommen. (Bild: zvg)
Nach zweimonatiger Pause hat das Café am Puls mit neuem Konzept und alter Idee seinen Betrieb wieder aufgenommen. (Bild: zvg)

Im vergangenen Herbst beschlossen die Verantwortlichen des Cafés am Puls, nach rund fünfjährigem Bestehen sei es Zeit für eine Veränderung (ZoZuBo 41/2025). Gesagt, getan: Der Cafébetrieb wurde für rund zwei Monate auf Eis gelegt, die gewonnene Zeit genutzt, um das bestehende Konzept zu überdenken. Eine Arbeitsgruppe beschäftigte sich eingehend mit der Frage «Wie weiter?» und unterbreitete der Kirchenpflege schliesslich Empfehlungen für ein überarbeitetes Gesamtkonzept. Diese beschloss, die weiterhin gültige Ausrichtung des Cafés als Begegnungsort zu bekräftigen und den Schwerpunkt wieder weg vom restaurationsähnlichen Betrieb hin zur generationenübergreifenden Gemeinschaft zu verlagern.

Eine für die Neugestaltung des Konzepts wichtige Umfrage zeigte nämlich, dass Café und Bistro durch das stetige Wachstum an ihre organisatorischen und personellen Grenzen gestossen waren. «Die Freiwilligen konnten ihre Arbeit nicht mehr in Ruhe verrichten, die Küche stiess oft an ihre Grenzen, und die Gäste wünschten sich wieder etwas mehr Gelassenheit des Personals, sprich der Freiwilligen und der Angestellten, damit auch wieder einmal ein ‹Schwatz und offenes Ohr› für die Gäste möglich ist», wird Hanni Rüegg, Präsidentin der Kirchenpflege der reformierten Kirche Zollikon-­Zumikon, in einer Mitteilung zitiert. Die steigenden Besucherzahlen und die erweiterten Anforderungen an das Angebot, insbesondere an das Mittagsmenü, hätten zu wachsenden organisatorischen Belastungen geführt, heisst es weiter. Gleichzeitig habe in den vergangenen fünf Jahren aus verschiedenen Gründen die Zahl der freiwillig Mitarbeitenden im Service, in der Küche und im Bäckerteam abgenommen.

Im neuen Konzept wurde das gastronomische Angebot nun wieder reduziert. Anstelle eines aufwendigen Mittagsmenüs werden nur noch kleinere kalte und warme Speisen wie Suppen, Salate oder Sandwiches serviert. Am Nachmittag stehen süsse Speisen sowie Kaffee und Kuchen im Angebot. Neu ist, dass es an zwölf Samstagen im Jahr einen Brunch geben wird.
Nebst Kritik an der Gastronomie gab es in der Umfrage auch Lob für das Café am Puls als Begegnungsort. Darum wird im neuen Konzept auch an der bewährten Philosophie «Mitenand und Fürenand» festgehalten. «Das Café am Puls soll ein Erlebnis des Wohlbefindens, eine Atmosphäre der Lebendigkeit und Herzlichkeit sowie einen einfachen gastronomischen Genuss voller Kreativität und Inspiration schaffen, welcher der Seele guttut», so Hanni Rüegg. Auch an den kulturellen und gesellschaftlichen Anlässen wie der «Apéro-Time» wird im überarbeiteten Konzept nichts verändert.

Thomas Hauser, Freiwilliger und Kommunikationsverantwortlicher des Cafés am Puls, war bei der Neueröffnung diese Woche dabei. Er zeigt sich zuversichtlich, dass das Umdenken Früchte tragen wird. «Die ersten Tage haben bereits gezeigt, dass mit dem neuen Konzept der Stress herausgenommen wurde», sagt er auf Anfrage. Und: «Die Menschen freuten sich, dass das Café wieder offen ist.»

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