Von Aline Sloksnath ‒ 16. Januar 2026
Die Gemeinde Zollikon bekommt ein Fernwärmenetz. Im letzten Mai starteten die Bauarbeiten an der Fernwärmezentrale auf dem Sportplatz Riet, die Fertigstellung erfolgt voraussichtlich diesen Herbst. 2028 soll das Netz in Betrieb genommen werden und erstmals rund 150 Liegenschaften in Zollikon mit Wärme versorgen. Damit es dazu kommen kann, müssen neue Leitungen verlegt werden. Nächsten Montag starten die Arbeiten dafür an der Dachslerenstrasse. Dauern wird die erste Bauphase voraussichtlich bis Ende März. Dabei werden im Trottoir zwischen der Gustav-Maurer-Strasse und dem Erlenweg Grabarbeiten stattfinden und Fernwärme- und Wasserleitungen verlegt. Gleichzeitig starten unterhalb der Strasse die Bauarbeiten zur Sanierung der Kanalisation.
Der Zolliker Gemeinderat hat dafür Mitte Dezember einen Kredit von rund 1,2 Millionen Franken als gebundene Ausgabe bewilligt.
Der Ausbau des Fernwärmenetzes wird von der Werke am Zürichsee AG durchgeführt. Geschäftsleiter Adrian Sägesser bestätigt, dass es nicht nur bei diesen neun Wochen Bauarbeiten bleibt: «Rund um die Dachslerenstrasse rechnen wir mit sieben bis acht Bauetappen. Läuft alles nach Plan, sollten diese bis Ende 2026 abgeschlossen sein.» Grund dafür sei vor allem die Sanierung der Kanalisation.
Diese erste Bauphase hat Auswirkungen auf die Verkehrsführung: Der Abschnitt zwischen der Rietstrasse und dem Erlenweg wird während dieser neun Wochen nur einbahnig befahrbar sein. Zwischen der Rüti- und der Gustav-Maurer-Strasse gilt gar ein generelles Fahrverbot, ausgenommen Anwohnerinnen und Anwohner. Auch ein grosser Teil der Gustav-Maurer-Strasse wird dieses Jahr durch die Fernwärme-Baustelle von Einschränkungen betroffen sein.
Aber nicht nur in der ersten Bauphase, sondern auch in den weiteren Etappen werde sich das Zu- und Wegfahrt-Regime immer wieder ändern. «Da neben dem Kanalisationsbau an diesem Standort zahlreiche Gewerbebetriebe angesiedelt sind, wurden die Bauarbeiten in mehrere Phasen gegliedert, die laufend und detailliert kommuniziert werden», erklärt Adrian Sägesser das weitere Vorgehen.
Die Dachslerenstrasse führt mitten durchs Gewerbezentrum. Zahlreiche Beschäftigte der ansässigen Unternehmen sind auf die dort verfügbaren Parkplätze angewiesen. Doch genau diese werden nun zur noch knapperen Ressource. Denn bis und mit März sind alle öffentlichen Parkplätze auf der Dachslerenstrasse aufgehoben. Durch den Bau der Fernwärmezentrale beim Sportplatz Riet fallen zudem weitere Parkplätze weg. Es stellt sich die Frage nach Ausweichmöglichkeiten. Ersatzparkplätze sind während dieser ersten Bauphase keine vorgesehen.
Die Dachslerenstrasse ist auch der direkte Zugang zur Zolliker Hauptsammelstelle. Welchen Einfluss haben die Bauarbeiten darauf? Während der ersten Bauphase bleibt sie noch zu den gewohnten Öffnungszeiten zugänglich, allerdings nur
via Einbahnverkehr. Zudem ist mit weiteren Einschränkungen im Zusammenhang mit der Baustelle zu rechnen. Und während der weiteren Etappen? «Die Sammelstelle muss während einer gewissen Phase der Bauarbeiten temporär geschlossen werden. Ab Mai muss auf eine temporäre Alternative ausgewichen werden. Wir sind in den letzten Zügen der Prüfung dreier möglicher Varianten», teilt Yoshi Nakahara, Leiter Bade- und Sportanlagen, Umwelt und Informatik der Gemeinde Zollikon auf Anfrage mit. Um welche drei Varianten es sich dabei konkret handelt, wollte er aus planungstechnischen Gründen nicht verraten. Sobald jedoch genauere Informationen vorliegen, werde die Gemeinde die Bevölkerung rechtzeitig informieren. Zusätzlich wird eine kurzfristige Anpassung der Öffnungszeiten während der Bauphase geprüft.
Wer am Samstagvormittag bereits einmal an der Hauptsammelstelle war, weiss: Zu dieser Zeit herrscht Verkehrschaos. «Auch an den Dienstag- und Donnerstagnachmittagen werden durch die Anlieferungen die sowieso schon knappen Parkplätze immer wieder blockiert», erzählt Patrik Jeuch, Mitglied der Genossenschaft Gewerbezentrum Zollikon, dessen Architekturbüro an der Dachslerenstrasse liegt. Das Verkehrschaos sei schon lange ein Thema. Die Hoffnung, dass dieses Problem im Zuge der Bauarbeiten gleich mit gelöst wird, war gross. Doch das ist nicht der Fall.
Die Gemeinde sei sich der Verkehrsprobleme rund um die Hauptsammelstelle durchaus bewusst, bestätigt Yoshi Nakahara: «Wir stehen mit der Firma Grimm in engem Austausch und planen, die Öffnungszeiten nach Abschluss der Bauphasen zu verlängern und auf mehrere Tage auszuweiten, um den Andrang auf ein grösseres Zeitfenster zu verteilen.» Definitiv beschlossen sei aber noch nichts. Klar ist jedoch: An der angespannten Parkplatzsituation werden die Bauarbeiten für das Fernwärmenetz nichts ändern. Sie bleibt auch nach deren Abschluss bestehen. Für die nächste Legislaturperiode bestehe laut Yoshi Nakahara jedoch die Möglichkeit, im Rahmen der Teilrevision der Bau- und Zonenordnung einen neuen Standort für die Hauptsammelstelle zu evaluieren. Wie mit dem Problem umgegangen wird, bleibt damit vorerst offen.
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