Von Joachim Lienert ‒ 23. Januar 2026

Der Nebelbach fliesst im kleinen Tobel entlang des Friedhofs Enzenbühl in Richtung Zürichsee, gesäumt von einem schönen Baumbestand. Darin befinden sich auch viele Eschen. Diese müssen jetzt gefällt werden. Der Revierförster Marc Bodmer erklärt die Hintergründe: «Das Nebelbach-Tobel ist stark begangen und hat einen hohen Eschenanteil. Wir müssen jetzt reagieren, bevor jemand zu Schaden kommt, und die befallenen Eschen entfernen.» Das Problem ist das Eschentriebsterben, auch Eschenwelke genannt. Die schwere Pilzerkrankung, die vermutlich in den 1990er-Jahren aus Ostasien eingeschleppt wurde, befällt in der Regel die Baumkronen, was meist schon von Auge sichtbar ist. «Aber auch die Wurzeln werden befallen; das bringt die Bäume zum Absterben, sie werden instabil, der ganze Baum kann einfach umfallen.» Das stellt in dem viel begangenen Tobel sowohl für Spaziergängerinnen und Spaziergänger als auch für die angrenzende Infrastruktur eine Gefahr dar. Bereits vor rund fünf Jahren beseitigten die Mitarbeiter des Forstamts beim Nebelbach viele Eschen. Bewusst liess man damals etwa sechzig Stück stehen. Jetzt sind auch diese alle befallen und müssen gefällt werden.

Weil das Tobel für Holzerntearbeiten schwer zugänglich ist, werden die Fäll- und Transportarbeiten mit dem Helikopter durchgeführt. Marc Bodmer erklärt: «Ein oder zwei Spezialisten klettern die Bäume hoch und fällen sie stückweise; die Stücke werden noch in der Luft mit einem Helikopter abtransportiert.» Die Arbeiten werden von einem spezialisierten Unternehmen ausgeführt. «Diese haben ihre eigenen Facharbeiter. Das ist auch aus Haftungssicht für alle Beteiligten besser.» Mit diesen Profis gehe es Schlag auf Schlag, die Arbeiten würden nur ein bis höchstens zwei Tage dauern. Würden sie auf normale Art durchgeführt – mit Fällungen im unwegsamen Gelände und Abtransport am Boden –, würde es mindestens zwei bis drei Wochen dauern. Das wäre äusserst aufwendig und mit hohem Risiko verbunden, zudem müsste in dieser Zeit das Tobel gesperrt werden.
Die Tage der Esche scheinen in der Schweiz zunehmend gezählt. «So wie es schon bei der Ulme war», sagt Marc Bodmer. Das Ulmensterben vor einigen Jahrzehnten führte dazu, dass heute hierzulande kaum mehr Ulmen vorhanden sind. Aktuell sei es nicht sinnvoll, Eschen zu pflanzen. «Wenn es Eschen gibt, die noch gut aussehen und nicht an Wegen stehen und Menschen oder Infrastrukturen gefährden, lassen wir sie stehen. In der Hoffnung, dass es noch Eschen gibt, die resistent gegen die Eschenwelke sind und sich natürlich vermehren können.» Beim Nebelbach müsse die Gemeinde jedoch handeln.

Dem Revierförster ist anzuhören, dass ihm der Grund für die Fällungen keine Freude bereitet. «Die Esche ist ein derart typischer Baum entlang von Bächen. Es ist verrückt, dass wir sie hier fällen müssen. Das machen auch wir nicht gerne.» In der Vergangenheit habe man in die Baumart Esche investiert und sie gepflegt. «Jetzt ist vieles zerstört, das tut weh.»
Marc Bodmer versichert, dass man die Fällaktion spätestens im Sommer kaum mehr bemerken werde. «Es hat mehr als genug andere Bäume.» Neue Bäume müsse man nicht nachpflanzen. «Heute setzt man eher auf natürliche Verjüngung
als auf Pflanzungen durch den Menschen.» So stehen beim Nebelbach auch viele Eichen, die sich ebenfalls sehr gut für diesen Standort eignen und dort nachwachsen können.
Die Eschen werden voraussichtlich Mitte Februar gefällt. Der genaue Termin hängt von verschiedenen Faktoren ab, etwa vom Wetter und der Kapazität des Helikopterunternehmens. Vor Ort kann man sich auf Infotafeln der Gemeinde über die Arbeiten informieren.
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