Zollikons Eingang erhält ein neues Gesicht

Von Dominique Pierre Lüthi ‒ 30. Januar 2026

Egal, ob man von der Stadt, oder vom See aus kommt – für viele ist er das Tor nach Zollikon. Seit fast hundert Jahren prägt der Dufourplatz das Dorfbild. Nun wird er ­saniert. In einem Livestream informierten Kanton und ­Gemeinde letzten Donnerstag über das geplante Bauprojekt.

Egal, ob man von der Stadt, oder vom See aus kommt – für viele ist er das Tor nach Zollikon. Seit fast hundert Jahren prägt der Dufourplatz das Dorfbild. Nun wird er ­saniert. In einem Livestream informierten Kanton und ­Gemeinde letzten Donnerstag über das geplante Bauprojekt.
Egal, ob man von der Stadt, oder vom See aus kommt – für viele ist er das Tor nach Zollikon. Seit fast hundert Jahren prägt der Dufourplatz das Dorfbild. Nun wird er ­saniert. In einem Livestream informierten Kanton und ­Gemeinde letzten Donnerstag über das geplante Bauprojekt.

Kreisel sind aus einer Ortschaft wie Zollikon kaum mehr wegzudenken. Sie drosseln den Verkehr, erhöhen die Sicherheit und sorgen dafür, dass dieser auch ohne Ampeln meist flüssig bleibt. Bereits 1931 stellte der Zürcher Regierungsrat fest, dass für den damaligen Platz, der teilweise in starkem ­Gefälle liegt, eine bessere Lösung gefunden werden müsse. Der Bau wurde beschlossen, der Kreisel 1935 eingeweiht und der Platz erhielt den Namen Dufourplatz.

Warum wird gebaut?

Rede und Antwort standen im Live­stream Dorian Selz, Gemeinderat und Ressortvorsteher Bau, Peter Stucki, Leiter Kanalisation und Gewässer sowie Alex Joss, Projektleiter beim Tiefbauamt der Baudirektion. Sie machten deutlich, dass der Dufourplatz nicht nur ein zentraler Verkehrsknotenpunkt, sondern auch ein wichtiges Stück Zolliker Geschichte ist. Heute ist sein Zustand jedoch kritisch. Projektleiter Alex Joss erklärte, dass der Platz Risse aufweise, in die Wasser eindringen könne, was die Stabilität des Kreisels gefährde. Auch Wasser- und Stromleitungen, Teile der Kanalisation sowie veraltete Werkleitungen müssen erneuert werden. Gleichzeitig nutzt man die Sanierung, um die Sicherheit für Fussgängerinnen, Fussgänger und Velofahrende zu erhöhen und die Bushaltestellen hindernisfrei auszubauen.

Ein neues Gesicht

Neben der technischen Sanierung geht es auch um Qualität und ­Aufenthaltswert. Der Kreisel wird neu asphaltiert und mit einem lärm­reduzierenden Belag versehen. Geplant sind zudem begrünte Fussgängerinseln sowie eine kleine Grünfläche mit Brunnen, die zum Verweilen einladen soll. Auch die Verkehrsanbindungen werden angepasst: Die Einfahrt für Velos von der Zolliker Strasse in den Kreisel wird optimiert, eine Treppe zur Gstadstrasse erneuert, Gehwege instandgesetzt und die Beleuchtung angepasst. Gemeinderat Dorian Selz betonte dabei die breite Akzeptanz des Projekts: «Es kam keine einzige Einsprache aus der Bevölkerung. Das werten wir als klares Zeichen des Vertrauens.»

Verkehr, Busse und Einschränkungen

Während der Bauarbeiten wird der Verkehr mit Lichtsignalen geregelt. Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem öffentlichen Verkehr. Trotz möglicher Verzögerungen zu Stosszeiten sollen die Busse grundsätzlich nach Fahrplan verkehren. Die Haltestellen werden jedoch temporär verschoben. Die grössten Einschränkungen betreffen die Bergstrasse: Vom Kreisel in Richtung Kreuzung Rotfluhstrasse gilt während der Bauarbeiten ein Einbahnsystem. Für Velofahrende bleibt
der Kreisel gesperrt, entsprechende Umleitungen werden signalisiert. Fussgängerinnen und Fussgänger werden sicher um die Baustelle geführt.

Laut, aber begrenzt

Projektleiter Alex Joss sprach offen über die Belastung für die Bevölkerung: «Es wird laut. Es wird den ganzen Tag gearbeitet. Dafür kann ich nur um Entschuldigung bitten.» Der Umbau sei umfangreicher, als es auf den ersten Blick scheine. Die Installationsarbeiten beginnen am 2. Februar, die eigentlichen Bauarbeiten zwei Wochen später. Gearbeitet wird tagsüber bis etwa 17 oder 18 Uhr. Nacht- und Wochenendarbeiten sollen vermieden werden. Die Erreichbarkeit bleibe grundsätzlich gewährleistet, auch wenn es situativ zu Einschränkungen kommen könne. Gemeinderat Dorian Selz zeigte sich ansprechbar für Anliegen aus der Bevölkerung und sagte mit einem Augenzwinkern: «Melden Sie sich bei
mir. Zusammen trinken wir ein Glas ‹Luungeesüüder› und suchen nach einer Lösung.»

Kosten und Finanzierung

Die Gesamtkosten für die Sanierung des Dufourplatzes belaufen sich auf rund 1,42 Millionen Franken. Der Kreisel liegt auf einer kantonalen Strasse und gehört dem Kanton Zürich. Entsprechend wird die Sanierung durch den Kanton finanziert. Die Gemeinde Zollikon beteiligt sich mit eigenen Massnahmen in der Höhe von 500 000 Franken. Diese Mittel fliessen in begleitende Massnahmen rund um die Platzgestaltung, die Bushaltestellen sowie Anpassungen der Veloverbindungen. Zusätzlich führen die Werke am Zürichsee Leitungsarbeiten durch, die separat budgetiert werden.

Mehr als nur ein Kreisel

Ankommen im Dorf, tägliches Vorbeifahren, die markanten analogen Uhren, die früher auf dem Betonmast in der Kreiselmitte angebracht waren, oder schlicht die Geschichte des Ortes: Viele Zollikerinnen und Zolliker verbinden mit dem Dufourplatz Erinnerungen und Emotionen. Als ältester Kreisel des Kantons Zürich ist er für viele mehr als ein reines Verkehrsbauwerk.

Der Umbau greift nicht nur tief in den Boden, sondern verlangt auch Geduld und Verständnis. Lärm, Umwege und Einschränkungen gehören in den kommenden Monaten dazu. Gleichzeitig eröffnet das ­Projekt eine Perspektive. Entstehen soll ein Platz, der sicherer, grüner und einladender ist. Ein Ort, den man nicht nur durchquert, sondern an dem man ankommt. Ein Eingang ins Dorf, der diesem Namen wieder gerecht wird.

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