Von Dominique Pierre Lüthi ‒ 6. Februar 2026

Ein Notfall trifft meist unerwartet ein und stellt für die Betroffenen eine grosse Belastung dar. In solchen Situationen ist es entscheidend, dass alle Abläufe klar definiert sind. Notfallkonzepte schaffen dafür die notwendigen Grundlagen. Sie regeln Zuständigkeiten, Kommunikationswege und helfen, Risiken zu minimieren. Bei der Gemeinde Zumikon waren diese Vorgaben bislang nur eingeschränkt definiert. «Bei einer Evakuation wäre nicht klar geregelt gewesen, wie die Alarmierung zu erfolgen hätte», erklärt Roger Ryser, Polizeichef und Leiter Sicherheit der Gemeindeverwaltung Zumikon. Eine einheitliche und verlässliche Alarmierung der Mitarbeitenden war damit in der Vergangenheit nicht gewährleistet.
«Die Erarbeitung eines Notfallkonzepts ist zeitintensiv und erfordert Fachwissen», so Roger Ryser. Um die bestehenden Lücken zu schliessen, hat die Gemeinde gemeinsam mit Experten des Vereins Arbeitssicherheit Schweiz (ASGS) ein neues Notfallkonzept erarbeitet. Darin sind Abläufe, Zuständigkeiten und konkrete Verhaltensanweisungen für den Ernstfall klar festgelegt. «Die Mitarbeitenden der Gemeindeverwaltung verfügen damit über einfache und übersichtliche Checklisten. Sie wissen, wie im Ernstfall zu reagieren ist und welche Stellen zu alarmieren sind. Zudem wurden Verhaltensanweisungen für verschiedene mögliche Szenarien definiert», erklärt Roger Ryser.
Zumikon hat sich dazu entschieden, die Alarmierung über eine mobile App abzuwickeln. «Damit im Ernstfall schnell reagiert werden kann, braucht es ein zeitgemässes und einfach zu bedienendes Alarmierungssystem. In einer App sind die gängigsten Notfälle übersichtlich hinterlegt, sodass im Ereignisfall rasch und unkompliziert alarmiert werden kann», erklärt Roger Ryser. Der Alarm kann von den verantwortlichen Personen mit wenigen Handgriffen ausgelöst werden. Wichtig war der Gemeinde, dass die Information über mehrere Kanäle verbreitet wird. «Push-Benachrichtigungen auf das Mobiltelefon, E-Mails oder ein direkter Telefonanruf waren für uns zentral», so Roger Ryser. Damit soll sichergestellt werden, dass alle Mitarbeitenden erreicht werden, unabhängig davon, ob sie sich gerade am Arbeitsplatz befinden oder nicht. Zusätzlich wird das Sicherheitskonzept regelmässig überprüft. «Gezielte Übungen stellen sicher, dass die Mitarbeitenden für den Ernstfall geschult sind und die Alarmierung wie vorgesehen funktioniert.»
Für die Ausarbeitung des Konzepts wurde ein Betrag von 10 000 Franken budgetiert. Hinzu kommen jährliche Kosten von 6200 Franken für Betrieb und Support der Alarmierungslösung. Diese sollen sicherstellen, dass das System im Ernstfall zuverlässig funktioniert. «Wenn durch eine funktionierende Alarmierung im Ereignisfall eine Gefährdung von Menschen verhindert oder zumindest das Risiko eines Personenschadens reduziert werden kann, sind diese Kosten mehr als gerechtfertigt», sagt Roger Ryser.
In der Gemeinde Zollikon wird das Thema zurzeit ebenfalls behandelt. «Wir verfügen über verschiedene Notfall- und Alarmierungspläne für sämtliche Liegenschaften der Gemeinde. Aktuell werden diese weiterentwickelt», teilt Melanie Marday, die Kommunikationschefin von Zollikon, mit. Auch hier werden die Sicherheitskonzepte regelmässig vom ASGS geprüft: «Unsere Notfall- und Alarmierungspläne zielen darauf ab, Risiken möglichst zu reduzieren. Zudem wurden für alle Institutionen Sicherheitsbeauftragte bestimmt.» Dabei spielt die Vorbereitung der Mitarbeitenden eine zentrale Rolle. Bereits bei ihrem Eintritt werden sie über Fluchtwege, Sammelplätze sowie die Standorte von Defibrillatoren informiert. «Diese Informationen werden über Checklisten dokumentiert. Ergänzend stehen ausgebildete Ersthelfer und Stockwerkverantwortliche zur Verfügung, die im Ereignisfall reagieren», sagt Melanie Marday.
Auch technisch wird aufgerüstet. «Mit der Einführung einer neuen Alarmierungssoftware sowie der Umstellung auf die Teams-Telefonie können Mitarbeitende künftig auch über mobile Geräte zeitnah informiert werden», erklärt die Kommunikationschefin. Gleichzeitig ist klar, dass Technik allein nicht ausreicht. In den vergangenen Jahren hat Zollikon verschiedene Schulungen durchgeführt, darunter Erste-Hilfe-Kurse, Trainings zum Umgang mit bedrohlichen Situationen im öffentlichen Raum sowie zur Cyber-Sicherheit. Für das laufende Jahr plant die Gemeinde weitere Schulungen zu Brandschutz und Evakuation.
Schliesslich ist entscheidend, dass klare Abläufe bestehen und die Mitarbeitenden wissen, wie sie im Ernstfall reagieren müssen. Denn wenn es darauf ankommt, können Vorbereitung und funktionierende Alarmierung dazu beitragen, Menschen zu schützen und Schaden zu verhindern.
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