Zollikon setzt auf Solarstrom

Von Claudia Eberle-Fröhlich ‒ 13. Februar 2026

Die Gemeinde geht einen wich­tigen Schritt in Richtung nachhaltige Energie. Vor vier Jahren prüfte sie den Bau von Photovoltaikanlagen auf gemeinde­eigenen Dächern. Jetzt setzen die beiden neuen Anlagen auf dem Schulhaus Oescher und dem Gemeindesaal ein Signal für die Energiewende vor Ort.

Die neue Photovoltaikanlage auf dem Dach des Schulhauses Oescher mit einer Leistung von 155 kWp soll Ende März in Betrieb gehen …
Die neue Photovoltaikanlage auf dem Dach des Schulhauses Oescher mit einer Leistung von 155 kWp soll Ende März in Betrieb gehen …

Neun Gemeinde- und 13 Schulliegenschaften identifizierte die Gemeinde als geeignet für den Bau einer Photovoltaikanlage. Die Auswahl basierte auf einer umfassenden Machbarkeitsstudie, die im Rahmen eines breiten Informations- und Ideenaustauschs im Frühjahr 2021 entstanden war. Die erste Anlage wurde 2022 auf dem Anbau des Polizeigebäudes an der Bergstrasse 10 realisiert. An der Gemeindeversammlung vom 4. Dezember 2024 wurde dann der Kredit für die Installation einer Solaranlage am Gemeindesaal an der Rotfluhstrasse 96 mit grossem Stimmenmehr gutgeheissen. Die Schrägdächer bieten mehrere geeignete Flächen dafür. Realisiert wurde eine Indachlösung, die sowohl ökonomisch als auch ökologisch vorteilhaft ist. Für das Vorhaben wurde ein Kredit von 1,382 Millionen Franken bewilligt. Gemäss Zeitplan ist die Inbetriebnahme für Mitte Mai 2026 vorgesehen. Die neue Photovoltaikanlage auf dem Gemeindesaal ist aber bereits fertiggestellt, alle Abnahmen wurden laut Marcel Güdemann, Leiter Facility Management, erfolgreich abgeschlossen. Noch ausstehend ist die Freigabe der Solaranzeige. Die Moduleinheiten wurden nach den Vorgaben des Gemeindearchitekten gestaltet und zur Prüfung an die Baubehörde weitergeleitet. Sobald die Schlussverfügung vorliegt, kann die Anlage den Betrieb aufnehmen. «Ich freue mich, dass wir diesen und im nächsten Monat über tausend Photovoltaik-Module in Betrieb nehmen können. Damit leisten wir einen signifikanten Beitrag für das Netto-Null-Ziel der gemeindeeigenen Liegenschaften», zeigt sich Liegenschaftsvorstand Patrick Dümmler zufrieden.

… die Solaranlage am Gemeindesaal mit einer Leistung von 150 kWp an der Rotfluhstrasse 96 bereits in diesen Tagen. (Bilder: cef)
… die Solaranlage am Gemeindesaal mit einer Leistung von 150 kWp an der Rotfluhstrasse 96 bereits in diesen Tagen. (Bilder: cef)

Solarstrom fürs Oescher: Inbetriebnahme steht bevor

Rückblickend war der Aktionstag am Schulhaus Oescher mit den Kindern als Solar-Pioniere ein voller Erfolg. Schon im Oktober letzten Jahres wurde dort Geschichte geschrieben. Schulkinder der fünften und sechsten Klasse montierten im Rahmen eines Projekttags selbst ­Solarmodule auf dem Schuldach. Organisiert von der Schule Zollikon und MyBluePlanet im Rahmen des Programms «Nachhaltiges Oescher», sollte der Tag nicht nur Wissen über erneuerbare Energien vermitteln, sondern Nachhaltigkeit fest im Schulalltag verankern. «Klimaschutz soll zur DNA der Schule werden», hiess es damals (Ausgabe 41/2025).

Die neue Photovoltaikanlage auf dem Dach des Schulhauses Oescher ist nun fast fertig. Die Installation der Solarmodule sowie die Verkabelung bis zum Wechselrichter sind abgeschlossen. Die letzten Arbeiten werden voraussichtlich bis Mitte nächster Woche finalisiert, sodass die Abnahmeprotokolle erstellt werden können. Die offizielle Inbetriebnahme ist für Ende März 2026 geplant, pünktlich nach Abschluss aller technischen Prüfungen. Gemäss aktuellen Kostenprognosen können beide Anlagen – Oescher und Gemeindesaal – im Budget abgeschlossen werden.

Schülerinnen und Schüler installierten im vergangenen Oktober Solar­panels auf dem Dach des Schulhauses Oescher. (Bild: bre)
Schülerinnen und Schüler installierten im vergangenen Oktober Solar­panels auf dem Dach des Schulhauses Oescher. (Bild: bre)

Wie wird die Energie genutzt?

Auf die Frage, wie die Energie künftig genutzt wird, erklärt Patrick Dümmler: «Bei normalem Betrieb und durchschnittlicher Sonneneinstrahlung benötigen die beiden ­Gebäude mehr Strom, als die PV-Anlagen produzieren können. Der selbst produzierte Strom wird also vollständig selbst genutzt.» Falls keine Veranstaltungen oder kein Schulbetrieb stattfinden und die PV-Anlagen auf Hochtouren laufen, fliesst der überschüssige Strom ins Netz, und zwar zum Rückliefer­tarif, der mit der Werke am Zürichsee AG vereinbart wurde.

Patrick Dümmler spricht zudem über künftige Speichermöglichkeiten: «Wir lassen die PV-Anlage ein bis zwei Jahre laufen, um Erfahrungen zu sammeln. Zeigen die Daten, dass die Wirtschaftlichkeit eines Speichers gegeben ist, werden wir einen anschaffen.» Zudem wird geprüft, ob sich einzelne Gemeindegebäude im Perimeter Schule – Gemeindeverwaltung – Gemeindesaal (inklusive vermieteter Liegenschaften) intelligent vernetzen lassen, um den Eigenverbrauch zu maximieren. «Das ist lohnenswerter, als den Strom ins Netz abzugeben», so Patrick Dümmler.
Private setzen in Zollikon übrigens schon seit über 25 Jahren auf Solarstrom. Die Fröhlich Info AG, Herausgeberin des Zolliker Zumiker Boten, installierte bereits 1999 die erste Photovoltaikanlage in Zollikon auf ihrem Dach im Gewerbezentrum. Noch immer ­produziert sie stabil Strom. Eine Pionierleistung mit Signalwirkung bis heute.

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