Abschied vom Chäsbueb

Von Claudia Eberle-Fröhlich ‒ 20. Februar 2026

Der Chäsbueb schliesst Ende April. «Es ist sehr traurig», sagt Betriebsleiterin Nicole Stoltenburg. Seit Jahren schätzen Kunden die Beratung und Vielfalt. Aus wirtschaftlichen Gründen schliesst der Mutterkonzern den Dorfladen. Ein Abschied, der schmerzt.

Der Abschied vom Chäsbueb fällt schwer: Filialleiterin Nicole ­Stoltenburg (l.) und ihre Kollegin Monika Ströher. (Bild: cef)
Der Abschied vom Chäsbueb fällt schwer: Filialleiterin Nicole ­Stoltenburg (l.) und ihre Kollegin Monika Ströher. (Bild: cef)

Ende April verschwindet ein Stück Dorfgemeinschaft. Der beliebte und gepflegte Dorfkäseladen Chäsbueb, die Anlaufstelle für Feinschmecker und Käseliebhaber, schliesst nach fast sechs Jahren seine Türen, wovon zwei Jahre unter der Leitung von Nicole Stoltenburg. Sie und ihre Kollegin Monika ­Ströher haben dem Laden mit Leidenschaft Leben eingehaucht. Die Nachricht trifft die beiden genauso wie ihre Stammkundschaft. «Es ist ein trauriger Moment», sagt die Betriebs­leiterin. Die Muttergesellschaft ­beschloss aus wirtschaftlichen Gründen die Schliessung; es fällt dem Team schwer, den Entscheid zu akzeptieren.

Ein Laden – und ein Treffpunkt

In den letzten elf Jahren wechselte der Käseladen zwar zwei Mal den Besitzer, doch eines blieb immer gleich: die herzliche Atmosphäre und die individuelle Beratung, besonders vom aktuellen Team. Kunden aus Zollikon, Zumikon, Küsnacht und sogar Erlenbach schätzen die Käse-Vielfalt ebenso wie die persönliche Note. «Ob 50 oder 200 Gramm, ob mild oder würzig, hier wurde jeder Wunsch erfüllt», erzählt eine Stammkundin. Nicole Stoltenburg und Monika Ströher machten mit ihrer Fachkenntnis und Freundlichkeit den Laden zu einem Ort, an dem man sich rundum willkommen fühlt.

Hoffnung auf Neuanfang

Der Abschied fällt der Betriebsleiterin schwer. «Wenn ich daran denke, die Türen für immer zu schliessen, muss ich die Tränen zurückhalten», gesteht sie. Selbst die Verantwortung als Unternehmerin zu übernehmen, kommt für sie nicht infrage. Doch sie hofft inständig, in Zollikon weiterarbeiten zu können, am liebsten mit einem Geschäftsinhaber, der an die Tradition des Ladens anknüpft. Auch Monika Ströher, seit vier Jahren im Chäsbueb tätig, wünscht sich nichts sehnlicher, als dass ihre Arbeit und die Bindung zur Kundschaft nicht verloren gehen.
Vermieterin des Ladens ist die Gemeinde Zollikon. Bereits hört man, dass diverse Bewerber aus der nahen Umgebung sich für ihn interessieren. Vielleicht gelingt es ja, die über 50-jährige Chäshütte zu bewahren und diese wunderbare Dorfladenkultur unter neuer Leitung fortzuführen.

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