Gymiprüfung – ein Familienprojekt

Von Lea Moser ‒ 27. Februar 2026

Am kommenden Montag finden die Aufnahmeprüfungen fürs Gymnasium statt. Nirgendwo im Kanton Zürich nehmen mehr Kinder daran teil als im Bezirk Meilen. Die Prüfungsvor­bereitung nimmt oft Monate in Anspruch, wie das Beispiel von Sassan Ellyoun aus Zollikon stellvertretend zeigt.

Vielseitig interessiert: Sassan Ellyoun mag neben IT und Kochen auch das Zeichnen. (Bild: lmo)
Vielseitig interessiert: Sassan Ellyoun mag neben IT und Kochen auch das Zeichnen. (Bild: lmo)

Der Sechstklässler Sassan Ellyoun bereitet sich aktuell auf die Prüfung zur Aufnahme ans Langzeitgymnasium vor. Seine Mutter sei nervöser als er selbst. «Ich interessiere mich sehr für Computer und wie sie funktionieren», erzählt der 12-Jährige. Er spiele auch gerne Videospiele. Seine wahre Leidenschaft ist aber das Kochen. «Ich koche jeden Abend für meine Eltern.» Sogar an seinem Geburtstag habe er seine Freunde bekocht. «Ich möchte später Kochvideos machen und auf YouTube stellen.» Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm – Sassans Vater ist gelernter Koch und heute Hotelmanager. «Ich frage Papa immer, ob es gut war, und erhalte dann ehrliche Kritik eines Profis. Das hilft mir besser zu werden.» Er hört oft: «Um Koch zu werden brauchst du kein Gymnasium.» Das Gymnasium öffnet ihm jedoch viele Türen. Mathe und Deutsch fallen ihm leicht. Obwohl er zuhause mit der Mutter Französisch und mit seinem Vater Farsi spricht. Seine Eltern kommen aus dem Iran, seine Mutter ist in der Schweiz aufgewachsen. Der Vater spricht Schweizerdeutsch, möchte jedoch, dass sich der Sohn mit den Verwandten in deren Muttersprache unterhalten kann.

Dank dem Vorbereitungskurs auf Kurs

Von Ende August bis Anfang Februar besuchte Sassan Ellyoun jeden Samstag für zwei Stunden den Vorbereitungskurs für die Gymiprüfung an einer Privatschule in Zürich. «Dort unterrichten Gymilehrer, die auch die Prüfungen korrigieren.» Es seien acht bis zehn Schülerinnen und Schüler der 6. Klasse in der Gruppe. Er habe einen Lehrplan erstellt und lerne jeden Tag vier Stunden. Auch während der Sportferien ist Lernen angesagt. «Die einfachen Aufgaben löse ich am Vormittag, damit ich noch Energie habe für die schwierigen am Nachmittag. Die Lösungen bewahrt meine Mutter auf, damit ich nicht abschreiben kann.» Es hilft ihm, alle Übungen dreimal zu lösen, damit er nicht vergisst, was er gelernt hat. Sassan Ellyoun absolvierte bereits eine Simulationsprüfung: eine Stunde für die Deutschprüfung, nach einer 30-minütigen Pause folgte die stündige Matheklausur und zum Schluss noch eine Stunde für den Aufsatz. «Die Zeit war schon sehr knapp.» Die Familie versucht den Druck so klein wie möglich zu halten. «Ich habe im Vorbereitungskurs sehr viel gelernt und kann den Kurs weiterempfehlen.» Nicht nur Sassan Ellyoun investiert viel. Die Familie verzichtet dieses Jahr auf Ferien und die Mutter unterstützt ihn jeden Sonntag als Lerncoach. Es ist für alle eine intensive Zeit. Die Kosten für die Gymiprüfungs-Vorbereitung belaufen sich auf 3500 Franken. «Einige Kinder aus meiner Klasse wollen die Prüfung nicht mehr machen, weil sie beim Lösen alter Prüfungsserien festgestellt haben, wie schwierig die Aufgaben sind.» Das Gymi sei schon schwierig. «Wenn man sich Zeit dafür nimmt, ist es aber machbar.»

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