Kommunikation oder Führung?

Von Joachim Lienert ‒ 27. Februar 2026

«Die Schulpflege ist die Behörde, die am meisten polarisiert hat», begrüsste Felix Wirz von der EVP als Mitorganisator am Mittwochabend in der Aula Buechholz die rund 30 Teilnehmer. Man war gekommen, um sich die Kandidierenden für eben­diese Behörde anzuhören.

Wohin soll die Schule gehen? Rui Biagini, Nicole Waechter, Andreas Tschopp, Manuela Moser (Moderatorin), Andrea Linter, Christian von Ballmoos, David Sarasin und Sonja Lier (v.l.n.r.). (Bild: jli)
Wohin soll die Schule gehen? Rui Biagini, Nicole Waechter, Andreas Tschopp, Manuela Moser (Moderatorin), Andrea Linter, Christian von Ballmoos, David Sarasin und Sonja Lier (v.l.n.r.). (Bild: jli)

Sieben Sitze gibt es, zwei Rücktritte, fünf Neue, ergibt total drei Überzählige. So stellt die Moderatorin Manuela Moser die Ausgangslage der Wahl in die Schulbehörde vor. Eine Kampfwahl ist also angesagt – auch ums Präsidium mit Rui Biagini von der GLP und David Sarasin von der FDP. ­Beide sind bereits Mitglied der Schulpflege. Auf die Frage, was die Schule heute leisten müsse, meint FDP-Mann Christian von Ballmoos, sie müsse präsent sein und die Kinder auf die Berufswelt vorbereiten. Die Schule stand unter anderem im Fokus wegen der letztjährigen durchzogenen Schulevaluation. Für Andreas Tschopp, den einzigen parteilosen Kandidaten reicht es nicht, nur die Ergebnisse zu zeigen. Man müsse auch kommunizieren, wohin die Schule jetzt gehe. GLP-Kandidatin Nicole Waechter: «Wir können so viel lernen von der Schule Oescher. Das könnte man doch auch im Rüterwis haben?» Lob erteilt sie etwa der Klimaschule. Andrea ­Linter von der SVP streicht ihre Erfahrung mit Jugend und Sport und ihre Kommunikationsfähigkeiten hervor. Andreas Tschopp weist auf seine Fähigkeiten in Projektführung, Immobilien und Organisa­tionsplanung hin. Er könne Projekte voranbringen. Sonja Lier vom ­Forum 5W findet die Frage essenziell, ob man die Kindergärten im Dorf zentralisieren solle, wie man es im Berg gemacht habe.

Zuhören und Ziele setzen

Differenzen kristallisieren sich beim Duell der Anwärter aufs Präsidium heraus. Rui Biagini betont die Wichtigkeit der Kommunikation. Er wolle zuhören, «die Leute einbinden, den Puls fühlen». David Sarasin kontert: «Das Führungsverständnis unterscheidet mich von Rui. Es braucht eine klare strategische Führung, nicht nur Kommunikation.» Biagini: Natürlich müsse man strategische Entscheide fällen, müsse sich aber auch umhören, wie es bei der Basis, beim Schulpersonal aussehe, das habe er getan. Auch die Krise am Schulhaus Rüterwis, die 2023 in einer Massen­kündigung von 25 Lehrpersonen gipfelte, beurteilen die beiden unterschiedlich. Wichtig sei, Vertrauen aufzubauen, mit dem Leiter ­Bildung, der Schulverwaltung, den Schulleitern, meint Rui Biagini. ­David Sarasin: «Es braucht klare Ziele.» Falls er Schulpräsident werde, wolle er die Ziele mit dem Leiter Bildung besprechen, um sie bis auf die Ebene der Schule herunterzubrechen. Zu reden geben die Bauprojekte wie der abgebrochene ­Architekturwettbewerb im Buechholz oder die Provisorien. Die Teilnehmenden fordern eine klare Abstimmung zwischen den Ressorts Schule und Liegenschaften. Bleibt zum Schluss die Frage nach Lust und Frust im Wahlkampf. ­Nicole Waechter erlebt ihn als grosse Lernerfahrung, Christian von Ballmoos hebt das Kennen­lernen vieler Leute hervor. Reicht es für eine Wahl? Die einen wollen am 8. März einen Wein auf den Sieg trinken, die anderen sich allenfalls neuen Projekten widmen – oder, wie Andreas Tschopp sagt, «einfach wieder mehr Zeit haben».

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