Badi Juch erhält keine (Schwimm-)Flügel

Von Joachim Lienert ‒ 6. März 2026

Seit das Schwimmbad Fohrbach wegen der Totalsanierung geschlossen ist, weichen viele Zolliker auf andere Gewässer aus. An oberster Stelle steht der See – doch nicht alle mögen sich mit seinen aktuellen
6,5 °C anfreunden. Was also tun? Die Badi Juch böte sich für Schwimmzüge an. Doch für kurzfristige Änderungen winkt die Gemeinde Zumikon ab.

Wegen der Schliessung des Fohrbachs noch beliebter bei kleinen und grossen Schwimmerinnen und Schwimmern: die Badi Juch. (Bild: jli)
Wegen der Schliessung des Fohrbachs noch beliebter bei kleinen und grossen Schwimmerinnen und Schwimmern: die Badi Juch. (Bild: jli)

Gleich mehrere dem Zolliker Zumiker Boten überreichte Jahreswünsche von Zumikerinnen und Zumikern drehen sich um die Badi Juch (ZoZuBo 3/2026). «Generalüberholung und Vergrösserung des Wellnessbereichs» ist dort zu lesen – und vor allem: «längere Öffnungszeiten». Auch aus Zollikon vernahm die Redaktion verschiedentlich den Wunsch, die Badi Juch möge bitte ihre Schwimmbahnen ein wenig länger öffnen. Im Fokus stehen dabei die Wochenend-Öffnungszeiten. Denn samstags und sonntags ist im Juch bereits um 17.30 Uhr Schluss. Die Weekend-Poolparty fällt somit ins Wasser, bevor sie richtig begonnen hat.

Längere Öffnungszeiten? Nicht höchste Priorität

Die Gemeinde winkt ab. Gemeindeschreiber Thomas Kauflin sagt: «Die Öffnungszeiten der Badi Juch haben aktuell nicht die allerhöchste Priorität, und in der Sommersaison sind die Öffnungszeiten sowieso erweitert.» Zwar treffen sich der Leiter Liegenschaften Fabrizio Vetter und Oliver Nessel, der Betriebs­leiter der Badi, regelmässig. Doch spruchreif ist noch nichts. Aktuell wird evaluiert, welche Folgekosten bei erweiterten Öffnungszeiten entstehen würden. Man müsse erst schauen, wie viele Gäste die Badi tatsächlich besuchten und ob längere Öffnungszeiten einem echten Bedürfnis entsprächen. «Dann könnte man zum Beispiel im Herbst mal eine Testphase durchführen. Unsere erste Reaktion auf den Wunsch nach längeren Öffnungszeiten war: Wir glauben nicht, dass wir wesentlich mehr Gäste hätten, wenn wir am Wochenende an den Abenden um zwei bis drei Stunden verlängern würden.» Man habe das Badi-Personal im Zusammenhang mit der Schliessung des Fohrbachs bereits für die vergangene Sommerzeit etwas aufgestockt. Thomas Kauflin weist darauf hin, dass sich die Öffnungszeiten nicht einfach schnell, schnell verlängern liessen. Man müsste auch das Personal dafür haben. Es sei niemandem gedient, wenn sich die Leute, die ohnehin schon kämen, einfach auf mehr Stunden verteilten. «Wir spüren vor allem jetzt im Winter, dass etwas mehr Leute aus Zollikon die Badi besuchen. Aber es ist nicht so, dass Hunderte Schlange stehen.» Deshalb habe die Verlängerung derzeit keine hohe Priorität. Kleine Pointe am Beckenrande: Als der Journalist für diesen Artikel einen Mann und sein kleines Mädchen, die eben aus dem Hallenbad kommen, fragt, ob er sie fotografieren dürfe, erfährt er: Der Mann wohnt in Zürich-Witikon, geht normalerweise ins Fohrbach – und weicht wegen der dortigen Sanierung nun aufs Juch aus.

Werbung

Neuste Artikel

Newsletter

Dieses Feld wird benötigt.

ANMELDEN

Herzlich willkommen! Melden Sie sich mit Ihrem Konto an.