Ein Dorfplatz, der nicht warten will

Von Dominique Pierre Lüthi ‒ 6. März 2026

Der Dorfplatz in Zumikon soll neu gestaltet werden. Der ­Gemeinderat plant derzeit den Umbau und erarbeitet Konzepte, wie das Zentrum künftig genutzt werden soll. Ziel ist es, den Platz auch in Zukunft als lebendigen Treffpunkt für die Bevölkerung zu erhalten.

Wo heute Kinder über den Dorfplatz rennen und spielen, sollen künftig auch wieder mehr Anlässe stattfinden. (Bild:jli)
Wo heute Kinder über den Dorfplatz rennen und spielen, sollen künftig auch wieder mehr Anlässe stattfinden. (Bild:jli)

Am frühen Morgen wirkt er ruhig und verlassen. Niemand ist zu sehen, keine Gespräche zu hören. Und doch liegt Erwartung in der Luft. Auch wenn irgendwann Bagger und Bauabsperrungen den Platz vorübergehend übernehmen werden, soll bis dahin das Leben nicht stillstehen.

Abschied vom Gewohnten

Der klassische Dorfmarkt, jahrelanger Treffpunkt des Dorflebens, wird künftig fehlen. Immer weniger Besucherinnen und Besucher, immer weniger Marktfahrende. Es war ein stetiger Rückzug auf beiden Seiten, der schliesslich zum Stillstand führte. Ein kleiner Teufelskreis, den niemand aufhalten konnte. Aber den Platz einfach so ruhen zu lassen, sei keine Option. «Im Moment geht es vor allem darum, der Bevölkerung für die Zeit bis zum Beginn der Bauarbeiten einen Treffpunkt im Dorfzentrum zu bieten», erklärt Thomas Kauflin, Gemeindeschreiber von Zumikon. Die Gemeinde hält an bewährten Anlässen wie dem Oldtimer-Treffen, dem Flohmarkt und dem Adventsmarkt fest, möchte aber auch Neues ausprobieren: «Wir sind gespannt, wodurch sich die Zumikerinnen und Zumiker am meisten angesprochen fühlen werden», sagt Thomas Kauflin.

Wo man bleiben möchte

An den Anlässen soll es eine Vereinsbeiz geben. Nicht als Neben­sache, sondern als Herzstück. Denn der Dorfplatz ist vor allem auch ein Ort zum Verweilen und Austauschen. Unkomplizierte Begegnungen, gemeinsames Essen und Trinken sollen unbedingt weiterhin möglich bleiben. Vereine, die bereit sind sich dafür einzubringen, Verantwortung zu übernehmen, Zeit zu investieren und den Dorfplatz für ein paar Stunden zu etwas Besonderem zu machen, sind herzlich willkommen. «Auch wenn sich eine andere Organisation für den Betrieb einer Vereinsbeiz interessiert, darf sie sich gerne melden. Die Aufgabe sollte aber nicht unterschätzt werden», mahnt Thomas Kauflin.

In Bewegung

Frühestens ab Sommer 2026 soll eine neue, breit abgestützte Arbeitsgruppe entstehen. Die aktuelle war über viele Jahre im Einsatz; nun soll passend zum neuen Platz frischer Wind aufkommen. Thomas Kauflin beschreibt drei Phasen: «Einerseits die jetzige Phase, um die Anlässe bis zum Beginn des Umbaus sicherstellen zu können. Dann die Übergangsphase während der baulichen Erneuerungen, in der noch unklar ist, was, wann und wo möglich sein wird. Und schliesslich eine dritte Phase, in der neue Anlässe auf dem neuen Platz geplant und durch­geführt werden». Mit Vertreterinnen und Vertretern aus Vereinen, Gewerbe und anderen Gruppen soll das möglich werden. Es braucht dazu Menschen, die Lust haben, in Zukunft aktiv Leben auf den Dorfplatz zu bringen.
Wie der neue Dorfplatz aussehen wird, ist bekannt. Wie er sich anfühlen wird, noch nicht. Denn das Entscheiden nicht Pläne, sondern die Menschen, die dort zusammenkommen. Zumikon möchte, dass das Dorfleben nicht wartet, bis gebaut wird, sondern weitergeht. Der Platz soll ein Treffpunkt bleiben. Ein Ort, an dem etwas passiert.

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