Firmengründung als Schulprojekt

Von Lea Moser ‒ 6. März 2026

Die Klasse 5a der Schule Rüterwis im Zollikerberg ist stolze Gründerin der Firma «verkorkt». Aus recycelten Weinkorken stellen die Schülerinnen und Schüler Korkuntersetzer her, die sie Mitte April auf dem Wochenmarkt verkaufen.

Das Team für Marketing und Werbung mit Francis Ammann, Nader Allam und Rogelio Lopez (v.l.n.r.) präsentiert die Prototypen 
der Korkuntersetzer ihrer Firma «verkorkt». (Bild: lmo)
Das Team für Marketing und Werbung mit Francis Ammann, Nader Allam und Rogelio Lopez (v.l.n.r.) präsentiert die Prototypen der Korkuntersetzer ihrer Firma «verkorkt». (Bild: lmo)

«Unsere Lehrerin, Frau Häusler, hat gefragt, ob wir Lust hätten, als Klasse eine Firma zu gründen», erzählt Rogelio Lopez, Gruppenchef des Marketing- und Werbeteams. «Wir stimmten diesem Vorschlag gerne zu.» Die Non-Profit-Organisation Young Enterprise Switzerland (YES) fördert Firmengründungen an Schulen. «YES stellte unserer Klasse ein Startkapital von 10 Franken pro Schulkind zur Verfügung», erklärt Francis ­Ammann, ebenfalls Mitglied des Marketingteams. Ziel sei es, das Geld am Schluss zurückzuzahlen. «Wenn wir erfolgreich sind, dürfen wir den Gewinn behalten und zusammen in einen Wasser- oder Seilpark gehen.» Nader Allam, ebenfalls Ressort Marketing, ergänzt: «Unsere Abteilung Finanzen und Verkauf hat die Eintrittspreise für unsere Klasse ausgerechnet und ist auf 605 Franken gekommen. Zusammen mit den 230 Franken Startkapital müssen wir mindestens 835 Franken verdienen mit dem Verkauf.» Die Schülerinnen und Schüler sollen mit dem Projekt «Firmengründung» Einblick in wirtschaftliche Abläufe erhalten und praktische Erfahrungen sammeln. Diese können später als Orientierungshilfe bei der Berufswahl dienen und die Persönlichkeitsentwicklung fördern.

Viele demokratische Entscheide

Zuerst sammelten die Kinder in Dreiergruppen Ideen für ein geeignetes Produkt. Die besten drei Vorschläge wurden der Klasse präsentiert. Die Vorgabe war, dass das Produkt aus recyceltem Material bestehen muss. In die engere Auswahl schafften es Haargummis aus Stoffresten, Kochlöffel aus Holzresten und Korkuntersetzer aus gebrauchten Flaschenkorken, die schlussendlich das Rennen machten.

KI ungenügend

Nun musste ein Firmenlogo her. «Mit den Logo-Vorschlägen der KI waren wir nicht zufrieden», erzählt Rogelio Lopez. Deshalb gestalteten alle als Hausaufgabe einen eigenen Entwurf. «Zwei Vorschläge von Francis schafften es in die Top vier. Einer davon gewann die Abstimmung und wurde mit KI noch leicht verbessert.» Weil der Vater von Francis Ammann als Texter in einer Werbeagentur arbeitet, wollte sein Sohn diesen Bereich ebenfalls kennenlernen und meldete sich für das Ressort Marketing. Die meisten Schülerinnen und Schüler sind in der Abteilung Produktion und Design engagiert. Dies mit gutem Grund: Bis Mitte April wollen sie 260 Korkuntersetzer der mittleren Grösse und 236 Stück der kleinen Variante herstellen, um die angestrebten 835 Franken zu erreichen. Zersägt und geschliffen werden die Korken im Werkraum der Schule und bemalt und geklebt während des Zeichenunterrichts im Schulzimmer.

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