Fliegt, Eschen, fliegt

Von Joachim Lienert ‒ 6. März 2026

Am Freitag vorletzter Woche wurden Dutzende Eschen im Nebelbach-Tobel – nicht gefällt, sondern geflogen. Sie wurden abgesägt und ohne den Boden überhaupt zu berühren vom Helikopter «gepflückt».

Das Knattern des ­Helikopters war nicht zu überhören. Dutzende Male flog er zum Nebelbach und transportierte Stämme und ganze Baumkronen ab. Der ­sogenannte Sicherheitsholzschlag war nötig geworden, weil die rund 70 Eschen vom Eschentriebsterben befallen sind (ZoZuBo 4/2026). Rund zehn Prozent waren in einem so schlechten Zustand, dass sie nicht mehr kletterbar waren und gefällt werden mussten, statt direkt vom Helikopter «gepflückt» zu werden. Revierförster und Betriebsleiter Marc Bodmer von der Holzkorporation Zollikon sagt: «Wetterbedingt mussten die Arbeiten ein paar Mal verschoben werden. Aber jetzt hat es hervorragend geklappt. Ein grosses Lob geht an alle Mitarbeiter.» Um viertel nach sieben Uhr morgens starteten die Vorbereitungen, um acht Uhr hob der Helikopter erstmals ab, abends um halb sechs landete er zum letzten Mal. 45 Minuten später war dann auch für die Bodencrew Schluss. Einzig während einer Stunde am Morgen musste der Helikopter pausieren, weil der Nebel dem gleichnamigen Bach alle Ehre machte und Flüge in dieser Zeit verunmöglichte.

Die Eschen werden zu Energie

Die anschliessenden Aufräumarbeiten dauerten ein paar Tage, mittlerweile ist der Weg entlang des ­Nebelbachs wieder vollständig begehbar. «Dass so viele Bäume gefällt wurden, wird im Sommer nicht mehr gross auffallen», versichert der Revierförster. Durchgeführt wurden die Arbeiten von dem auf solche Forstarbeiten spezialisierten Transport- und Helikopterunternehmen Rotex aus Kägiswil, unterstützt wurden sie vom Forstpersonal der Holzkorporation Zollikon. Die Forstarbeiter hantierten gekonnt in den Bäumen mit Motorsägen und schweren Seilen, während der Kaman K-Max Helikopter – ausgestattet mit zwei ineinandergreifenden Rotoren, einem sogenannten Flettner-Doppelrotor – die gefällten Bäume direkt in die Luft hob. Marc Bodmer erklärt: «Man sieht vielen der gefällten Stämme an, dass sie krank sind. Es ist gut, haben wir das jetzt gemacht.» Die Instabilität der Bäume stellte zunehmend ein Sicherheitsrisiko für Spaziergängerinnen, Spaziergänger und Infrastrukturen in der Nähe dar. Die Stämme legte der Helikopter zwischen der Bergstrasse und der Liege­wiese des Schwimmbads Fohrbach ab, wo sie weiterbearbeitet werden. «Etwa 80 Prozent werden zu Energieholz, also Holzschnitzeln, verarbeitet; der Rest wird als Sägeholz verwendet.»

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