Von Dominique Pierre Lüthi ‒ 6. März 2026

In der Bevölkerung wird das Café sehr geschätzt. Gerade Familien nutzten das Angebot rege. Formate wie das «Gipfeltreffen» und der freitägliche Apéro funktionierten zwar gut, ein täglicher Betrieb mit Mittagessen wurde aber zunehmend schwieriger. Die Situation verschärfte sich nach dem Wechsel der Betriebsleitung im Sommer 2025 und der erfolglosen Suche nach neuen Helferinnen und Helfern. Anfang 2026 wagte man einen Versuch mit einem vereinfachten Konzept. Aber auch diese Neuausrichtung brachte nicht den erwünschten Erfolg. «Irgendwann kam der Punkt, an dem wir handeln mussten. Es war schlicht zu viel für uns», so Hanni Rüegg, Präsidentin der Kirchenpflege Zollikon-Zumikon.
Begonnen hatte alles im Jahr 2020. Das Café wurde schnell positiv aufgenommen. Im Winter bot es einen warmen Treffpunkt und im Sommer einen Platz draussen an der Sonne. Egal ob zum Mittagessen, für einen Snack, Kaffee und Kuchen oder einfach für ein Kaltgetränk, es war für fast jeden etwas dabei. Doch ein Café mit 28 Plätzen zu führen und auf viele Freiwillige angewiesen zu sein, wurde für die Betreiber immer anspruchsvoller. Viele der freiwilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehörten zudem zur älteren Generation. «Jeder, der schon einmal in einer Küche oder im Service gearbeitet hat, weiss, wie belastend das sein kann», sagt Hanni Rüegg. Bezahlte Stellen liessen die Kosten zusätzlich steigen, obwohl diese ohnehin nicht gedeckt werden konnten. Irgendwann habe man sich eingestehen müssen, dass der Aufwand die verfügbaren Ressourcen übersteigt. «Wir sind keine Gastronomen, sondern eine Kirche». Das Café sei eines von vielen Projekten. «Wir brauchen jetzt Zeit und Ruhe, um etwas Neues zu entwickeln», so Hanni Rüegg.
Nun soll ein «Café am Puls 2.0» entstehen. «Es soll ein klassischer Begegnungsort bleiben», erklärt Hanni Rüegg. Sie möchten ihrem Motto treu bleiben und das «Mitenand und Fürenand» wieder stärker leben. Ab dem 6. Mai ist das Café jeweils von Mittwoch bis Freitag von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Der Mittwoch wurde aufgrund des schulfreien Nachmittags bewusst gewählt, um Eltern mit Kindern ein Angebot zu bieten. Auch der Freitag soll wegen des bewährten Aperos bestehen bleiben. Das Café soll weiterhin ein Ort für die Bevölkerung von Zollikon und Zumikon sein. Für Kinder, Familien, für ältere Menschen, für Sprachkurse, für den Herren-Stammtisch und viele andere Gruppen. Programme wie «Apéro Time», «Talk am Puls» und «Singe mit de Chliine» werden nahtlos weitergeführt. Kaffee und Kuchen soll es weiterhin geben. Auf ein regelmässiges Mittagessen verzichtet man jedoch. Die Reaktionen aus der Bevölkerung seien gemischt. Viele zeigten Verständnis. Andere seien enttäuscht, dass gerade der «Zmittag» wegfällt.
«Es wäre wünschenswert, wenn sich Gruppen mit eigenen Ideen einbringen könnten. Menschen, die den Raum nutzen wollen, sollen sich melden», so Hanni Rüegg. Auch Freiwillige, die im Service oder in der Küche unterstützen wollen, sind willkommen. Ob die Öffnungszeiten künftig erweitert werden sollen, hängt stark von der Nachfrage ab. «Wenn mehr Freiwillige dazukommen, ist vieles möglich», sagt Hanni Rüegg. Mit der Neuausrichtung soll mehr Ruhe in den Betrieb kommen. Bis dahin geht man einen Schritt zurück, um langfristig bestehen zu können. Und vielleicht entsteht damit etwas, was das Café am Puls immer sein wollte: ein Ort, der von den Menschen für die Menschen getragen wird.
ANMELDEN
Herzlich willkommen! Melden Sie sich mit Ihrem Konto an.