120 Liter Suppe

Von Joachim Lienert ‒ 20. März 2026

Bedürftige? Die gibt es in der Stadt Bujumbura in Burundi, zeigt der Bericht hinten – aber doch nicht in unseren Dörfern. Stimmt nicht, zeigt der Bericht nebenan. 1851 gründeten Zollikerinnen den weiblichen Armenverein, weil mitten in der Industrialisierung viele Bewohner ein Leben am Existenzminimum führten. Im Ersten Weltkrieg kochten die Frauen im Schulhaus täglich 120 Liter Suppe für Bedürftige. Not und Leid waren für alle sichtbar. In der Schweiz. Am Zürichsee. An der Goldküste. Heute zeigen sich die Nöte der Menschen diskreter, weniger sichtbar. Aber es gibt sie. Viele suchen zahlbare Wohnungen, Arbeit, Gefährten, Sinn, Hoffnung. Wo früher Vereine Hilfe organisierten, ist heute oft der Staat zuständig; die Gemeinden unterstützen mit Fachstellen und Angeboten. Doch Vereine bleiben wichtig. Sie fördern den Zusammenhalt, schaffen Geselligkeit, stiften Sinn, stehen am Anfang von Freundschaften. Bei uns braucht es heute nicht täglich 120 Liter Suppe. Was es noch immer braucht, sind 120 Menschen, die für andere da sind – und noch Hunderte mehr.

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