Von Dominique Pierre Lüthi ‒ 20. März 2026

Die Forchbahn verbindet Zürich Stadelhofen über Zollikerberg und Zumikon mit der Forch und gehört zu den wichtigsten Pendlerlinien am rechten Zürichseeufer. Rund 6,05 Millionen Fahrgäste nutzten die Bahn im Jahr 2025. Durchschnittlich sind das etwa 16 500 pro Tag. Aufgrund der Bevölkerungsentwicklung wird künftig mit weiter steigenden Fahrgastzahlen gerechnet. «Wir beobachten das aufmerksam und richten unsere Infrastruktur und Flotte langfristig darauf aus», sagt Jeannette Herzog, Leiterin Kommunikation der Forchbahn AG.
Um für die steigenden Anforderungen gerüstet zu sein, modernisiert die Forchbahn einen Teil ihrer bestehenden Fahrzeuge umfassend. Die Züge werden zurückgebaut, technisch erneuert und in einen neuwertigen Zustand versetzt. «Das ist wirtschaftlich und nachhaltig sinnvoll, da bewährte Strukturen weiter genutzt werden können», erklärt Jeannette Herzog. Damit soll die Lebensdauer der bestehenden Fahrzeuge um rund 20 Jahre verlängert werden. Zwei der erneuerten Züge sind bereits im Einsatz. Im vergangenen Sommer wurde das dritte Fahrzeug zu Stadler Rail überführt und befindet sich derzeit im Umbau. Ab September 2026 soll auch dieses wieder im Verkehr sein. Dieses Vorgehen wird Schritt für Schritt bis Mitte 2029 fortgesetzt. Davon sollen die Fahrgäste gemäss Jeannette Herzog langfristig profitieren. «Wir investieren gezielt in Barrierefreiheit, Zuverlässigkeit, Komfort und Betriebssicherheit.» Aber nicht alle Fahrzeuge erhalten eine Modernisierung. Einzelne Fahrzeuge sind seit fast 50 Jahren im Einsatz und müssen ausgemustert werden. Das hat einen einfachen Grund: «Mit zunehmendem Alter der Fahrzeuge wird die Beschaffung von Ersatzteilen anspruchsvoller. Teilweise müssen Komponenten speziell gefertigt oder angepasst werden», so Jeannette Herzog.
Bei den neuen Zügen gibt es eine auffällige Neuerung: Sie bestehen aus mehreren trennbaren Einheiten, die je nach Bedarf zu längeren oder kürzeren Zugkompositionen zusammengestellt werden können. Dadurch lässt sich die Kapazität, insbesondere zu Stosszeiten, flexibel anpassen. Um das Projekt umzusetzen, werden interne Fachbereiche, das Fahrpersonal sowie betriebliche Stellen einbezogen. Auch die Ergebnisse einer Kundenumfrage fliessen in die Planung ein. «Die Rückmeldungen haben bestätigt, dass unseren Fahrgästen vor allem grosszügige Platzverhältnisse und niveaugleiche Ein- und Ausstiege wichtig sind», sagt Jeannette Herzog. Da die Forchbahn von vielen Velofahrerinnen und Velofahrern sowie Familien genutzt wird, sind in den neuen Fahrzeugen Mehrzweckbereiche vorgesehen. «Diese bieten flexible Nutzungsmöglichkeiten für Velos, Kinderwagen, Gepäck oder Rollatoren», erklärt Jeannette Herzog. Solche Bereiche seien heute ein wichtiger Bestandteil moderner Fahrzeuge im öffentlichen Verkehr. Da die Ausschreibung für die neuen Fahrzeuge noch läuft, sind die Kosten für die Neuanschaffung derzeit noch offen. Das erste neue Fahrzeug soll Ende 2030 in Betrieb gehen. Bei einer Investition dieser Grössenordnung könnte man vermuten, dass die Ticketpreise steigen. Die Tarifgestaltung liegt jedoch beim Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) und wird nicht durch einzelne Fahrzeugprojekte bestimmt. Finanziert wird das Projekt über die üblichen Mittel des regionalen öffentlichen Verkehrs. Das bedeutet, dass solche Investitionen gemeinsam von Bund, Kanton und Verkehrsunternehmen getragen werden. Am Fahrplan soll sich durch die Neuerungen vorerst nichts ändern.
Aktuell 31 Kursfahrzeuge
13 Fahrzeuge werden modernisiert
Kosten: 43 Mio. Franken
14 neue Fahrzeuge geplant
Modernisierung abgeschlossen: 2029
Erstes neues Fahrzeug: Ende 2030
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