Von Lea Moser ‒ 20. März 2026

«Ich wollte einen Treffpunkt schaffen, um den Austausch zwischen Jung und Alt zu fördern», erzählt Sandra Fuhrer über ihre Idee des «Sounds & Bar» im Café Fischvogel. Kurz vor der Coronapandemie organisierte sie mit ihren Freunden eine öffentliche Jamsession für Musikerinnen und Musiker und musikbegeisterte Gäste. Es war ein voller Erfolg. An vier Abenden im Jahr treten nun Bands aller Stilrichtungen auf. Nach dem anderthalbstündigen Konzert ist die Bar offen für gemütliches Zusammensein und Gespräche. «Wir sind ein fünfköpfiges Team, das sich die Aufgaben teilt. Für Werbung, Vorbereitung und Organisation bin ich zuständig.» Alle arbeiten ehrenamtlich. «Die Hutkollekte ist für die Band», erklärt die in der Forch aufgewachsene Sandra Fuhrer. Seit 1996 wohnt sie mit ihrer Familie in Zumikon. Das Angebot für Menschen mittleren Alters sei nicht sehr gross im Dorf. Daher ist es ihr wichtig, einen Begegnungsort für Zumikerinnen und Zumiker zu schaffen. «Das Freizeitzentrum bietet schöne Räume, die nur darauf warten, bespielt zu werden – auch abends.»
Gespielt hat sie auch selbst: Sandra Fuhrer gründete 2011 mit vier Freundinnen eine Band. Kleines Hindernis: Zu diesem Zeitpunkt spielte noch keine ein Instrument. «Jürg Bruhin, selbst Musiker, hat uns sehr unterstützt und gab uns Starthilfe.» Mit der Frauenband «SKIRT» war sie elf Jahre unterwegs und hatte viele Auftritte. «Der Wunsch, eigene Songs zu machen, wurde immer stärker. Also verliess ich die Coverband 2022 und machte mich auf die Suche nach neuen Musikerinnen und Musikern, die dasselbe wollten.» 2023 entstand dann die neue Band: «The Ljmsg». Ihre Musikrichtung war alternativer Pop-Rock, Indie und Funk. Nach drei Jahren löste sich die Band auf; aktuell schaut die Bassistin, wohin der musikalische Weg sie führen mag.
Von den Klangwelten zu Farben und Formen: «Ein Kreis ist etwas Faszinierendes, das nie endet», sagt die Kunstschaffende und zeigt auf ein Bild an der Wand. Starke Farben prägen ihre Bilder und Objekte. Sie experimentiert gerne mit verschiedenen Materialien. Vor fünf Jahren hatte sie die Idee, Alltagstaschen aus Baumwollstoff herzustellen und sie mit ihren Kreisbildern zu bemalen – das Sujet in unterschiedlichen Farbvarianten eignet sich perfekt dazu. Sie arbeitet auch gerne mit Licht. Gemeinsam mit ihrem Mann, der gelernter Schreiner ist, hat sie schon mehrere Leuchtobjekte aus Holz erschaffen. Sie verleihen dem Raum mit ihren Lichtstrahlen ein zauberhaftes Ambiente. Nicht nur Holz kommt dabei zum Einsatz. Sie kombiniert auch alte Raddeckel von Oldtimern mit ihrer Malerei und lässt sie wortwörtlich in neuem Glanz erstrahlen. Ihre Kunst wurde bereits an drei Ausstellungen gezeigt.
Einige ihrer Werke schmücken den kleinen Coiffeursalon im Erdgeschoss des Wohnhauses. Sandra Fuhrer schmunzelt und sagt: «Ich hatte damals keine Lust, Coiffeuse zu werden, und heute liebe ich meinen Beruf sehr. Die Unabhängigkeit, die Kreativität, die vielen Geschichten meiner Kundschaft und die persönlichen Beziehungen, die über die Jahre entstehen.» Seit 2003 führt Sandra Fuhrer ihr eigenes Coiffeurgeschäft. «Eine Freundin hatte uns den Tipp gegeben, dass ihr Nachbarhaus zum Verkauf stehe. Beim Betreten des Erdgeschosses wusste ich sofort: Das wird mein Coiffeurladen.» Sie konnten den Hausteil kaufen und nach ihren Wünschen selbst umbauen. Jetzt, wo die beiden Kinder, Simon und Zoe, ausgezogen sind, kann sich das Ehepaar im Haus ausbreiten. Sie spielen gerne Pétanque und haben ihren Garten extra dafür umgebaut. Kennengelernt hatten sie sich im Alter von 24 Jahren. «Sebi war ein guter Freund des Sohns meines Chefs. Ich machte damals eine zweijährige Ausbildung zur Maskenbildnerin in Zürich, und er war öfters zu Besuch im Geschäft.» Nächstes Jahr feiern sie ihren 30. Hochzeitstag. Sandra Fuhrer wusste lange nicht, was sie werden wollte, und brach ihre erste Lehre ab. Ihr Vater riet ihr, sie solle Coiffeuse werden. Da dies die Voraussetzung für die Lehre zur Maskenbildnerin war, begann sie beim Coiffeursalon von Reto Secchi am Central in Zürich ihre Ausbildung. Es gefiel ihr richtig gut, ihr Chef war herzlich und liess seine Lehrlinge schon bald selbstständig arbeiten. Nach der Lehre blieb sie noch ein, zwei Jahre im Betrieb, ehe sie in Zürich ein Praktikum als Maskenbildnerin bei Max Furrer begann. Der Maskenbildner-Beruf machte ihr besonders Spass, weil er so vielseitig und kreativ ist. Sie durfte Masken aus Gips oder Gummilatex anfertigen, Perücken knüpfen, Schauspieler schminken und eng mit dem Theater zusammenarbeiten. «Besonders gefiel mir, an verschiedenen Rollen mitzuwirken und Figuren mitzugestalten», erinnert sich die Zumikerin. Nach der Ausbildung packte sie das Fernweh. «Ich kannte Sebi erst seit neun Monaten, gemeinsam brachen wir zu meiner lang erträumten Asienreise auf – jung, spontan und frisch verliebt.»
Als sie 22 Jahre alt war, zogen ihre Eltern spontan zurück an den Gardasee – in Vaters Heimat. «Es war ein Schock für mich. Wir sind alle eng verbunden und unternahmen viel gemeinsam.» Ihre fünf Jahre ältere Schwester, die viel und gerne reiste, zog nach Griechenland zu ihrem Freund. Allein zu wohnen war nicht ihr Ding, deshalb zog sie bald bei ihrem Freund in Zürich ein. Nach der gemeinsamen Asienreise fand das Paar eine Wohnung im Seefeld. Sie arbeitete als freischaffende Maskenbildnerin und durfte an verschiedenen Projekten arbeiten: unter anderem im Bernhard Theater oder für die Oper «Nabucco» im Hallenstadion. Auch für Platzwunden in Polizei-Übungsvideos kam sie zum Einsatz. Ihr grösster Auftrag waren die menschengrossen Promo-Figuren «Flick & Flack». «Dank der Anfrage eines Freundes durfte ich vier Mal eine 20er-Serie der bekannten Puppen für Swatch entwickeln und anfertigen», erinnert sich Sandra Fuhrer stolz. «Die Reiselust ist bis heute geblieben – mit meinem Mann, unserer Hündin Billie und unserem kleinen VW-Bus sind wir oft und gern unterwegs. Am liebsten unkompliziert, spontan und wenn möglich immer der Sonne nach.»
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