Millionen-Projekt Regenbecken Rehalp

Von Dominique Pierre Lüthi ‒ 20. März 2026

Was als Variantenstudium begann, kostet heute über 1,5 Millionen Franken. Die Gemeinde modernisiert das Regenbecken Rehalp und erklärt, warum das Projekt so stark gewachsen ist. Im Zentrum: technische, gesetzliche und betriebliche Faktoren.

Blick ins Regenbecken: 15 Meter lang, 9 Meter breit und ein Volumen von ca. 360 m3. (Bild: zvg)
Blick ins Regenbecken: 15 Meter lang, 9 Meter breit und ein Volumen von ca. 360 m3. (Bild: zvg)

Wenn Regen über den Zollikerberg zieht, verschwindet das Wasser im Untergrund und ein komplexes Kanalsystem beginnt zu wirken. Ein Teil des Wassers landet im Regenbecken Rehalp; dort entscheidet sich, was in den Wehrenbach fliesst und was nicht. Was im Jahr 2022 mit 60 000 Franken für ein Variantenstudium begann, summiert sich nach weiteren Krediten auf insgesamt rund 1 520 000 Franken für die Erneuerung der technischen Einrichtungen. War diese Entwicklung nicht absehbar? Laut Peter ­Stucki, Leiter Kanalisation/Gewässer Zollikon, zeigte sich bereits im Variantenstudium, dass eine umfassende Erneuerung im Bereich von gut einer Million Franken liegen würde: «Die günstigste Variante wurde mit 850 000 Franken geschätzt, hatte jedoch erhebliche Nachteile – etwa mit Volumenverlust sowie Mängeln bei der Reinigungsfähigkeit und der Gebrauchssicherheit.» Ein geringeres Speichervolumen hätte bedeutet: Das Becken stösst bei Starkregen schneller an seine Grenzen. Die gewählte Lösung vermeidet dies, da die zusätzliche Technik ausserhalb des Beckens angebaut wird und die Kapazität erhalten bleibt. Auch bei der Reinigung habe die günstigere Variante nicht überzeugt.

Neue Technik für sauberes Wasser

Damit das Abwasser den Vorgaben des Gewässerschutzes entspricht, wird das Regenbecken technisch modernisiert und mit neuer Steuerungs- und Überwachungstechnik ausgestattet. Neu soll nämlich ein mechanischer Rechen Feststoffe zurückhalten. «Früher hatten wir keinen Rechen. Alles, was aufschwamm und sich nicht absetzte, konnte weiter in den Wehrenbach gelangen.» So geriet etwa Papier oder Plastik ins Gewässer. Peter Stucki betont jedoch: «Die Wasserqualität war nicht gefährdet. Das Problem war primär ästhetischer Natur.» Es ging also weniger um eine akute Umweltbelastung als um sichtbare Verschmutzungen. Hinzu kamen Verstopfungen. Diese führten in der Vergangenheit zu erheblichen Problemen, in einzelnen Fällen mussten sogar Taucher eingesetzt werden, um festgesetzte Ablagerungen und blockierende Gegenstände zu entfernen. Das Abwasser wurde bisher durch Sedimentation gereinigt. Bei diesem Reinigungsverfahren sinken Feststoffe aufgrund der Schwerkraft und setzen sich als Schlamm am Boden ab. Neu wird das Abwasser im Normalfall durch ein separates Rohrsystem geführt und gelangt nur bei grosser Wassermenge ins Becken.

Bauen unter Auflagen

Ein weiterer Kostentreiber ist die Lage des Regenbeckens direkt neben der Forchbahn. Bauarbeiten in Gleisnähe unterliegen strengen gesetzlichen Vorschriften. Messungen, zusätzliche Absperrungen und eine spezielle Bauaufsicht seien zwingend vorgeschrieben. «Es gibt während der Bauphase Aufsichtspersonen, Sicherheitswärter meist mit weissem Helm, die speziell für die Sicherheit im Bereich der Gleisanlagen zuständig sind», erklärt Peter Stucki. Diese Sicherheitsmassnahmen schlagen mit rund 100 000 Franken zu Buche. Zudem seien die technischen Ausführungen komplexer geworden als ursprünglich angenommen.

Echtzeit statt Kontrolle

Bislang wurde das Regenbecken lediglich einmal pro Woche manuell kontrolliert. Eine kontinuierliche Überwachung war nicht möglich. Deshalb lässt sich nicht genau sagen, wie oft es tatsächlich zu Entlastungen in den Wehrenbach kam. Erst mit dem jetzigen Projekt wird die Anlage in das Prozessleitsystem der Zolliker Abwasseranlagen integriert. Überläufe werden künftig in Echtzeit elektronisch übertragen. «So werden Störungen schnell erkannt, und es können Massnahmen getroffen werden», so Peter Stucki. Die Vergabe der Arbeiten muss noch vom Gemeinderat bestätigt werden, zudem laufen derzeit die Rekursfristen. «Der Baustart ist mit dem Unternehmer noch nicht definiert worden. Der Start sollte aber im Frühling oder Frühsommer erfolgen, die Arbeiten bis Ende Jahr beendet sein», sagt Peter Stucki. Die bauliche Substanz des Regenbeckens gilt weiterhin als gut, ein kompletter Neubau stand deshalb nicht zur Diskussion. Finanziert wird das Projekt über die Abwassergebühren. Eine Gebührenerhöhung sei nicht vorgesehen, da solche Erneuerungen langfristig eingeplant würden. Aus einem ursprünglich kleinen Variantenstudium ist dennoch ein Projekt mit einem Gesamtvolumen von über 1,5 Millionen Franken geworden.

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