Von Zollikon raus nach Freiburg

Von Joachim Lienert ‒ 20. März 2026

Der Zolliker Maturand Laurent Casagrande wurde mit dem Maturapreis 2026 der Theologischen Fakultät der Universität Freiburg für die beste Maturitäts­arbeit zum Thema «Religionen in Geschichte und Gesellschaft» ausgezeichnet.

Von Zollikon raus in die Welt – und bis nach Freiburg: Laurent Casagrandes ausgezeichneter Maturitätsarbeit begegnete man monatelang in Zollikon. (Bild: Ortsmuseum)
Von Zollikon raus in die Welt – und bis nach Freiburg: Laurent Casagrandes ausgezeichneter Maturitätsarbeit begegnete man monatelang in Zollikon. (Bild: Ortsmuseum)

Vielen Einwohnerinnen und Einwohnern sind sie letztes Jahr aufgefallen, viele blieben stehen und lasen sie: Die Plakate «Von Zollikon raus in die Welt» erinnerten an historischen Schauplätzen an die Bedeutung des Dorfs für die Anfänge der sich weltweit ausbreitenden Täuferbewegung von 1525. Der Urheber der Plakate: der Zolliker Maturand Laurent ­Casagrande in Zusammenarbeit mit dem Ortsmuseum. Der 18-Jährige freut sich: «Es ist eine grosse Ehre, dass meine Arbeit so weite Kreise gezogen hat – von Zollikon, wo ich seit meiner Geburt lebe, bis nach Freiburg.» Die Geschichte der Täufer fasziniert ihn, zudem hatte er Freude daran, diese Geschichte der Zolliker Bevölkerung durch die Ausstellung im Ortsmuseum und einen Workshop mit Sechstklässlern des Schulhauses Oescher nahezubringen. «Normalerweise schreit man mit einer wissenschaftlichen Arbeit in ein Vakuum hinaus. Hier haben mich viele Leute auf meine Arbeit angesprochen, das ist mega­schön.»

Studium? Lieber Mathematik als Geschichte

Die Auszeichnung ist dotiert mit einem Geldbetrag von 500 Franken. Der Preis wird ihm im Rahmen der Maturfeier seiner Schule, des Freien Gymnasiums Zürich, am 26. Juni überreicht. Die Auszeichnung würdigt das Gesamtprojekt mit seinen Plakaten, dem Rundgang, der Führung für die Bevölkerung im Mai letzten Jahres (ZoZuBo 20/2025) und erwähntem Workshop. Der Geschichtslehrer und Betreuer seiner Maturitätsarbeit Giovanni Valle hatte ihn ermutigt, sich mit der Arbeit um einen Preis zu bewerben. «Ich googelte im Internet und entdeckte, dass der Preis der Theologischen Fakultät thematisch genau zu meinem Gebiet passte. So dachte ich, vielleicht lohnt es sich, meine Arbeit dort einzureichen.» Es hat sich gelohnt. Zurzeit steckt Laurent Casagrande mitten in den Maturitätsprüfungen. Ab Sommer möchte er dann die Rekrutenschule absolvieren und ein Zwischenjahr einlegen. Was er danach studieren will, weiss er noch nicht: Ingenieurwissenschaften, Mathematik, Physik – vermutlich ein MINT-Fach. Warum nicht Geschichte? Er schmunzelt. «Ich möchte nichts in diese Richtung studieren.» Die Themen interessieren ihn zwar sehr, aber er hat für seine Maturitätsarbeit bewusst ein Thema gewählt aus einem Bereich, der an zweiter Stelle seiner Interessen liegt. «An oberster Stelle stehen naturwissenschaftliche Fächer. Meine Maturitätsarbeit habe ich nicht auf diesem Gebiet gemacht, weil ich dort im Studium ja mehr als genug Arbeiten schreiben werde.»

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