Von Joachim Lienert ‒ 27. März 2026

Sie seien besorgte Bürgerinnen und Bürger von Zumikon, sagt Wilfried Schweizer. Er ist 64 Jahre alt – und wohnt seit genauso vielen Jahren im Dorf. «Ich will, dass man an der kommenden Gemeindeversammlung über die Initiative reden kann.» 69 Unterschriften hat er für sein Anliegen gesammelt, am Mittwoch letzter Woche hat er es der Gemeinde per Einschreiben zugestellt. Der Initiativtext im Wortlaut: «Der bestehende Wirtschafts-Betrieb auf dem Dorfplatz darf nicht abgebrochen werden, bevor ein geeigneter Nachfolgebetrieb am Dorfplatz eröffnet hat.»
Thomas Kauflin, Gemeindeschreiber von Zumikon, bestätigt den Erhalt der Initiative; die Gemeinde hat erst dann überhaupt von ihr erfahren. Wilfried Schweizer sagt zu den Hintergründen: «Die Aussicht ist zu, das Rössli ist zu, der Sonnenhof ist zu. Jetzt will die Gemeinde auch noch das Restaurant Da Remo schliessen, weil der Betrieb eines eigenen Restaurants mit etwas Aufwand verbunden ist.» Deshalb wolle man an der kommenden Gemeindeversammlung über das Thema reden. Doch das sei nicht möglich, so Thomas Kauflin: «Das ist zu kurzfristig. Wir müssen zuerst prüfen, ob die Initiative gültig ist.» Gemäss dem Gesetz über die politischen Rechte habe die Gemeinde dafür drei Monate Zeit. Die Gültigkeit der Initiative sei nicht eindeutig. «Wir klären das ab und schauen dann, ob wir sie für die Stimmberechtigten aufbereiten können und ob sie vor die Gemeindeversammlung oder vor die Urne gehören würde.» Manchmal werde die Gemeinde bei Initiativen im Vorfeld von den Initiantinnen und Initianten kontaktiert und über ihr Anliegen informiert, damit eine Initiative von Anfang an korrekt formuliert ist. «In diesem Fall wussten wir nichts davon. Wir beginnen jetzt auf Feld eins.» Die Traktandenliste für die Gemeindeversammlung vom 9. Juni habe die Gemeinde schon eine Woche zuvor verabschiedet, es sei gar nicht möglich, die Initiative mit so kurzer Vorlaufzeit zu behandeln, zudem müsse der Gemeinderat einen beleuchtenden Bericht fürs Stimmvolk verfassen. Der Gemeindeschreiber gibt zu bedenken: «Der Souverän hat an der Urne der Erneuerung des Dorfplatzes mit gut 80 Prozent und der Sanierung der Tiefgarage mit gut 90 Prozent Ja-Stimmen zugestimmt. Die Zumikerinnen und Zumiker warten darauf, dass endlich damit begonnen werden kann.» Eine Annahme dieser Initiative könne die Umsetzung um weitere Jahre verzögern.
Thomas Kauflin weist darauf hin, dass auf dem Privatareal der ehemaligen Metzgerei Schweizer am Dorfplatz 13 neu ein Restaurant betrieben werden soll. Wilfried Schweizer sagt dazu: «Das ist Privatareal, und solange man noch keine Baueingabe hat, ist ein Restaurant dort noch in weiter Ferne.» Thomas Kauflin sagt dazu: «Wir haben uns mit der Eigentümerin, der Firma Utorem, geeinigt und mit einem verwaltungsrechtlichen Vertrag auf Dauer verbindlich geregelt, dass dort ein Restaurant eröffnet wird. Das ist die maximale Verlässlichkeit, die wir erreichen können.» Natürlich gebe es bei Bauprojekten oft Verzögerungen, doch dürfte eine Baueingabe nicht mehr allzu lange auf sich warten. Auf der Projektwebsite steht, dass die Baueingabe für das erste Halbjahr 2026 vorgesehen und eine Fertigstellung bis 2029 avisiert ist. Aktuell findet man das ehemalige Ladengeschäft auf Homegate: Wer will, kann es befristet bis Ende Februar 2027 für monatlich 1000 Franken inklusive Nebenkosten mieten.
Die gemeindeeigenen Projekte wiederum, der Dorfplatz-Umbau und die Sanierung der Tiefgarage, dürften in den nächsten Monaten die Baubewilligung erhalten. Kommt es zu keinen weiteren Verzögerungen, könnte im Frühjahr 2027 mit dem Bau begonnen werden.
Thomas Kauflin hält fest, dass die Gemeinde mit den Pächtern der Pizzeria Italia 2000 Da Remo einen maximal flexiblen Vertrag abschliessen konnte. Das komme dem Bedürfnis nach einem Restaurant entgegen. «Wir können den Vertrag auf den Zeitpunkt der Baufreigabe hin sehr kurzfristig kündigen. So ist gewährleistet, dass das Restaurant möglichst lange weiterbetrieben werden kann.» Schliesslich müssen, wenn es losgeht, auch alle Planer, Architekten und ausführenden Firmen bereit sein. «Die warten nicht einfach auf uns.» Sobald die Gemeinde sehe, dass sie mit dem Bau beginnen könne, brauche sie ein halbes bis ein Dreivierteljahr bis zum Start. «Aus unserer Sicht bleibt das Restaurant bis es so weit ist sicher noch geöffnet.»
Wilfried Schweizer beharrt darauf: «Das Restaurant soll stehen bleiben, bis Ersatz da ist, zum Beispiel in einem Provisorium.» Rechts vom Eingang zum Gemeindehaus gebe es zum Beispiel ein leeres Verkaufslokal samt Untergeschoss und Ladenfläche. «Das wäre eine Möglichkeit, ein Provisorium während der Umbauzeit zu betreiben. Es gibt einen Haufen Baustellen am Dorfplatz, da braucht es auch Verpflegung für die Handwerker.» So wie es die Gemeinde zurzeit plane, würde dagegen jahrelang kein Restaurant zur Verfügung stehen. «Denn wie lange die Bauzeit von Dorfplatz, Gemeinschaftszentrum, Tiefgarage und der Überbauung Dorfplatz 13 dauern wird, weiss heute noch niemand.»
Thomas Kauflin jedenfalls hofft, dass es beim Dorfplatz und der Tiefgarage zu keinen weiteren Verzögerungen kommt; auch zahlreiche Zumikerinnen und Zumiker hätten genug von den Baustämmen in der Tiefgarage. Er betont, die Gemeinde sei seit einiger Zeit aktiv darum bemüht, Übergangslösungen für die Umbauzeit zu finden. Dazu gehöre auch ein gastronomisches Angebot während der Umbauzeit. Eine solche provisorische Lösung sei aber nicht gratis zu haben. Die Pizzeria zumindest wird mit dem Baustart schliessen müssen.
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