Von Claudia Eberle-Fröhlich ‒ 2. April 2026

Mit ihrem Vortrag «Abenteuer Tierfilm – Wilde Geschichten aus unserem Alltag» öffnen Martina Andrés und Manuel Spescha den Blick auf eine Welt, die den meisten verborgen bleibt. Wildnis ist für sie nicht Kulisse, sondern Lebensraum. Ob an den felsigen Küsten Shetlands, in Vulkanlandschaften von Réunion, eiskalten Fjorden Norwegens, an den Stränden der Seychellen, in den Gewässern der Malediven oder den schroffen Gipfeln der Alpen: Die beiden sind dort zu Hause, wo andere nur Ferien machen. Ihre Kameras sind ständige Begleiter. Sie sind aber auch Zeugen von Momenten, die weit über das Filmen hinausgehen. «Manchmal verbringen wir Wochen in einem Versteck, nur um eine einzige Szene einzufangen», erzählt Martina Andrés. «Die Natur ist unberechenbar. Das macht sie so spannend – und manchmal auch gefährlich und dennoch unbezahlbar.»
Ein Naturfilm entsteht nicht im Studio, sondern im ständigen Dialog mit der Umwelt. Stundenlanges Warten, auch acht Stunden im Wasser, extreme Wetterbedingungen und unerwartete Begegnungen mit Wildtieren gehören zum Alltag. «Wir haben gelernt, dass man der Natur nichts aufzwingen kann», sagt Manuel Spescha. «Man muss sich ihr anpassen, ihren Rhythmus verstehen.» Demut vor der Natur prägt sowohl ihre Filme als auch ihre Haltung. «Jeder Tag in der Wildnis lehrt uns etwas Neues über Tiere, über uns selbst und darüber, wie zerbrechlich unser Planet ist.» Ihre Filme sind eigentliche Liebeserklärungen an die Natur. Ob die schnusigen verspielten Kegelrobbenbabys der Ostsee oder die ein Meter fünfzig breiten Königskrabben in Norwegen: Die Biologin und der Biologe erzählen Geschichten, die unter die Haut gehen. «Unser Ziel ist es, Emotionen zu wecken», betont Martina Andrés. «Nur wer die Schönheit der Natur spürt, wird sie auch schützen wollen. Unsere Filme sollen inspirieren, aber auch zum Nachdenken anregen.»
Ihr Leben zwischen Kamera und Wildnis ist kein einfaches, aber ein erfülltes. «Manchmal fragen uns Leute, ob wir nicht Angst haben», sagt Manuel Spescha. «Natürlich gibt es Momente, in denen das Adrenalin fliesst. Beispielsweise bei den atemberaubenden Tauchgängen neben dem schlafenden Pottwal. Aber die Angst weicht schnell der Faszination.» Drei Filme, an denen das Duo mitgearbeitet hat, wurden bereits ausgezeichnet. Für Martina Andrés ist klar: «Wir machen das nicht für die Preise, sondern für die Tiere und Landschaften, die wir lieben. Und für die Menschen, die durch unsere Filme vielleicht ein bisschen mehr Verständnis für die Natur entwickeln.» Zurzeit arbeiten die beiden an einer zweiteiligen Serie über ihr Heimatland Schweiz. Voraussichtlich 2028 wird sie im Fernsehen ausgestrahlt. Bestimmt wird auch sie sich als Einladung entpuppen, die Welt mit offenen Augen zu sehen.


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