Von Joachim Lienert ‒ 2. April 2026

«Es ist sehr schön», sagen zwei Mädchen, die gerade vom Religionsunterricht die Treppe hinunterspringen und die Dekoration betrachten, die Brigitte Coebergh entlang der Treppe angebracht hat. Seit gut drei Jahren macht sie das. Angefangen hatte es, als die Sozialdiakonin Armanda Danioth von der reformierten Kirchgemeinde vor der Adventszeit eine weihnachtliche Deko anfragte. «Ich bin nicht Kindergärtnerin, ich bin nicht Handsgilehrerin, ich bin nicht Dekorateurin.» Mit der ihr eigenen Bescheidenheit sagt sie erst einmal, was sie nicht ist. Dann erst, was sie war: «Ich bin gelernte Kinderkrankenschwester und habe im Kinderspital gearbeitet.» Den Beruf gab sie während ihrer ersten Schwangerschaft auf. Sie war im Vorstand der damaligen Spitex Zumikon und organisierte später den Rotkreuzfahrdienst und den Mahlzeitendienst. Auch ist sie Mitglied im Samariterverein. «Dort habe ich lebenslänglich», lacht sie. Ehrenmitglied. Kein Wunder, schliesslich war sie 28 Jahre lang dessen Präsidentin.
Seit dem 1. April 1974 lebt sie in Zumikon. «Ich lege Wert auf den 1. April!» Ja, man könne schreiben: «Gestern vor 52 Jahren bin ich nach Zumikon gezogen.» Mit ihrem Mann, der in Zumikon etwa für seine Dorfchroniken bekannt ist, fand die gebürtige Luzernerin hier eine Wohnung. Die beiden Söhne wuchsen in Zumikon auf; einer wohnt mit seiner Familie noch immer im Dorf. Zurück zu Ostern: «Ja, ich habe alles selbst gehäkelt, die Bibeli, die Hühner, die Hasen. Es macht mir Freude und die anderen haben Freude.» Im Moment häkelt sie allerdings nichts Neues mehr, jetzt will sie erst den Umbau des Gemeinschaftszentrums abwarten. Nicht nur an Ostern und Weihnachten begleiten einen die Werke von Brigitte Coebergh: Etwa alle drei Monate wechselt sie die Sujets. «Als Nächstes kommen weisse Blüten, befestigt an feinen Ästchen.» Wie ist ihr Verhältnis zur Kirche? Sie lacht: «Ich bin vehement der Meinung: Das Hemd gehört in die Hose und die Kirche gehört ins Dorf.» Sprich, sie habe damals Nein gestimmt zum Zusammenschluss der reformierten Kirchgemeinden von Zumikon und Zollikon. «Aber wenn in Zumikon ein Gottesdienst stattfindet, gehe ich hin, dazu fühle ich mich verpflichtet.»
Ostern stehe für Frühling, für Neuanfang, für warme Tage – man schmunzelt beim gemeinsamen Kaffee, schliesslich schneit es draussen gerade. Auch fürs Dorftheater Zumikon, als es das noch gab, fertigte sie Dekorationen an. Anlässlich der letztjährigen Adventsfeier der Seniorinnen und Senioren fand jeder Gast an seinem Platz einen gehäkelten Engel als «Bhaltis». Und im Dorf, die Brunnenstöcke, die waren so kahl, als die Gemeinde aufhörte, diese im Winter zu schmücken; also verschönert sie sie jeweils zusammen mit Pia Rütschi mit Tannenzweigen und Zapfen. Was ist ihre Osterbotschaft? «Da bin ich die Falsche, da müssen Sie den Pfarrer fragen!» Dann sagt sie noch: «Wenn es etwas zu helfen gibt, dann helfe ich.» Brigitte Coebergh, sie lebt die Osterbotschaft einfach.

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