Eine Idee, die weiterrollt

Von Dominique Pierre Lüthi ‒ 10. April 2026

Am 18. April rollen in Zumikon wieder die Kugeln: Die Pétanque-Freunde laden zum Plauschturnier ein und bringen damit Menschen zusammen. Abseits des Turniers wird das Projekt jedoch von Hürden gebremst.

Schöne Aussichten für Spiel und Begegnung: Der Pétanque-Platz über Zumikon bringt Menschen zusammen. (Bild: zvg)
Schöne Aussichten für Spiel und Begegnung: Der Pétanque-Platz über Zumikon bringt Menschen zusammen. (Bild: zvg)

Das Smartphone vibriert. In der WhatsApp-Gruppe erscheint eine Nachricht: «Plauschturnier am 18. April». Was vor einem Jahr als einfache Idee begann, geht nun in die nächste Runde. Rund 50 Personen sind Teil der Gruppe, zwölf Mannschaften haben sich für das Turnier angemeldet. Gespielt wird – wenn das Wetter mitspielt – vom Morgen bis in den frühen Abend. «Wir hatten die Idee, zum Saisonstart 2026 ein kleines Plauschturnier zu organisieren», sagt Sandra Fuhrer, Gründerin der Pétanque-Freunde Zumikon. Ihr Ziel: Menschen zusammenbringen. «Diese Treffen ermöglichen Gespräche und schaffen interessante Begegnungen.» Das Spiel selbst ist einfach: Zwei Mannschaften versuchen, ihre Kugeln möglichst nahe an eine kleinere Zielkugel
zu werfen. Ursprünglich aus Frankreich stammend, hat Pétanque längst auch hier viele Anhänger gefunden.

Mit Grill und Toilette

Für das Plauschturnier ist vieles organisiert: Ein Grill steht bereit, ein mobiles WC ist vorhanden, und das Essen bringt jede und jeder selbst mit. Viel mehr braucht es nicht für einen gelungenen Tag. Abseits des Turniers zeigt sich jedoch, dass nicht alles so reibungslos läuft wie erhofft. Der Platz liegt zwar am idyllischen Panoramaweg, ist aber schwer zu erreichen. «Man kommt nur zu Fuss oder mit dem Fahrrad dorthin», erzählt Sandra Fuhrer. Anfangs sei das Interesse gross gewesen, doch mit der Zeit habe sich die Gruppe auf sechs bis sieben regelmässige Spielerinnen und Spieler verkleinert. Als Gründe nannten viele neben dem Weg zum Platz die fehlende Infrastruktur. Denn ausserhalb des Turniers fehlen vor Ort sowohl Toiletten als auch Sitzmöglichkeiten. Zudem würden fehlende Schattenplätze im Sommer viele davon abhalten, regelmässig zu spielen. Dabei zeigt sich immer wieder, wie viel Potenzial in der Idee steckt: Spaziergänger bleiben stehen, schauen zu und kommen ins Gespräch. Doch oft ziehen sie weiter, nicht zuletzt, weil Möglichkeiten fehlen, länger zu verweilen. Mit besseren Bedingungen könnten deutlich mehr Personen erreicht werden.

Wie in Frankreich oder Italien

Die Spielerinnen und Spieler wünschen sich deshalb einen zentraleren Ort: Einen Platz im Dorf, gut erreichbar und offen für alle. «In Frankreich oder Italien liegen ­solche Plätze mitten im Zentrum. So kommen die Menschen zusammen und geniessen die Zeit miteinander», so Sandra Fuhrer. Auch in Zürich gibt es Plätze, die frei zugänglich sind und teilweise sogar Kugeln bereitliegen. Auch in Zumikon könnte ein solcher Ort entstehen. Die Gruppe sieht eine Chance im Zusammenhang mit der geplanten Erneuerung des Dorfplatzes und hofft, ihre Idee der Gemeinde vorstellen zu können. Der Wunsch ist klar: Es soll etwas Gemeinsames sein. Keine fixen Daten, kein Zwang, sondern spontane Treffen. Für die Pétanque-Freunde ist das Projekt mehr als nur ein Spiel: Es sind die Gespräche und das ungezwungene Zusammensein, die es wertvoll machen. So bleiben vorerst das Turnier und die Hoffnung, dass sich in Zukunft ein Ort findet, der ihren Wünschen entspricht.

Wer mitspielen möchte, melde sich bei Sandra Fuhrer unter fuhrer.sa@bluewin.ch

Werbung

Neuste Artikel

Newsletter

Dieses Feld wird benötigt.

ANMELDEN

Herzlich willkommen! Melden Sie sich mit Ihrem Konto an.