Asylunterkunft: Wie geht es weiter?

Von Joachim Lienert ‒ 17. April 2026

Ein Teil der Zumiker Asyl­suchenden ist im Personalhaus des ehemaligen Pflegeheims am See in Küsnacht untergebracht. Im März nächsten Jahres läuft der Mietvertrag dafür aus. Die Gemeinde prüft nun neue Wege.

Im Personalhaus des ehemaligen Pflegeheims in Küsnacht sind Asylsuchende aus der Ukraine untergebracht, die Zumikon zugeteilt sind. (Bild: rde)
Im Personalhaus des ehemaligen Pflegeheims in Küsnacht sind Asylsuchende aus der Ukraine untergebracht, die Zumikon zugeteilt sind. (Bild: rde)

Für die Gemeinde war es ein Rückschlag: Ende November 2025 lehnte die Zumiker Stimmbevölkerung an der Urne eine Asylunterkunft auf dem Areal Farlifang ab. Jetzt sucht Zumikon nach neuen Lösungen. Gemeindeschreiber Thomas Kauflin sagt: «Nach der Urnenabstimmung konnten wir den ursprünglichen Mietvertrag mit der Gemeinde Küsnacht bis März 2027 verlängern. Ob das noch einmal möglich wäre, hängt aber von der Planung von Küsnacht ab. Das wird sich voraussichtlich gegen Herbst zeigen.» Man könne sich nicht auf die Unterkunft im Nachbardorf verlassen, denn Küsnacht plane wohl eine andere künftige Nutzung für das Grundstück. Kommt hinzu, dass das Personalhaus mit knapp 30 Personen aus der Ukraine praktisch voll belegt ist. «Mit der Gemeinde Küsnacht ist vereinbart, dass dort ausschliesslich Asylsuchende aus der Ukraine untergebracht werden. Alle, die dort wohnen, gehören zum Zumiker Kontingent. Die Kosten für die Unterbringung, Betreuung, gegebenenfalls die Schule der Kinder und die Verantwortung trägt also die Gemeinde Zumikon.» Aus all diesen Gründen, und weil die Unterbringung sehr kostspielig ist, sieht sich die Gemeinde veranlasst, so rasch wie möglich eine eigene Lösung zu finden.

Zweigleisige Strategie

«Zumikon will auf zwei Schienen fahren», erläutert der Gemeindeschreiber. An seiner Sitzung vom 30. März beschloss der Gemeinderat, eine «Arbeitsgruppe Unterbringung Asylsuchende» zu bilden. Deren Mitglieder: Gemeindepräsident Stefan Bührer, Vorsteher Liegenschaften Thomas Epprecht, Vorsteher Finanzen André Hartmann, Gemeindeschreiber Thomas Kauflin, Leiter Gesellschaft Christoph Rüegg sowie der stellvertretende Leiter Liegenschaften Michael Padrutt. Die Arbeitsgruppe werde so schnell wie möglich eine provisorische Lösung suchen – wobei «provisorisch» in diesem Falle bedeute: für die nächsten fünf bis zehn Jahre. Parallel dazu suche man nach einer dauerhaften Lösung. Die geopolitische Lage bleibt unberechenbar, und es ist kaum damit zu rechnen, dass die Zahl der Flüchtenden in den kommenden Jahren massiv abnimmt. Der Gemeindeschreiber hofft, dass die Arbeitsgruppe noch vor den Sommerferien zumindest für Schiene Nummer eins, die provisorische Lösung, erste Vorschläge unterbreiten kann. «Dafür braucht es dann wohl auch wieder Geld, das bewilligt werden muss.» Denn egal, welche Lösung man findet, eine Unterkunft für Asylsuchende steht nirgends einfach so zum Bezug bereit.

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