Wie Alice im Musik-Wunderland

Von Lea Moser ‒ 17. April 2026

Am Samstagvormittag öffnete die Musikschule Zollikon im Schulhaus Rüterwis im Zollikerberg ihre Türen. Kinder durften in Begleitung ihrer Eltern Musikinstrumente anfassen, ausprobieren und Fragen stellen.

Am Tag der offenen Tür der Musikschule Zollikon gab es viel zu entdecken: Hier ein Einblick in die Welt der Violine. (Bild: lmo)
Am Tag der offenen Tür der Musikschule Zollikon gab es viel zu entdecken: Hier ein Einblick in die Welt der Violine. (Bild: lmo)

«Carina, du hast schon alles ausprobiert – nur die Violine nicht», ist nebst bunt gemischten Tönen im Gang der Musikschule zu vernehmen. Aus jedem Zimmer erklingt ein anderes In­strument: Flöte, Violine, Cello und Bass hört man schon am Eingang.

Musikinstrumente erleben

Die Zimmer sind mit den Namen der Musikinstrumente beschriftet, in jedem wartet eine Lehrperson auf neugierige Kinder. Sie erklärt ihnen, wie man das Instrument richtig hält und einen Ton erzeugt. Der kleine Junge hinter dem grossen elektrischen Bass ist kaum zu sehen. Die Querflötenlehrerin spielt einem Mädchen das Lied von Pippi Langstrumpf vor. Es freut sich, als es die Melodie erkennt. Am Klavier sitzt ein Vater mit seinem Sohn – sie spielen gemeinsam «Alli mini Äntli». Auch die auf Hochglanz polierten Konzertflügel dürfen ausprobiert werden. Der achtjährige Tommaso hat zum ersten Mal ein Akkordeon auf seinem Schoss. Er hat bereits die Blockflöte, die E-Gitarre und das Keyboard getestet. Letzteres gefällt ihm am besten: «Man kann darauf alle Instrumente einstellen.» Liebe auf den ersten Ton war es bei Zachary. Er steht im Zimmer der Bläser und trägt, wie die Lehrpersonen, ein Namensschild. Da sein Lehrer noch an den Tag der offenen Tür einer anderen Musikschule musste, übernahm der Elfjährige kurzerhand die Vorstellung des Waldhorns. Er spielt es seit zweieinhalb Jahren, übt jeden Tag zehn Minuten und besucht wöchentlich den Musikunterricht für eine halbe Stunde. «Am Tag der offenen Tür der Musikschule vor drei Jahren hörte ich das Waldhorn schon von Weitem und war fasziniert vom Klang. Ich habe auch die Trompete ausprobiert, mich dann aber für das Waldhorn entschieden», erzählt Zachary. Vor allem bei den Bläsern könne man laut Musikschulleiterin Jovita Tuor noch Nachwuchs gebrauchen.

Kinderkonzerte

Der achtjährige Alex steht mit einem Saxofon in der Hand im Gang. Er spielt seit einem Jahr und hatte heute einen Auftritt. Einige Schülerinnen und Schüler der Musikschule trugen jeweils ein Lied auf ihrem Lieblingsinstrument vor. Nebst Klarinette, Saxofon, Akkordeon, Geige und Cello gab es auch eine Live-Kostprobe der Schülerband. Während des gut besuchten, zehnminütigen Konzerts sassen die Kinder aus dem Publikum brav am Boden vor der improvisierten Bühne im Treppenhaus. «Seit zehn Uhr kamen durchgehend Eltern mit ihren Kindern, um die angebotenen Instrumente auszuprobieren. Die Eltern bedanken sich und finden es eine gute Sache», freut sich Jovita Tuor. Sie habe das Gefühl, der Tag der offenen Tür werde sehr geschätzt.

Kuchenverkäufer

Ein Mädchen in weissem Kleid mit Haarschleife übt ihre ersten Töne auf der Klarinette. Ihre Erscheinung erinnert an Alice im Wunderland. Die Mutter erzählt, dass ihre Tochter im Anschluss an den Musikschulbesuch noch bei einer Kuchenverkaufsaktion der Pfadi mithelfe. Für diesen Zweck wollte sie sich schick machen und entschied sich deshalb gegen die Pfadi-Uniform. Mit Kuchen, Getränken und anderen Leckereien war auch die 6. Klasse von Thomas Streiff im Einsatz. Wie in den letzten Jahren bewirtschaften die Schülerinnen und Schüler den Kiosk und sorgen damit für das leibliche Wohl der Gäste. Das verdiente Geld ermöglichte letztes Jahr einen Besuch in einer Trampolinhalle. Die Instrumente verstummen langsam, die Räume und Gänge leeren sich. Die Oboe gibt ein letztes Lied zum Besten. Aus dem Harfenzimmer erklingt nochmals das beliebte Kinderlied mit den Entchen. Im Gang quengelt ein Kind, es wolle unbedingt noch das Schlagzeug ausprobieren. Die Mutter erklärt entschuldigend, dass ihr Sohn bereits Geige spiele und deshalb mit einem zweiten Instrument noch etwas warten müsse. Die Musikschule sei für ihre Kinder alles.

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