Von Björn Reinfried ‒ 24. April 2026
Unsere Welt und unsere Sprache sind voll von Symbolik und Allegorien, die nur dann verstanden werden, wenn sie in einen Kontext gesetzt werden und kulturelles Vorwissen vorhanden ist: Eine weisse Fahne über den roten Platz zu tragen, steht für Frieden, während dieselbe Flagge 750 Kilometer weiter südwestlich für Kapitulation stehen würde. Stünden die Fahnen am Buckingham Palace auf Halbmast, dann wäre der König gestorben, und ziehen US-Amerikaner die Konföderierten-Flagge über den Boden, steht das für Protest oder Respektlosigkeit. In der Schweiz haben wir weder einen König noch Südstaaten und glücklicherweise auch keinen Krieg; vielleicht ein Grund, dass wir weniger dramatisch mit Flaggen sind. Wir haben andere Codes: Ds Totemügerli, d’ W. Nuss vo Bümpliz oder die bezaubernde Gilberte de Courgenay. Und auch den fast vergessenen Mann mit weisser Fahne: Max Daetwyler, der Zumiker Friedensapostel.
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