Von Rafaela Devonas-Eberle ‒ 30. April 2026

Im Repair Café herrschte am letzten Samstag Betriebsamkeit. Die 17-jährige Sophie Dümmler ist gekommen, um ihren Mixer abzuholen. Beim letzten Mal konnte der Untersatz nicht fertig repariert werden; jetzt ist das Gerät wieder in Schuss. Es ist ein typisches Bild: Menschen bringen ihre defekten Schätze in der Hoffnung auf ein zweites Leben vorbei. Zu ihnen zählt Marga Candrian mit ihrer orientalischen Lampe, die nicht mehr brennt, oder Esther Meier, die ein musikalisches Tischkarussell zur Reparatur bringt, weil die Mechanik defekt ist. Die Reparaturen sind bis auf allfällige Materialien grundsätzlich kostenlos. Freiwillige Unkostenbeiträge aber sind immer herzlich willkommen – und werden von den Besucherinnen und Besuchern auch gerne gezahlt.
Nachdem das Konzept eine Zeit lang in der Schublade verschwunden war, erhielt das Projekt auch dank des Vereinskästchens im Zolliker Zumiker Boten vom April 2025 neuen Schwung. Im letzten September eröffnete das Repair Café zum ersten Mal seine Türen in den Räumen des Freizeitdienstes. Seither findet das Angebot der drei Ortsvereine Quartierverein Zollikerberg, Senioren für Senioren und Chramschopf in Kooperation mit der Stiftung für Konsumentenschutz meistens jeweils am 4. Samstag im Monat statt.

An den Arbeitsstationen wird geschraubt und getüftelt. Lars ist Sechstklässler aus Zollikon, zusammen mit seinem Vater Andreas Schmid widmet er sich gerade einem CD-Player. Sie haben den Antriebsriemen ausgebaut und erhitzt, um ihn wieder elastisch zu machen. Ob die Reparatur erfolgreich war, bleibt vorerst ein Geheimnis – die Kundin hat das Stromkabel vergessen. Vater und Sohn sind schon zum zweiten Mal als Helfer dabei; ein früherer Besuch hatte sie so überzeugt, dass sie nun selbst mitanpacken.
Während Gerhard Meier und Raffi Taparelli über ein kaputtes Bügeleisen diskutieren und Peter Ackermann einen Wasserkocher prüft, erweist sich ein Kindertelefon als reparaturresistent. Dieter Froehlich und weitere Helfer probieren im Laufe des Nachmittags per Versuch und Irrtum, dem Spielzeug Töne und Licht zu entlocken. Trotz intensivem Einsatz bleibt der Hörer stumm. Vielleicht klappt es an einem anderen Samstag. Dass es nicht immer kompliziert sein muss, zeigt der Fall einer älteren Dame: Ihre vermeintlich defekte Nähmaschine funktioniert einwandfrei, sobald der Stecker richtig eingesteckt ist.

Nicht nur Elektrogeräten widmet sich das Team des Repair Cafés. Die Freiwilligen reparieren alles Mögliche, auch Textilien, flicken zum Beispiel ein Loch in einem Hemd, oder leimen ein wackliges Stuhlbein an. Die meisten Leute aber kommen mit Haushaltsgeräten. Alles wird begutachtet, bei jedem Objekt wird geprüft, ob und wie es reparierbar ist. Eine Frau hatte schon vor dem Samstag angefragt, ob ein speziell kleiner Schraubenzieher vorhanden sei, etwas habe sich an ihrer verzierten Tasche gelöst. Mit dem zur Verfügung gestellten Schraubenzieher führt sie am Samstag die Reparatur gleich selbst durch.

Zwischen sechs und zehn freiwillige Helferinnen und Helfer pro Reparaturtag leben im Repair Café die Philosophie des Reparierens statt Wegwerfens. Renate Diener sagt: «Das ist hervorragend. Das Team an Reparateuren und weiteren Mithelfenden darf sich aber gern noch vergrössern, denn je mehr Leute beim Flicken und Reparieren mithelfen wollen, desto besser verteilen sich die einzelnen Einsätze.» Die Co-Präsidentin des Quartiervereins Zollikerberg koordiniert die Reparaturnachmittage, die Arbeit macht ihr Spass. «Es läuft super, und das Bedürfnis ist da. Die Leute haben Freude daran, einen Kaffee zu trinken, zu plaudern und zu sehen, wie ihre Lieblingsobjekte geflickt werden.»
Fragen und Infos: info@quartierverein-zollikerberg.ch
Nächstes Repair Café:
Samstag, 23. Mai, 14 bis 16 Uhr,
Quartiertreff, Räume des Freizeitdiensts
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