Lange Übergangslösung für die Schule Rüterwis

Von Dominique Pierre Lüthi ‒ 30. April 2026

Auf der Schulanlage Rüterwis entsteht seit Anfang März ein temporäres Betreuungshaus für 6,5 Millionen Franken. Parallel dazu laufen die Vorbereitungen für einen definitiven Neubau. Doch dieser braucht Zeit.

Auf dem Schulareal laufen die Bauarbeiten für das provisorische Betreuungshaus. (Bild: dpl)
Auf dem Schulareal laufen die Bauarbeiten für das provisorische Betreuungshaus. (Bild: dpl)

Es ist eng auf dem Areal der Schulanlage. Während die Zahl der zu betreuenden Kinder steigt, sind die bestehenden Lösungen längst ausgeschöpft. Stand 2024 betreute die Schule 274 Kinder vom Kindergarten bis zur Mittelstufe. Ein neues Betreuungshaus ist seit Jahren geplant. Doch zwei Projekte scheiterten 2018 und 2020 an der Gemeindeversammlung wegen der hohen Kosten. Nun reagiert die Gemeinde: Seit dem
2. März wird auf dem Schulareal ein provisorisches Betreuungshaus gebaut. Zu Beginn des Schuljahres 2026/2027 soll es bezugsbereit sein.

Teures Provisorium

Die Kosten für das Provisorium belaufen sich auf rund 6,5 Millionen Franken. Für eine Übergangs­lösung ist das viel Geld und wurde entsprechend kritisch beurteilt. Grund dafür seien die hohen ­Anforderungen. Auch temporäre Schulbauten müssen heutigen Vorschriften entsprechen, etwa in Bezug auf Brandschutz oder Barrierefreiheit. Gleichzeitig handelt es sich nicht um eine kurzfristige Lösung. Das Gebäude soll rund zehn Jahre genutzt werden, je nachdem, wann der Neubau realisiert wird. Was ­anschliessend mit den Modulen ­geschieht, ist noch offen. Eine Weiterverwendung an einem anderen Standort, ein Verkauf oder eine erneute Nutzung für andere Projekte sind gemäss der Gemeinde möglich. Denn der temporäre Bau besteht aus vorgefertigten Modulen, die vor Ort zu einem Gebäude zusammengesetzt werden. Solche Bauten ­lassen sich schnell erstellen und bieten dennoch eine vollwertige ­Infrastruktur. Somit ist es kein ­einfacher Containerbau, sondern ein Gebäude, das den heutigen Anforderungen entspricht.

Warum kein Neubau?

Ein definitiver Neubau dieser Grössenordnung benötigt Zeit. Bis dieser realisiert wird, vergehen noch ein paar Jahre. «Gemäss der internen Bedarfsplanung wird mit der Fertigstellung voraussichtlich Mitte 2032 gerechnet», sagen die Verantwortlichen der Liegenschaftenabteilung der Gemeinde Zollikon. Bevor ein Projektwett­bewerb gestartet werden kann, müssen die betrieblichen Grundlagen definiert werden. Daran arbeitet derzeit die Schule Zollikon. Die Ergebnisse werden vor­aussichtlich Mitte 2027 erwartet. «Anschliessend können das Wettbewerbsprogramm erarbeitet sowie der Wettbewerb ausgeschrieben und durchgeführt werden», so die Gemeinde. Wann über den Neubau abgestimmt wird, ist deshalb noch offen. Eine verlässliche Terminplanung sei derzeit nicht möglich. Der Bau verändert das Schulareal vorübergehend: Ein Teil des Platzes wird zur Baustelle, während der Schulbetrieb weiterläuft. Das ist für die Schule eine Herausforderung und zeigt, wie dringend zusätzlicher Raum benötigt wird.

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