S’Badi-Glöggli lüüted scho (morn)

Von Joachim Lienert ‒ 30. April 2026

Der 1. Mai ist morgen nicht nur Tag der Arbeit, sondern auch Tag der Badi. Viele warten schon ungeduldig darauf: Das Seebad öffnet seine Türen. Zum ersten Mal eingeläutet von einer 162-jährigen Glocke. Das ist bei Weitem nicht die einzige Neuerung.

Am 1. Mai wird die Badesaison eingeläutet. Teil des Badi-Teams sind auch drei Neue: Nico Hobi, Betriebsleiter Bade- und Sportanlagen, und die beiden Bademeister Karim Brun und Gian-Andrea Gadient (v. l.). (Bild: jli)
Am 1. Mai wird die Badesaison eingeläutet. Teil des Badi-Teams sind auch drei Neue: Nico Hobi, Betriebsleiter Bade- und Sportanlagen, und die beiden Bademeister Karim Brun und Gian-Andrea Gadient (v. l.). (Bild: jli)

«1864. Gegossen von Jakob Keller in Unterstrass» und «ZOLLIKON» steht auf der Glocke, die Mitarbeitende des Seebads an einem Holzpfeiler bei der Treppe zum See angebracht haben. Wo hing denn diese Glocke früher? «Komm», sagt Nico Hobi, der neue Betriebsleiter Bade- und Sportan­lagen, und schreitet die Treppe in der Seebadi hoch. In einem kleinen Büro im Obergeschoss zeigt er auf eine unscheinbare Stelle vor einem kleinen runden Fenster in Kopfhöhe. «Da war sie aufgehängt, kaum jemand hat sie gesehen oder beachtet.» Nico Hobi hat seine Stelle bei der Gemeinde im Januar angetreten. Als er die Glocke sah, wusste er: «Die muss man zeigen. Es ist doch schade, wenn die so versteckt ist.» Die Gemeinde vermutet, dass sie anno domini als Schiffsglocke verwendet wurde.

Mehr Saisongarderoben, mehr Sport und Erholung

Die Glocke wird nicht die einzige Neuerung der Saison sein. Viele Betonteile wurden repariert, alle Geländer sind frisch gestrichen und kommen jetzt in einheitlichem Blau daher, alle Aussenduschen samt Betontassen und das Kinderbecken wurden komplett erneuert. Zudem hat die Gemeinde einige Gruppengarderoben, die kaum genutzt ­wurden, in Saisongarderoben umgewandelt – neu stehen den Gästen deren 23 statt bisher 17 zur Verfügung. Wobei, Eingefleischte wissen: Der frühe Schwimmer fängt die ­Garderobe. Um sich eine solche ­exklusiv für die ganze Saison zu ergattern, muss man früh anstehen. Meist stehen die Leute schon Schlange, wenn die Badi zum ersten Mal öffnet, für Saisonabonnements – vor allem aber eben für eine solche saisonale Privatgarderobe. «Wir erweitern auch das Sport- und Erholungsangebot», erläutert Nico Hobi. So gibt es neu am Montag einen Pilates-Kurs, am Mittwoch steht Outdoor-Fitness auf dem Programm, am Freitag und Samstag TRX-Kurse. Alle Kurse finden morgens vor der Öffnung der Badi statt. Neu werden Massagen zudem teilweise auch am Wochenende angeboten.

Frische Gastronomie

Der Zolliker Zumiker Bote durfte bereits einen Blick auf die schön beschriftete neue Menütafel über der Theke werfen. Fotografiert werden durfte sie allerdings noch nicht. Denn noch sind nicht alle Details auf Schiefer gekreidet. Ein paar Highlights der neuen Betreiber um Tenzin Kyizom, die das «Himalaya Burger» in Zürich-West führen und für ihre «Züri Momos» bekannt sind, darf man erwähnen: Momo-Licious, Panang-Poulet, Samosa, aber auch Nuggets und Fischchnusperli für die Kleinen, stehen zum Beispiel auf der Karte.

Nico Hobi freut sich auf seine erste Saison als Betriebsleiter. Für seinen Job wird er pendeln – mal wird sein Arbeitsplatz in der Seebadi liegen, mal in der Gemeindeverwaltung – und in absehbarer Zeit auch im ­totalsanierten Schwimmbad Fohrbach. Mit Bädern kennt er sich aus, leitete der gebürtige Walenstadter doch zehn Jahre lang Fitnessparks der Migros-Genossenschaften. Vor seinem Eintritt in Zollikon tankte er auf einer 20-monatigen Reise auf, die ihn vor allem durch Europa führte. Man spürt die Motivation der Crew. Zum Foto mit zwei Bademeistern, die gerade anwesend sind, sagt er: «Wir sind alle drei Teil des neuen Seebadi-Teams und werden die alteingesessenen routinierten Mitarbeitenden ergänzen.» Zu diesen zählt etwa Jürgen Richter, der technische Betriebsleiter und ehemalige langjährige Betriebsleiter der Sportanlagen Zollikon. Bleibt noch eine Frage: Kann jeder Gast an der Glocke bimmeln? «Aktuell ja», sagt Nico Hobi. «Doch ein Schild ‹Bitte Glocke nicht berühren› steht schon zur Montage bereit.»

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