Von Joachim Lienert ‒ 30. April 2026

«Senioren gibt es immer. Deshalb ist unser Verein eine gute Sache», fasst Regula Fuchs, Co-Präsidentin des SfS Zollikon/Zollikerberg, pointiert zusammen. Vor Kurzem hat der Verein seinen Jahresbericht 2025 veröffentlicht. Und der führt einige bemerkenswerte Fakten auf. 9835 Arbeitsstunden haben die Mitglieder geleistet, 1120 Personen haben Veranstaltungen besucht, 826 Mitglieder zählt der Verein aktuell. Eine seiner Kernaufgaben ist die Vermittlungsarbeit, insbesondere für den Fahrdienst. Regula Fuchs erklärt: «Wir haben fünf Vermittlerinnen. Diese haben jeweils eine Woche lang Dienst und vermitteln Mitglieder für angefragte Aufträge.» Die diensthabende Vermittlerin ist von Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr telefonisch erreichbar. Wer eine Dienstleistung wünscht, ruft beim SfS an; über die interne Software werden die Aufträge vermittelt. Freiwillige erhalten automatisch eine Anfrage per Mail, ob sie den Auftrag übernehmen möchten. Nach dem Prinzip «First come, first served» wird der Zuschlag für den entsprechenden Fahrdienst bestätigt. Sobald dieser ausgeführt wurde, wird der oder die Freiwillige – wieder automatisch – dazu aufgefordert, die aufgewendete Zeit zu notieren. Man fährt zum Beispiel eine Seniorin zur Coiffeuse oder zur Ärztin, begleitet einen Senior beim Einkaufen oder leistet Botendienste.
Die Freiwilligen unterstützen ältere Menschen auch bei Computer- und Handyproblemen oder helfen im Garten mit. Darüber hinaus organisiert der SfS Anlässe wie einen monatlichen Mittagstisch, einen ebenfalls monatlichen Computeria-Stammtisch sowie Spiele-Treffs, offenes Singen und Pétanque-Spiele. Die Seniorinnen und Senioren sind modern unterwegs: Der Verein organisiert sich über das digitale Verwaltungs- und Mitgliedertool. Damit können Mitglieder angeschrieben, Veranstaltungen angekündigt und Einsätze der Freiwilligen erfasst werden. Regula Fuchs ist glücklich mit dem Tool: «Es ist ein multifunktionales Werkzeug, zugeschnitten auf unsere Bedürfnisse. Damit lassen sich alle unsere Aufgaben erfassen und koordinieren, zum Beispiel Agendaeinträge direkt mit der Website verknüpfen und vieles mehr.»
Jüngere mögen sich vielleicht fragen: «Was kümmert mich die Arbeit der Alten?» Das wäre zu kurz gedacht. Der SfS trägt nicht nur zum Zusammenhalt in der Gemeinde bei. Seine Arbeit leistet einen wertvollen Beitrag dazu, älteren Menschen zu ermöglichen, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Auch die Jungen profitieren, sogar die Kinder. «GiK» lautet das Stichwort – Generationen im Klassenzimmer.
Monika Spehr ist im SfS verantwortlich für GiK. Sie erklärt: «Wir unterstützen in den Zolliker Schulen Lehrpersonen und auch Kinder beim Unterricht.» Die Unterstützung erstreckt sich über alle Stufen vom Kindergarten bis zur Sekundarschule, samt Betreuungshaus. Zusammen mit der jeweiligen Lehrperson stimmen die Freiwilligen ab, wo Unterstützung notwendig ist. «GiK findet während der Schulzeit im Schulhaus statt. Freiwillige widmen sich zum Beispiel der Aufgabenhilfe und vertiefen sich mit Schülerinnen und Schülern, die einen Bedarf haben, während des Unterrichts in einem Nebenzimmer in die Aufgaben. Oder sie helfen fremdsprachigen Kindern beim Erlernen der Sprache.» Die Einsätze sind vielfältig, es werden fixe Zeiten mit der Lehrperson vereinbart, grundsätzlich immer an den gleichen Tagen und zur gleichen Zeit. «Einige unserer Freiwilligen besuchen zwei- oder dreimal pro Woche für eine Stunde eine Klasse, andere einen ganzen Tag in der Woche. Auch diese Arbeit ist freiwillig.» Zu den Finanzen sagt Regula Fuchs: «Wie andere Vereine werden wir von der Gemeinde jährlich unterstützt, und der Chramschopf übernimmt die Kosten für das offene Singen.» Ansonsten gilt: Die 10 000 Arbeitsstunden werden praktisch unentgeltlich geleistet. Und sind für viele unbezahlbar.
An Regula Fuchs’ Seite amtiert Heinz Brunner als Co-Präsident. Er schwärmt von den schönen Seiten im Vorstand: «Es ist ein Fest, es gibt keinerlei Rivalität, jeder hat sein Ressort, und wir haben ungefähr gleich viele Männer wie Frauen. Es läuft sehr gut. Besonders dankbar sind wir für die Vermittlerinnen, ohne sie ginge es nicht.» Noch jemanden, der grundsätzlich lieber im Hintergrund bleibt, erwähnt er: «Unser IT-Spezialist Pietro Bazzana ist spitze. Er ist sehr diskret, will nicht im Vorstand wirken, aber es ist enorm, was er fachlich einbringt und für unsere IT macht. Er ist Gold wert.» Und er schiebt sogleich nach: «Aber alle bei uns sind Gold wert.»
Bleibt nur ein Problem, das den Vorstand beschäftigt. Der SfS ist ein Verein, und wie manch anderer kämpft er mit Rekrutierungsproblemen. Wobei Regula Fuchs einschränkt: «Wir finden immer Leute, die aktiv mitwirken möchten und zum Beispiel Fahrdienste leisten. Doch das kann man natürlich nicht ewig bis ins hohe Alter tun.» Die Schwierigkeiten liegen weniger bei der Freiwilligenarbeit als bei der Mitarbeit im Vorstand. Heinz Brunner sagt: «Wir sind acht Leute im Vorstand, einige von uns werden nächstes Jahr achtzig. Wahrscheinlich gibt es 2029 einen grossen Wechsel. Wir denken jetzt schon die Übergabe an. Es gibt viel institutionelles Know-how, das wir weitergeben müssen.» Für Verstärkung im Vorstand wären alle dankbar: Hunderte Seniorinnen und Senioren – und die jungen Zollikerinnen und Zolliker ebenso. Am 6. Mai findet die Mitgliederversammlung des SfS statt. Vielleicht eine gute Gelegenheit, sich ein Bild davon zu machen, wie sich ein Engagement für den Verein anfühlen könnte.
Infos zum Verein Senioren für Senioren Zollikon/Zollikerberg:
www.sfs-zollikon.ch
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