Von Lea Moser ‒ 30. April 2026

Der Nachhaltigkeitsgedanke hat längst die Baubranche erreicht. Viele Firmen tüfteln an umweltfreundlicheren Baumaterialien, denn gerade die Zementproduktion verursacht enorme Mengen an CO2. Die Herstellung von Zement erfordert Temperaturen von rund 1450 °C und ist für sieben bis acht Prozent der weltweiten Emissionen verantwortlich. Im Vergleich dazu schlägt der Flugverkehr mit gut zwei Prozent zu Buche. Bei der Sanierung des Schwimmbads Fohrbach verwendete man eine zementfreie Betonrezeptur und konnte damit bis zu 60 Prozent an CO2-Emissionen einsparen, was rund 20 Tonnen entspricht. Eine genaue Zahl der CO2-Emissionen für die gesamte Sanierung kann laut Yoshi Nakahara, Bereichsleiter Bade- und Sportanlagen, Umwelt und Informatik der Gemeinde Zollikon, nicht pauschal genannt werden. Dazu wären komplexe Berechnungen nötig. Die umweltfreundliche Variante wurde durch das Bauprojektteam initiiert. Dies aufgrund der statischen Funktion im geplanten Einsatzbereich: Der zementfreie Beton wird als Füllbeton für die Ausgleichs- und Tragschicht unter dem Schwimmbecken verwendet.

Sowohl das zementfreie Bindemittel als auch der daraus hergestellte Beton werden in der Schweiz produziert. Das Dietiker ETH-Spin-off Oxara entwickelte und lieferte das Bindemittel; für die Betonproduktion arbeitet sie mit Industriepartnern zusammen. Der Beton wurde durch eine eigens für nachhaltige Baustoffe entwickelte Marke der Firma Kibag hergestellt. «Zementfreier Beton auf Basis der Oulesse-Technologie wird seit rund drei Jahren entwickelt und eingesetzt. Das Projekt Fohrbach war jedoch das erste, bei dem er gezielt in einer LVB-Anwendung (leicht verarbeitbarer Beton) eingesetzt wurde», so Leonie Isler, Marketingleiterin der Oxara AG. Leicht verarbeitbarer Beton zeichnet sich durch hohe Fliessfähigkeit aus, die einen Einbau ohne die sonst nötige maschinelle Verdichtung ermöglicht, da er sich selbstständig verteilt – ein Vorteil gerade bei grossen Betonmengen wie im Fohrbach mit 300 m³. Der Füllbeton wurde über eine Distanz von mehr als 100 Metern gepumpt, sodass keine weitere spezielle Infrastruktur auf der Baustelle notwendig war. «Wie oft gilt: Umweltfreundlichere Verfahren sind teurer als Standardlösungen. In unserem Fall war der Beton rund 60 Prozent teurer», so Yoshi Nakahara. Bei der kompletten Sanierung achte die Gemeinde Zollikon auf die Nachhaltigkeit und die Verwendung entsprechender Materialien.
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