Von Dörte Welti ‒ 15. Mai 2026

Noch nie in der Geschichte der Polizei Küsnacht gab es Einsatzhunde im Korps. «Schuld» ist die Wachtmeisterin Lynn Ehrensperger. Sie bewarb sich letztes Jahr in Küsnacht, aber da sie Polizistin und Diensthundeführerin ist, gab es sie nur mit Hund. Diensthunde sind nicht lebenslang im Einsatz. Idealerweise nimmt ein Hundeführer oder eine Hundeführerin deshalb bereits während der letzten Dienstjahre eines erfahrenen Hundes einen jungen Hund in Ausbildung dazu. Wobei Einsätze immer nur mit dem fertig ausgebildeten Hund erfolgen. Wachtmeisterin Ehrensperger hat ihren Dienst in Küsnacht mit dem neunjährigen Eli (sprich: Ilai) und dem noch nicht fertig ausgebildeten dreijährigen Wyatt angetreten. Und weil Polizeihunde nicht einfach so auf der Rückbank oder im Kofferraum eines Einsatzwagens mitfahren sollen, musste ein Diensthundefahrzeug her.
Im Januar dieses Jahres teilte der Gemeinderat in einem Bericht mit, dass er dem Kauf eines Diensthunde-Einsatzfahrzeuges zugestimmt und den dafür erforderlichen Kredit in Höhe von 78 334.85 Franken (inkl. Mehrwertsteuer) als neue, einmalige, nicht budgetierte Ausgabe bewilligt habe. Angeschafft wurde ein Mercedes-Benz V 230 Diesel, ein Occasionsfahrzeug für 38 000 Franken. Der Ausbau zum polizeitauglichen Einsatzfahrzeug für zwei Diensthunde schlug mit gut 40 000 Franken zu Buche. Die Hunde gehören zu Wachtmeisterin Ehrensperger, sie nimmt sie über Nacht auch mit nach Hause. Ist sie krank, sind auch die Hunde «krank», macht sie Ferien, gilt das auch für Eli und Wyatt. Weil sie die einzige Polizistin und Diensthundeführerin mit Diensthund im Bezirk Meilen ist, kann es schon mal vorkommen, dass das Gespann auch zu Einsätzen ausserhalb von Küsnacht gerufen wird. Für den Polizeiposten in Küsnacht, einen der ältesten auf kommunaler Ebene, sind die beiden Respekt einflössenden Schäferrüden und natürlich die neue Kollegin, Wachtmeisterin Lynn Ehrensperger, gleich ein dreifacher Gewinn.
Nachgefragt bei Peter Zimmermann, dem Polizeichef von Zollikon, wie es denn seine Behörde mit Hunden halte? «Wir hatten auch mal einen Diensthund. Und vor zwei Jahren bewarb sich ein Polizist bei uns, der einen mitnehmen wollte. Aber wir als Arbeitgeber zahlen alles: Futter, Arzt, Training … Kam hinzu, dass jeder Hund ein Spezialist ist, und hier handelte es sich um einen Bombenspürhund, was nicht unserem Bedürfnis entspricht. Deshalb wollten wir das nicht.» Geschult werden die Hunde wie ihre Halterinnen und Halter im Diensthundezentrum der Kantonspolizei Zürich in Dübendorf. Ob sie den Küsnachter Hund je für einen Einsatz benötigen? «Der Hund ist beim Kanton gemeldet. Wenn es in einem Ort einen Einsatz gibt, für den sich das entsprechende Tier anbietet, wird es über die kantonale Einsatzzentrale aufgeboten. Aber klar, wenn wir in Zollikon einen Einsatz haben, bei dem wir einen Zugriffshund benötigen, ist es gut möglich, dass wir wegen der Nähe und der guten Zusammenarbeit mit dem Polizeikorps von Küsnacht direkt dort kurz nachfragen, ob sie uns mit dem Hund und der Hundeführerin unterstützen können.» Möglich also, dass sich auch in Zollikon oder Zumikon zur Polizeisirene mal Hundegebell gesellt.
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