Eine SOLA ohne Sonne

Von Lea Moser ‒ 22. Mai 2026

Vergangenen Samstag fand die 51. SOLA-Stafette statt. Zwei der 14 Streckenabschnitte führten durch den Zollikerberg und Zumikon. Unter den 1103 Teams mit je 14 Läuferinnen und ­Läufern waren auch einige aus Zollikon und Zumikon am Start.

Das Publikum feuerte am Samstag trotz garstiger Temperaturen die 15 500 Läuferinnen und Läufer der SOLA-Stafette an. 
(Bild: ASVZ/Jan Sobotkiewicz)
Das Publikum feuerte am Samstag trotz garstiger Temperaturen die 15 500 Läuferinnen und Läufer der SOLA-Stafette an. (Bild: ASVZ/Jan Sobotkiewicz)

Der Laufklassiker erstreckt sich über 113 Kilometer in und um Zürich und bezwingt 2640 Höhenmeter. Jedes der 14 Teammitglieder läuft einen der 14 Streckenabschnitte und übergibt per Handschlag an die nächste Person seines Teams. Für den Grossteil der rund 15 500 Teilnehmenden stand dabei weniger die Bestzeit als vielmehr das gemeinsame Erlebnis im Zentrum. Ursprünglich aus dem Hochschulsport entstanden, nutzen heute viele Firmen den Event als Teamanlass.

Rennende Gynäkologen

So auch beim Team «Triemli Gynis», bestehend aus Ärztinnen und Ärzten der Frauenklinik des Stadt­spitals Triemli. Die Zollikerin ­Marnie Waldburger nahm bereits zum sechsten Mal teil und motivierte ihre Arbeitskolleginnen und -kollegen mitzumachen. Nicht alle Teilstrecken sind gleich anspruchsvoll: «Alle aus dem Team durften ihren Streckenabschnitt wählen. Ich habe dann noch etwas umverteilt, weil ich meine Mitarbeitenden gut kenne und weiss, wer am fittesten ist und regelmässig joggt.» Ihr Mann springt jeweils als Joker ein, wenn jemand kurzfristig ausfällt. Normalerweise übernimmt sie einen der strengsten Abschnitte. Aufgrund ­ihrer Schwangerschaft überliess sie diesen jedoch ihrem Mann. «Es ist wichtig, dass man auf seinen Körper hört und dann gelegentlich etwas herunterfährt.» Für die 33-jährige Langstreckenathletin, die Marathon und Iron Man erprobt ist, war die SOLA mehr ein Plausch-Lauf.

Teamleistung

Dank der unterschiedlich anspruchsvollen Streckenabschnitte können auch ungeübtere Hobbysportlerinnen und Hobbysportler ihre Kondition unter Beweis stellen. Der Altersdurchschnitt sei eher jung und liege bei ungefähr 25 bis 40 Jahren. Man kann sich als schnelles oder langsames Team anmelden. Letzteres startet bereits um 7.30 Uhr beim Bucheggplatz. «Ich habe einen Zeitplan erstellt. Alle Teammitglieder mussten abschätzen, wie lange sie für ihre Strecke brauchen werden. So konnten wir planen, wer um welche Zeit am jeweiligen Übergabeort starten wird.» Vor und nach jeder Übergabezone sind am Boden Zeitmesser angebracht.

Was bedeutet SOLA?

Der Name geht auf die schwedische Kellnerin Eva Lisa Holtz zurück. Sie lebte im 18. Jahrhundert und war so ausgesprochen schön, dass ihr Spitzname «Sola i Karlstad», schwedisch für «Sonne von Karlstad», bis heute bekannt ist und eine Statue an sie erinnert. Wegen ihrer zahlreichen Verehrer musste sie ständig den Gasthof wechseln. Später kaufte sie selbst einen Gasthof in Karlstad und verlieh dem akademischen Laufanlass von Göteborg nach Karlstad so seinen Namen. Ein Schweizer Team von Hochschulsportlehrern nahm 1972 an der fünften schwedischen SOLA teil und brachte den Staffellauf anschliessend in die Schweiz. Organisiert wird der Grossanlass vom Akademischen Sportverband Zürich.

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