Von Björn Reinfried ‒ 5. Juni 2026

An verschiedenen Posten zeigten die Journalistinnen, Journalisten, Layouterinnen, Layouter, IT-Fachleute und Medienberaterinnen, wie unsere Wochenzeitung entsteht. Analog zum Redaktionsalltag war der Zeitplan auch für die Besucher eng getaktet. Mit einem «Herzlich willkommen in der Redaktion, bitte stellen Sie sich für das Titelbild auf», wurden die Gäste empfangen und in Gruppen aufgeteilt.
Im Schnelldurchlauf erläuterten die Redaktorinnen und Redaktoren, wie eine Woche organisiert ist, wie aus einer Pressemitteilung oder einem Telefongespräch mit Hinweisgebern ein Artikel entsteht und nach welchen Kriterien Titel gesetzt werden. «Wegen diesem hier gab es einige hässige Anrufe», erklärt ein Redaktor und hält die Schlagzeile hoch: «Auf diesen Strassen wird am meisten gerast». Umgehend erlebt die Runde die unterschiedliche Beurteilung von persönlichem Geschmack live, denn ein Gast entgegnet: «Den Titel finde ich gut.»
Im Anschluss an den gehaltvollen Pflichtteil eröffneten Verlagsinhaberin und -inhaber Rafaela und Flurin Devonas-Eberle den mindestens so gehaltvollen Apéro. Die Schweizermeisterin im Poetry Slam Annika Biedermann – «Ich bin nur Schweizermeisterin 2025» – betrat die Bühne und brachte die Gäste zum Schmunzeln, Nachdenken und Lachen mit drei hervorragenden Poetry Slams über das Ertragen von Gefühlen, Migräne und falsche Worte mächtiger Männer.
Weil eine Qualitätszeitung sich in jeder Situation neutral verhalten sollte, soll der Anlass nicht über den Klee gelobt, sondern das Wort kurz einigen Gästen zur Beurteilung übergeben werden.
Melanie Marday, Leiterin Kommunikation der Gemeinde Zollikon: «Ich fand es sehr interessant. Es war ein guter Einblick hinter die Schlagzeilen. Die kurzweiligen Stationen gefielen mir und zeigten den täglichen Druck einer Redaktion gut.»
Markus Ernst, Gemeindepräsident von Küsnacht: «Es war super organisiert, sehr spannend und wurde mit viel Liebe zum Detail gestaltet. KMU in der Gegend verdienen die Unterstützung des Gewerbes und der öffentlichen Hand.»
Stefan Bührer, Gemeindepräsident von Zumikon: «Es war spannend, hinter die Kulissen zu sehen. Ich kannte einige Abläufe bereits, fand aber den Input mit der Titel-Setzung interessant. Ich bin auch gespannt, wie KI die Branche verändert wird.»
Elisabeth Abgottspon, Kuratorin des Ortsmuseums Küsnacht: «Einmal den ganzen Ablauf und die Details einer Zeitungsentwicklung zu sehen, fand ich sehr interessant – aber vor allem auch die vielen Menschen kennen zu lernen, die dahinterstecken.»
Annika Biedermann brachte es slampoetisch auf den Punkt: «Lokale Künstlerinnen werden unterstützt … und es gibt Holunderwasser.» Prost! Am Morgen danach kam kurz vor Drucklegung des Küsnachter Boten das kaum verifizierbare Gerücht auf, die letzten Gäste hätten das Haus nach 24 Uhr verlassen und es sei nicht nur Holunderwasser getrunken worden.
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