Von Lea Moser ‒ 5. Juni 2026

Es war gefühlte 40 Grad am vergangenen Sonntagnachmittag auf dem Sportplatz Riet. Der Kunstrasen wurde zur Bodenheizung und wärmte zusätzlich auch von unten. Die rund 50 Eltern und Angehörigen der Fussballclubs aus Zollikon, Witikon, Höngg, Buchs-Dällikon und Effretikon waren sicherlich froh, dass sie selbst nicht mitspielen mussten. Die flinken jungen Mädchen liessen sich die Hitze jedoch nicht anmerken. Die grösste Herausforderung für sie war es, am Spielfeldrand auf ihre Einwechslung zu warten.

«Dank dem neuen Wettspielformat auf Klein- und Grossfeldern erhalten alle Kinder mehr Einsatzzeit bei Turnieren – unabhängig von ihrer Spielstärke. Denn im Kinderfussball soll nicht nur das Siegen im Vordergrund stehen, sondern auch die Entwicklung aller Kinder und die Freude am Sport», so Raphael Kern, Ressortleiter des Breitenfussballs. Vier Felder wurden gleichzeitig bespielt: zwei Plätze mit je vier kleinen Goals und zwei mit je zwei grossen. Im Team der F-Juniorinnen favorisieren vier Mädchen den Posten des Goalies. Das ist wohl auch einer der Gründe, weshalb das grössere Spielfeld beliebter war. Denn bei den kleinen Toren braucht es keinen Goalie.
Es war ein lautes Durcheinander von motivierenden Zurufen und Spielanweisungen wie «Go, Céleste!» oder «Chum, de häsch, Sarah!» von Trainern und Eltern. «Es ist erstaunlich, wie viel die Mädchen in diesem Jahr gelernt haben. Sie haben enorme Fortschritte gemacht», sagt eine stolze Mutter über das Zolliker F-Juniorinnen-Team. Ihre Tochter sei FCZ-Fan, freue sich bereits auf die WM und sammle fleissig Panini-Bildchen.

Seit letztem Sommer gibt es beim SC Zollikon wieder ein reines Mädchenfussballteam (ZoZuBo 36/2025). Die F-Juniorinnen trainieren jeweils mittwochs und freitags. In dieser Alterskategorie gibt es noch keinen Meisterschaftsmodus. Man übt den «Ernstfall» an Turnieren wie diesem. Inklusive des Abklatschens mit dem gegnerischen Team am Ende des Spiels.
Pheline hatte letztes Jahr am Schülerturnier mitgemacht, und es hat ihr so gefallen, dass sie nun als Stürmerin beim SC Zollikon spielt. Kajsa hat schon von klein auf immer mit ihrem Vater Fussball gespielt. Auch wenn die Mädchen im Spielmodus drei gegen drei und vier gegen vier noch keine festen Positionen besetzen, sehen sie sich durchaus bereits in bestimmten Rollen. «Ich spiele am liebsten in der Verteidigung, würde aber auch gerne mal ins Goal», sagt Anna. Sophie hingegen ist leidenschaftliche Stürmerin. Auch Milou spielt gerne im Sturm und verrät: «Wir wohnen neben dem Fussballplatz und schauen die Spiele am Wochenende vom Balkon aus.» Clara gefällt es im Mittelfeld am besten, da macht es ihr am meisten Spass. Interviews geben sie schon wie die Grossen. Just nach dem obligaten Teamfoto fing es an zu regnen und später zu hageln. Alle räumten fluchtartig das Feld. Wer es nicht rechtzeitig zum Auto schaffte, fand im Clubhaus Unterschlupf. Das Wetter-Timing hätte für das Turnier nicht besser sein können, und eine Abkühlung war mehr als willkommen.
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