Kaum zu haltende Jäger und Sammler

Von Zolliker Zumiker Bote ‒ 5. Juni 2026

Nach vielen Jahren Pause fand letzten Samstag wieder ein Bring- und Holtag auf dem Zumiker Dorfplatz statt. Er entpuppte sich als ungeahnter Erfolg.

Wenige Sekunden vor dem Sturm: Noch schaffte es der Gemeindeschreiber mit der reinen gelben Weste, die Menge zurückzuhalten. (Bild: zvg)
Wenige Sekunden vor dem Sturm: Noch schaffte es der Gemeindeschreiber mit der reinen gelben Weste, die Menge zurückzuhalten. (Bild: zvg)

Von 9 bis 11 Uhr konnten Spendierfreudige ihre intakten und gebrauchsfähigen Waren anliefern. Eine reiche Fülle kam zusammen: Haushaltwaren, Kleinmöbel, Bücher, Elektronikwaren, Werkzeuge und vieles mehr. Während die Tische mit Spielen, Puzzles und Kindersachen überquollen, blieb derjenige mit Film- und Tonträgern fast leer. Ein Zeichen dafür, dass DVD- und Plattenspieler einer aussterbenden Rasse angehören. Die Helfer der GLP Zumikon, die den Anlass zusammen mit der Gemeinde organisierte, mussten nur wenige Sachen zurückweisen, zum Beispiel halbvolle Sprühdosen, die eher in den Sondermüll gehören. Die Feuerwehr Zumikon-Küsnachterberg war für die Vereinsbeiz verantwortlich. Über hundert Holende, Bringende und Beizenbesuchende nahmen an der Veranstaltung teil.

Nach 15 Minuten fast alles weg

Mit dem Kirchenläuten um 11 Uhr zählte Gemeindeschreiber Thomas Kauflin den Countdown vor der ­Absperrung. «Kinder kriegen fünf Sekunden Vorsprung», rief er deutlich und eindeutig – doch die Erwachsenen waren kaum zu halten. Man stürzte sich auf die zuvor inspizierten und insgeheim ausgewählten Dinge.

Die Kinder rannten zu den Spielzeugautos und kleinen Zwei- und Dreirädern. Bei den Erwachsenen standen eher Haushalts- und Elektrowaren auf der kostenfreien Poschti-Liste. Nach einer knappen Viertelstunde war schon fast alles weg. Nicht wie vorgesehen nach zwei Stunden, sondern schon nach einer Stunde konnte mit dem ­Abräumen begonnen werden. Die bereitgestellte Mulde war viel zu gross – geschätzt nicht einmal fünf Prozent der angelieferten Waren mussten entsorgt werden.

Thomas Kauflin sagt: «Wegen der durchwegs positiven Resonanz ist vorgesehen, den Bring- und Holtag in einem Jahr wieder durchzuführen.» Da stellt sich einzig die Frage, ob dieser Tag zu einer Art Abschiedsveranstaltung auf dem jetzigen Dorfplatz würde, oder ob er an einem alternativen Ort durchgeführt werden muss, weil der Dorfplatz dann – «hoffentlich, endlich», sagt Thomas Kauflin – eine Baustelle sein wird? (zzb)

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