Triathletinnen mit sechs Jahren

Von Joachim Lienert ‒ 5. Juni 2026

Am letzten Samstag fand in Bülach der «Pho3nix Kids Triathlon by Nicola Spirig» statt. Rund 300 Kinder nutzten die Gelegenheit, spielerisch Erfahrungen in den Disziplinen Schwimmen, Radfahren und Laufen zu sammeln. Auch zwei Zolliker Kindergärtnerinnen reüssierten.

Stolze Siegerin in der Kategorie «Wiesel»: Lia Allegra Scotti posiert mit dem grossen Vorbild Nicola Spirig. (Bild: zvg)
Stolze Siegerin in der Kategorie «Wiesel»: Lia Allegra Scotti posiert mit dem grossen Vorbild Nicola Spirig. (Bild: zvg)

Spass und Erlebnis stehen im Vordergrund beim «Pho3nix Kids Triathlon by Nicola Spirig». Dessen Vorläufer, der Kids Cup, wurde von der Triathletin ­zusammen mit ihrem Mann Reto Hug nach ihrem Olympiasieg 2012 gegründet. Damals beschloss sie, ihre Goldmedaille zu nutzen, um Kinder für Sport zu begeistern. Mittlerweile zählt die Serie dreizehn Veranstaltungen in der Schweiz, die Fünf- bis Dreizehnjährige zu einem aktiven Lebensstil motivieren möchten. In Bülach nahmen auch zwei Zollikerinnen mit Jahrgang 2020 teil: Lia Allegra Scotti und Madlaina Sprenger. Mauro Scotti, der Vater von Lia, sagt: «Ich hatte selbst als Jugendlicher dreimal am ‹Schnällschte Zürihegel› teilgenommen und 1989 sogar gewonnen. Der damalige Zolliker Bote berichtete darüber. Jetzt wollte ich Lia zu einer Teilnahme am Zürihegel motivieren. Doch sie sagte: ‹Nein, das interessiert mich nicht›.»

Triathlon ja, Zürihegel nein

Als dann aber ihre Freundin ­Madlaina zum Spielen kam – einen Tag vor dem Triathlon – und ihr ­erzählte, dass sie am Triathlon ­teilnehme, war sie sofort Feuer und Flamme. Mauro Scotti sagt: «Ich schaute nach und sah, dass man sich noch immer anmelden konnte, also haben wir das getan, Hals über Kopf am Freitagabend das Velo ausgegraben und Turnschuhe gesucht. Startnummer 290 gab es für Lia.» Nicht unwesentlicher Punkt: Der Vater musste seiner Tochter erklären, was ein Triathlon überhaupt ist. Und so kam Lia, sah, schwamm, radelte, rannte – und siegte. Im Ziel sagte sie zum Vater: «Ich glaube, ich bin Dritte geworden.» Schliesslich hatte sie zwei Buben vor sich ins Ziel laufen sehen. Aber eben: Buben. In ihrer Kategorie «Wiesel» war die Sechsjährige das beste Mädchen. «Es war megacool. Ich würde das gerne ­jeden Tag machen», schwärmt sie. Am liebsten schwimme sie im Pool. «Nicht so ein Babypool, ein richtiger Pool.» Der Triathlon für Kinder des Jahrgangs 2020 beinhaltet 25 Meter Schwimmen, 400 Meter Velofahren und 200 Meter laufen.

Auch ihre Freundin Madlaina war zufrieden; sie wurde grossartige Neunte von 19 Teilnehmerinnen. Lia musste sie trotzdem ein wenig trösten, «weil sie keine Unterschrift von Nicola Spirig kriegte; die musste gerade zur Siegerehrung gehen.» Wenn immer möglich, ist die Gründerin nämlich selbst an den Veranstaltungen anwesend. Notabene werden an diesen keine Zeiten gemessen, es geht um die Freude an der Bewegung. Mauro Scotti ist voller Lob für den Event: «Er ist extrem gut organisiert, Nicola Spirig macht das so gut, die Kinder werden professionell betreut, es gibt eine Wechselzone, zu der die Eltern keinen Zutritt haben. So macht Sport wirklich Freude.» Die Freude am Sport, die hat die junge Zollikerin offensichtlich gewonnen.

Sie bleibt bei ihrem Urteil über den Zürihegel: «Das würde mir keinen Spass machen, das ist nur Rennen.» Der Triathlon dagegen hat es ihr angetan. «Ich kann auch im August in St. Moritz starten, mein Papa hat mich schon angemeldet.»

Blick zurück: Vater Mauro Scotti (2. v. l.), wie er 1991 im Zolliker Bote als einer der schnellsten Zürihegel posierte. (Bild: zzb)
Blick zurück: Vater Mauro Scotti (2. v. l.), wie er 1991 im Zolliker Bote als einer der schnellsten Zürihegel posierte. (Bild: zzb)
Werbung

Neuste Artikel

Newsletter

Dieses Feld wird benötigt.

ANMELDEN

Herzlich willkommen! Melden Sie sich mit Ihrem Konto an.