Von Lea Moser ‒ 12. Juni 2026

Gemeindepräsident Stefan Bührer sagte in seiner Begrüssungsansprache: «Es sind mehr Leute anwesend als bei einer durchschnittlichen Gemeindeversammlung. Das macht mich schon etwas neidisch.» Der Abend ging humorvoll weiter: Dr. med. Felix Rapp, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, erklärte mit Hilfe einer Präsentation die Evolution des menschlichen Körpers. «50 Millionen Jahre lang wurde dieser auf das Jagen und Sammeln konditioniert. Der Fortschritt erlaubt es uns, gemütlich zu sitzen. Anstatt zu jagen, müssen wir nur noch ins Regal greifen. Mit Beginn der Schulzeit müssen wir stillsitzen, während der Ausbildung auch, und wenn wir einen Bürojob wählen, wie 60 Prozent der Bevölkerung, sitzen wir schnell einmal 20 Jahre.» Da müsse man sich nicht wundern, wenn mit der Zeit gesundheitliche Probleme wie Rückenschmerzen oder Muskelschwund auftreten.
Die Ausrede, man sei alt und deshalb gehe nichts mehr, gelte nicht. Vielmehr habe man oft 40 Jahre lang sportlich nichts Sinnvolles gemacht, und deshalb gehe nichts mehr. Die gute Nachricht: Wir haben einen biologisch lebendigen Organismus, der sich immer den Umständen anpasst. Er kann sich auch im Alter noch an gesunde Bewegung gewöhnen. Besser täglich fünf Minuten in die eigene Fitness investieren, als gar nichts zu machen. In seinen 20 Jahren als Facharzt für Orthopädie hat Felix Rapp viele Übungen für den Bewegungsapparat entwickelt. Auf Anregung seiner Patienten macht der Zumiker diese nun der breiten Bevölkerung mit einer App zugänglich. «Die ersten zwei bis drei Wochen sind entscheidend, dann merkt man, dass es einem guttut. Es ist wichtig, dranzubleiben und die Übungen jeden Tag zu machen – in seinem eigenen Tempo», sagt Felix Rapp. Die Leute kämen erst zu ihm, wenn der Zug schon abgefahren sei und sie Schmerzen hätten. Dabei wäre es so wichtig, frühzeitig in die eigene Gesundheit zu investieren und vorzubeugen: spätestens mit 30, wenn man bereits seit zehn Jahren im Bürojob ist. «Tägliches Zähneputzen ist für uns selbstverständlich. Da putzt man auch nicht zwei Monate lang nicht und dann dafür einmal 30 Minuten.»
Für effektives Training brauche es keine Geräte. Der Facharzt empfiehlt natürliche Bewegungen wie Gartenarbeit an der frischen Luft. Sein Flix-Fit-Konzept schliesst alle Gelenke des Körpers mit ein. «Alle Muskelgruppen werden angesprochen – balancierend, stabilisierend und koordinativ. Die Übungen sind physiologisch möglichst nahe an der natürlichen Bewegung.» Die grösste Ausrede sei jeweils die fehlende Zeit. Deshalb habe er effiziente Übungen in einer sinnvollen Reihenfolge zu einer kompakten fünfminütigen Trainingseinheit zusammengestellt. Die Übung, die er in jeder Sprechstunde jedem Patienten empfiehlt, heisst «Flamingo»: «Man versucht, wie ein Flamingo auf einem Bein zu stehen und ruhig auszubalancieren, ohne zu wackeln. Ohne sich abzustützen oder festzuhalten. Wenn es nach nichts aussieht, passiert innerlich am meisten, dann hat man das Ziel erreicht.» Dies lässt sich wunderbar mit dem Zähneputzen kombinieren, wie eine Frau aus dem Publikum erzählt. Eine 79-jährige Zumikerin sagt: «Ich achte darauf, dass ich täglich meine 8000 bis 10 000 Schritte mache. Bewegung ist die beste Medizin.» Auch ihre Bekannte ist fit unterwegs: Sie ist 73, wohnt in der Alterssiedlung in Zumikon und geht die drei Kilometer zum Einkaufen zu Fuss. Mittwochs steht Gruppenturnen auf dem Programm und freitags Walking. Da können sich wohl viele eine Scheibe abschneiden.
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