Von Björn Reinfried ‒ 12. Juni 2026

Wer den Stimmzettel ausgepackt hat, wird bemerkt haben, dass statt vieler Papiere und der klassischen Felder für «Ja» und «Nein» neu nur noch Felder für Kreuze vorhanden sind. Der Grund dafür ist, dass die Stimmzettel in Zollikon künftig nicht mehr von Hand, sondern maschinell ausgezählt werden. Damit sollen sowohl der personelle Aufwand als auch Fehler reduziert werden. Schweizweit verwenden gemäss Angaben des Kantons bereits über hundert Gemeinden und Städte das sogenannte «E-Counting». Im Kanton Zürich setzen erstmals neun Gemeinden auf dieses System – Zollikon, Seuzach, Hittnau, Egg, Küsnacht, Rafz, Meilen, Regensdorf und Obfelden. Damit werden die Stimmen von rund 60 000 Schweizer Stimmberechtigten ab Juni digital ausgezählt.
Die Stimmzettel werden beim Scannen nummeriert und anschliessend mit Hilfe von Software ausgewertet. Dabei werden die Stimmabgaben den Kategorien Ja, Nein oder Leer zugeordnet. Bei unklaren Stimmabgaben stoppt die Auswertung und der betreffende Stimmzettel wird dem Wahlbüro am Bildschirm zur Beurteilung vorgelegt. «Das Wahlbüro nimmt die abschliessende Beurteilung des Votums vor – ähnlich wie bei einer manuellen Auszählung. Die Verantwortung für die Beurteilung der Stimmzettel und für die korrekte Auszählung bleibt damit weiterhin beim zuständigen Wahlbüro», schreibt Melanie Marday, die Leiterin Kommunikation der Gemeinde.
Zur Qualitätssicherung sind zwei zentrale Kontrollen vorgesehen: einerseits Funktionskontrollen, in deren Rahmen überprüft wird, ob die Auswertungssoftware die Stimmzettel korrekt erkennt und zählt, andererseits Stichproben. Diese werden anhand physischer Stimmzettel durchgeführt und dienen dazu, die maschinelle Auswertung mit der tatsächlichen Stimmabgabe auf dem Papier zu vergleichen.
Eine parallele manuelle Auszählung ist nicht vorgesehen. Die physischen Stimmzettel bleiben jedoch vorhanden, sodass die Auszählung weiterhin nachvollziehbar und überprüfbar ist. Der Einsatz von «E-Counting» ist an kantonale und eidgenössische Vorgaben geknüpft und wird beim Ersteinsatz von der Organisation «egovpartner» koordiniert und begleitet. Das Netzwerk «egovpartner» ist eine Kooperation von Gemeinden, Städten und Verwaltung, das die Digitalisierung im Kanton Zürich vorantreibt. Zu den bereits umgesetzten Projekten zählen eUmzug, ePublikation und eBaugesucheZH. In Zollikon unterstützte die Organisation die Gemeinde bei der Koordination und Produktion der maschinenlesbaren Stimmzettel und der Umsetzung der kantonalen und nationalen Vorgaben. Dazu gehören die Konkretisierung des Betriebskonzepts, die Sicherstellung der Funktionskontrolle sowie die Durchführung repräsentativer Stichproben. Abstimmung und Auszählung an sich bleiben hingegen Aufgabe der Gemeinde und des zuständigen Wahlbüros.
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