Gute oder böse Pflanze?

Von Lea Moser ‒ 12. Juni 2026

«Gegen invasive Neophyten für mehr Biodiversität!» ist auf den mobilen Infotafeln vor der Bibliothek Zollikerberg zu lesen. Das Naturnetz Pfannenstil veranstaltet bereits zum dritten Mal die «Fokuswochen Invasive Neophyten». Um die Öffentlichkeit noch besser für das Thema zu sensibilisieren, beteiligt sich die Gemeinde Zollikon mit einer Plakat-Ausstellung.

Keiner zu klein, um Naturschützer zu sein: Die Plakat-Ausstellung zum Thema invasive Neophyten wird begutachtet. (Bild: lmo)
Keiner zu klein, um Naturschützer zu sein: Die Plakat-Ausstellung zum Thema invasive Neophyten wird begutachtet. (Bild: lmo)

Ansprechend illustriert erklärt ein Comic das 5-E-Prinzip für den Umgang mit invasiven Neophyten: Entdecken, Erkennen, Entfernen, Ersetzen und Erblühen. Zuerst müssen Neophyten entdeckt werden: Wo wachsen sie? Welche Arten sind problematisch? Wachsen Neophyten etwa in meinem Garten? Danach gilt es, mithilfe von Pflanzenbestimmungs-Apps gefährliche Neophyten von harmlosen Gewächsen zu unterscheiden.

An der Wurzel packen

Ist der Bösewicht identifiziert, muss er unbedingt fachgerecht entfernt und entsorgt werden. Am besten vor der Blüte, um die Samenbildung und deren Verbreitung zu verhindern. Dabei ist Gründlichkeit angesagt: Auch die Wurzeln müssen raus. Kleinere Pflanzen können ausgerissen, tief wurzelnde Neophyten müssen mit der Schaufel ausge­graben werden. Alle Überreste des Eindringlings – Samen, Blüten und Wurzeln – müssen im Kehricht oder bei einer offiziellen Sammelstelle entsorgt werden. Sie gehören weder auf den Kompost noch in die Natur. Es lohnt sich, regelmässige Nachkontrollen durchzuführen, um neue Triebe sofort zu beseitigen. Es gibt im Kanton Zürich eine Bekämpfungspflicht für folgende Arten: ­Ambrosia, Schmalblättriges Greiskraut und Riesen-Bärenklau. Diese gilt auch für Privatpersonen. Die gute Tat ist schon fast vollbracht. Nach erfolgreicher Eliminierung heisst es rein mit der Vielfalt: Invasive Neophyten sollen durch einheimische Pflanzen ersetzt werden, die bei Insekten, Vögeln und anderen Tieren besonders beliebt sind. Eine Win-win-Situation für Tier und Mensch: Heimische Pflanzenarten benötigen weniger Pflege, sind ­klimaresistenter und schützen den Boden vor Erosion.

Gemeinsam wirkt’s

Invasive Tier- und Pflanzenarten lassen sich nur gemeinsam wirksam eindämmen. Der Bund, die Kantone und Gemeinden sowie die Landwirtschaft, Naturschutzvereine und Private handeln koordiniert auf ­allen Ebenen. Es ist wichtig, Bestände zu melden. Zum Beispiel mit der kostenlosen InvasivApp von Info Flora, der gemeinnützigen Stiftung zur Dokumentation und Förderung der Wildpflanzen in der Schweiz. Auf der Rückseite der Infotafeln vor der Bibliothek werden einige gebietsfremde Arten sowie die entsprechenden Rechtsgrundlagen vorgestellt. Alle weiteren Fragen beantwortet der Neophyten-Ranger morgen auf dem Wochenmarkt auf dem Dorfplatz.

Plakat-Ausstellung zu invasiven Neophyten noch bis Sonntag, 14. Juni, vor der Bibliothek Zollikerberg.
Infostand auf dem Wochenmarkt: Der Neophyten-Ranger beantwortet Fragen zu invasiven Neophyten, Samstag, 13. Juni, 8 bis 13 Uhr, Dorfplatz

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