Von Björn Reinfried ‒ 19. Juni 2026
Man kann, wenn man genug Geld hat, fast alles besitzen. Einzige Ausnahme sind glücklicherweise Menschen. Abgesehen davon kann man Land, Tiere, Musik oder Texte besitzen. Selbst die Arbeit anderer Menschen kann man besitzen und das Recht am eigenen Bild besitzt man ebenfalls – ausser man wird in einer grösseren Gruppe und an einem öffentlichen Anlass fotografiert, dann verfällt dieses Recht. Je komplexer der Besitz, desto komplizierter wird auch das Besitzen an sich: Besitzt man eine Wohnung und vermietet sie, darf man trotzdem nicht einfach so hineinmarschieren und die Toilette benutzen. Besitzt man, wie einige Zollikerinnen und Zolliker, eine Strasse, darf man zwar die Durchfahrt für andere verbieten, kann aber nicht zur Polizei gehen, wenn es doch jemand tut; weil die Gemeinde diese Strasse nicht besitzt. Die Leitungen unter dem Asphalt gehören jedoch der Gemeinde – auch der Schnee darüber, nicht aber der Regen. Besitz ist kompliziert.
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