Digitale Entwicklung in der Schule

Von Lea Moser ‒ 19. Juni 2026

Die zunehmende Digitalisierung stellt auch die Schule vor neue Herausforderungen. Um diesen gerecht zu werden, erarbeitete die Schule Zollikon das Grobkonzept «Schule Zollikon in der Kultur der Digitalität».

Die faszinierende Welt der Digitalität erleben: Schulausflug ins Robotik-Labor der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften. (Bild: zvg)
Die faszinierende Welt der Digitalität erleben: Schulausflug ins Robotik-Labor der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften. (Bild: zvg)

Die Schulpflege Zollikon hat sich als Legislaturziel 2022 bis 2026 gesetzt, dass die Schule mit dem fortschreitenden digitalen Wandel in der Gesellschaft Schritt hält. «Das bestehende ICT-Konzept war rein technisch orientiert – der pädagogische Kontext wurde nicht berücksichtigt. Uns war es wichtig, auch die Anwendung und den Lernaspekt miteinzubeziehen», sagt die Schulpräsidentin Claudia Irniger. Zusammen mit Simone Hürlimann, Co-Schulleiterin der Sekundarschule Zollikon-Zumikon, nahm sie das Projekt in Angriff und suchte nach einem passenden Partner. 2024 beauftragte die Schulpflege eine IT-Firma mit pädagogischem Fachwissen damit, das bestehende Medien- und Informatikkonzept zu analysieren. Im Januar setzte die Schulpflege den Strategieleitfaden «Schule Zollikon in der Kultur der Digitalität» in Kraft. Anfang April verabschiedete sie das daraus abgeleitete Grobkonzept, das die Unterrichts-, Personal- und Organisationsentwicklung aufnimmt.

Neue Unterrichtsansätze

Für zeitgemässes Lernen müssen die Lern- und Arbeitsformen überdacht und angepasst werden. Lehrpersonen sollen sich bei der Unterrichtsplanung folgende Fragen stellen: Wie gestalte ich die Zeitstruktur? Lernen die Kinder synchron oder asynchron? Lernen die Kinder im Klassenzimmer, draussen oder zu Hause? Arbeiten sie individuell, zu zweit oder in Gruppen? Welche Arbeitsschritte führen wir digital und welche analog aus? Welche Medien setzen wir ein? Diese methodisch-didaktische Kombination aus digitalen und analogen Phasen nennt sich «Blended Learning». Den zeitlich und räumlich flexiblen Unterricht bezeichnet man als «Hybrides Lernen». Ziel ist es, den Schülerinnen und Schülern sowohl projektartiges als auch begleitetes selbstorganisiertes Lernen zu ermöglichen – fächerübergreifend und stufengerecht. Die Kinder sollen gezielt auf das Leben in einer digital geprägten Welt vorbereitet werden und Kompetenzen wie Kreativität, Kooperation, Kommunikation und kritisches Denken erwerben. Letzteres ist besonders im Umgang mit Social Media und KI ein wichtiger Bestandteil der Bildung.

Veränderte Rollenbilder

Die Schülerinnen und Schüler sollen zunehmend Verantwortung für ihr Lernen übernehmen, selbstständig denken und sich in eine Arbeit vertiefen können. Sie planen Lernschritte selbst, führen diese durch und reflektieren sie anschliessend. Dabei sollen die Lehrpersonen adäquate Hilfestellungen geben: mehr coachen und motivieren als kontrollieren. Um den Erfolg des begleiteten selbstorganisierten Lernens zu erhöhen, muss eine gute Balance zwischen Freiheit und Struktur gefunden sowie klare Ziele und Erwartungen formuliert werden.

Chancen und Gefahren

«Digitale Technologien bieten Chancen für neue Lernformen und den Einbezug individueller Niveaus», sagt Simone Hürlimann. Und was ist mit den Gefahren? Claudia ­Irniger antwortet: «Ab der 5. Klasse unterrichten wir jeweils eine Lektion Medien und Informatik pro Woche, dabei ist Prävention ein wichtiges Thema. Zudem bieten wir verschiedene Anlässe an, um die Schülerinnen und Schüler für die Gefahren von KI und dem Internet zu sensibilisieren.»

Raum für Entwicklung

Lernräume sollen nicht länger statisch sein, sondern vielfältige didaktische Szenarien ermöglichen – vom individualisierten Lernen über kollaboratives Arbeiten bis hin zu projektorientierten Formaten. «Es ist wichtig, nicht im gleichen Stil weiterzufahren, sondern sich bei der Anschaffung von neuem Mobiliar zu fragen: Was braucht es, um die neuen Lernformen umsetzen zu können?», so Claudia Irniger.

Innerhalb von vier Jahren erarbeitete eine Projektgruppe aus Schulpflege und Lehrpersonen das Konzept. Man hat ausprobiert, diskutiert und die Ergebnisse einfliessen lassen. Das Grobkonzept soll im Sommer 2028 unter Einbezug der neuen Erfahrungen zu einem eigentlichen Konzept weiterentwickelt und umgesetzt werden.

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