Von Dominique Pierre Lüthi ‒ 19. Juni 2026

Die Zollikerstrasse sei von Rissen und Verformungen geprägt. Deshalb will der Kanton die Strasse instand setzen und aufwerten. Geplant sind unter anderem ein lärmarmer Belag, hindernisfreie Bushaltestellen, eine neue Fusswegverbindung sowie eine Verbreiterung der Fahrbahn. Laut Thomas Maag, Mediensprecher der Baudirektion des Kantons Zürich, sei die Sanierung dringend notwendig. «Die Strasse ist in einem schlechten Zustand.»
Vom neuen Belag sollen insbesondere die Anwohnerinnen und Anwohner profitieren. Es soll nicht nur leiser, sondern auch sicherer werden. Neben der Belagserneuerung, die mit 4,3 Millionen Franken den grössten Kostenpunkt des Projekts darstellt, wird ein neuer Fussgängerstreifen mit Mittelinsel erstellt, um zu mehr Sicherheit beizutragen. Die Gehwege werden mindestens zwei Meter breit. Zur Geschwindigkeitsreduzierung sind beim Knoten Zollikerstrasse-Rösslirain leichte Anhebungen geplant. Zudem wird die Bushaltestelle Beugi hindernisfrei umgebaut, sodass Fahrgäste mit Rollatoren, Kinderwagen oder Gepäck einfacher ein- und aussteigen können. Die Gemeinde Zollikon beteiligt sich mit 286 000 Franken an den Kosten. Diese Investition ist für den neuen Fussweg vorgesehen, der von der Zollikerstrasse zur Alten Landstrasse in Richtung Schule Buechholz führen und die Wege verkürzen soll. «Es soll wieder eine zusätzliche sichere Verbindung für Fussgänger zum Dorfkern geschaffen werden», schreibt Melanie Marday-Wettstein, Leiterin Kommunikation der Gemeinde Zollikon.
Zwischen Kirchweg und Rösslirain wird die Fahrbahn auf einer Länge von 170 Meter verbreitert. Dies sei gemäss Thomas Maag aus Gründen der Verkehrssicherheit notwendig. «Wenn sich dort Busse oder Lastwagen kreuzen, ist es momentan sehr eng.» Während der Bauarbeiten wird die Zollikerstrasse voraussichtlich nur in eine Richtung befahrbar sein.
Die Grossbaustelle am Dufourplatz soll im Herbst 2026 abgeschlossen sein. Dass rund ein Jahr später das nächste grosse Strassenprojekt in unmittelbarer Nähe starten soll, sei laut Kanton nicht geplant gewesen. «Auf gewisse Faktoren haben wir keinen Einfluss», sagt Thomas Maag. Zwar würden sich Gemeinde und Kanton bei ihren Vorhaben so gut wie möglich abstimmen, doch Einsprachen, damit verbundene Gerichtsverfahren sowie die Koordination mit Werkleitungseigentümern und weiteren Beteiligten könnten Projekte teilweise um Jahre verzögern. «So ist die Baustelle oftmals nicht dann, wann sie ursprünglich geplant war», erläutert Thomas Maag.
Auch dieses Projekt stiess auf Gegenwehr. Während der öffentlichen Auflage gingen drei Einsprachen ein. Für zwei konnte eine Lösung gefunden werden. Bei der dritten forderte eine Gruppe von 30 Personen aus Lärmschutz- und Sicherheitsgründen Tempo 30 sowie zusätzliche Massnahmen zur Hitzeminderung. Der Regierungsrat wies die Einsprache ab. «Es gibt keinen relevanten Grund, dort Tempo 30 einzuführen», begründet Thomas Maag den Entscheid. Die Lärmschutzanforderungen würden mit dem neuen Belag erfüllt. Auch hinsichtlich der Sicherheit bringe dies keinen zusätzlichen Nutzen. Die gefahrene Geschwindigkeit liege auf diesem Abschnitt bereits heute meistens unter 50 km/h. Zudem verweist Thomas Maag auf die von der Zürcher Stimmbevölkerung angenommene Mobilitätsinitiative, wonach Tempo 30 auf Hauptverkehrsachsen nur in Ausnahmefällen eingeführt werden darf. Dieser Vorlage hätten damals auch die Zolliker Stimmberechtigten deutlich zugestimmt. Auch die Gemeinde Zollikon sieht keine Notwendigkeit für eine Temporeduktion: «Die Aufgabe der Kantonsstrassen ist das Durchleiten des Verkehrs durch Zollikon. Tempo 30 würde ein Ausweichen auf Quartierstrassen begünstigen, was wir nicht möchten.»
Wie sich die Bauarbeiten an der Zollikerstrasse auf den Verkehr auswirken werden, sei noch nicht abschliessend geklärt. «Es wird derzeit geprüft, wie die Verkehrsführung während der Bauzeit am besten organisiert werden kann», so Thomas Maag. Zu den möglichen Massnahmen gehören zusätzliche Lichtsignalanlagen oder temporäre Einbahnregelungen. Insbesondere wegen den Buslinien 912 und 916 müsse eine Lösung gefunden werden, damit der Betrieb möglichst wenig beeinträchtigt wird. Trotz der Einschränkungen ist Thomas Maag überzeugt, dass sich die ganzen Strapazen und die Geduld der Zollikerinnen und Zolliker lohnen werden. «Nach Abschluss der Arbeiten ist die Zollikerstrasse für die nächsten 30 Jahre fit.»
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