Ein Blick durch Kinderaugen

Von Lea Moser ‒ 26. Juni 2026

Die Stiftung Kinder- und Jugendmuseum verwandelte den Zumiker Gemeindesaal von letztem Freitag bis gestern anlässlich ihres 25-jährigen Bestehens in ein Kinder-Kunsthaus. Es gab viel zu sehen, zu staunen und auszuprobieren.

Die Ausstellung widmete sich der Kunst von Kindern: Objekte aus Holz, Draht und Ton, Assemblagen, Collagen und Zeichnungen erfreuten die Besucherinnen und Besucher. (Bilder: lmo)
Die Ausstellung widmete sich der Kunst von Kindern: Objekte aus Holz, Draht und Ton, Assemblagen, Collagen und Zeichnungen erfreuten die Besucherinnen und Besucher. (Bilder: lmo)

Nach der Begrüssungsrede von Claudia Bischofberger, der Präsidentin und Kunstvermittlerin der Stiftung Kinder- und Jugend­museum, schlüpfte der Gemeindepräsident Stefan Bührer kurzerhand in die Rolle des «Kinderkunsthaus-Direktors». Er überreichte den ­fleissigen Kunstschaffenden je ein Sponsorengeschenk. Jedes der 18 mitwirkenden Schulkinder der 2. bis 6. Klasse aus Zumikon durfte nach vorne treten und zeigen, welches Ausstellungswerk es erschaffen hatte. Die Kinder waren sichtlich stolz.

Fest der Fantasie

Inspiriert von nationalen wie internationalen Kunstschaffenden durften die Schülerinnen und Schüler ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Um es mit den Worten von ­Margaretha Dubach, bekannt für ihre Assemblagen, zu sagen: «Wenn du immer normal bist, wirst du nie herausfinden, wie grossartig du bist.» Wie grossartig die Fantasie der Kinder ist, bewiesen sie ­allemal: Sie erschufen lustige ­Assemblagen mit Fotos von Früchten, farbige Skulpturen aus Holzresten, modellierten Tiere aus Ton und formten etwa Gesichter aus Draht. Kinder des Vereins Insieme 21 liessen sich von Symbolen aus Ghana inspirieren und entwarfen eigene Zeichen mit bedeutungsvollen Namen wie «Zusammenheit».

Mitmachateliers

Mehrere Tische luden zum kreativen Ausprobieren ein: Man legte etwa ein Papier auf eine strukturierte Unterlage und bemalte dieses mit Neocolor-Stiften. So kamen ­unterschiedliche Muster zum Vorschein, und es entstanden Werke in der Frottage-Technik à la Max Ernst. An einem anderen Posten verwandelten sich Sicherheits­nadeln in Löwen, Scheren in Krokodile und Sparschäler in Käfer. «Mir hat das Stempeln besonders gut gefallen», schwärmte die siebenjährige Saphira. Auch die blau gefärbten Hände eines kleinen Mädchens zeugten davon: Es war im Stempelfieber und wollte das ganze Papier füllen. «Ich fand es gut, dass die verschiedenen Stile der Künstlerinnen und Künstler als Inspiration dienten und meine Kinder vor Ort malen durften. So hatte ich etwas Zeit, mich umzuschauen», sagte Daniel Dassala, ein Besucher aus Winkel bei Bülach.

Kulturaustausch

Eine Schulklasse aus Rümlang wünschte sich Kontakt mit Kindern aus dem Regenwald. So entstand ein kulturelles Austauschprojekt: Schulkinder aus dem Amazonasgebiet in Peru malten mit Pinseln die Schweizer Bergkulisse, während sich die Schulkinder aus Rümlang den Amazonas-Regenwald bildlich vorstellten. Da den Kindern aus Peru die winterliche Kälte fremd ist, zeigen die Bilder Menschen mit ­kurzen Ärmeln im Schnee. Die ­Serie mit 76 Werken wird später in der peruanischen Schule im Amazonasgebiet ausgestellt.

Wunderkammern

In Anlehnung an die Wunderkammern von Fürsten und vermögenden Bürgern hatte Claudia Bischofberger die Idee, jeden Kanton durch eine kleine, von Schulklassen gestaltete Schachtel repräsentieren zu lassen. Der Kanton Wallis zeigt etwa mit kleinen Schublädchen auf, dass er weit mehr zu bieten hat als das Matterhorn. Der Kanton ­Appenzell Innerrhoden stellt den Brauch des Räucherns und der ­Silvesterchläuse vor. «Mir hat die Schweizer Ausstellung am besten gefallen. Vor allem der Kanton Uri wegen dem schön gemalten Stier mit dem Ring in der Nase», sagte der achtjährige Biel. «Als Kind ist jeder ein Künstler. Die Schwierigkeit liegt darin, als Erwachsener einer zu bleiben», sagte einst Pablo Picasso. Wie recht er damit hat. An alle Kinderkünstlerinnen und Kinderkünstler gerichtet, verrät Claudia Bischofberger: «Wir haben eine Onlinegalerie. Da dürfen alle Kinder ihre Zeichnungen hochladen und mit der ganzen Welt teilen.»

Die Mitmachateliers luden kleine und grosse Besucherinnen und Besucher dazu ein, selbst kreativ zu werden.
Die Mitmachateliers luden kleine und grosse Besucherinnen und Besucher dazu ein, selbst kreativ zu werden.
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