Von Lea Moser ‒ 26. Juni 2026

Jeden Donnerstag treffen sich die Mitglieder des Kiwanis Club Zollikon zum Diskussionslunch im Rössli. Alle zwei Wochen lädt der diesjährige Programmchef, Pfarrer Pascal Marquard, spannende Persönlichkeiten ein. Der Fürst von Liechtenstein, der bekannteste Muotathaler Wetterschmöcker oder der amtierende FCZ-Präsident waren in den letzten Jahren bereits zu Gast. Regierungsrat Mario Fehr, Vorsteher der Sicherheitsdirektion des Kantons Zürich, ging in seinem Referat auf die öffentliche, die soziale und die militärische Sicherheit ein: «Es gibt keine Freiheit ohne Sicherheit.» Auch Themen wie die Behinderten-, Alters- oder Asylpolitik kamen zur Sprache. Bei den ersten beiden seien Stichworte wie «selbstbestimmt» und «würdevoll» zentral. Ältere Personen sollen dank der angepassten Zusatzleistungsverordnung länger zu Hause wohnen bleiben können. Die Kantonspolizei sei personell gut aufgestellt: Als einziges grosses Polizeikorps der Schweiz verfüge sie über den Sollbestand, um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten. Allein im vergangenen Jahr gingen rund 1000 qualifizierte Bewerbungen ein. Der Frauenanteil im Korps liege bald bei 25 Prozent – dies sei insbesondere bei Einsätzen wegen häuslicher Gewalt wertvoll. «Ich bin auch dankbar für das neue Zürcher Polizeigesetz, das uns erlaubt, in geschlossene Chaträume verdächtiger Personen hineinzuschauen, bevor eine Straftat passiert.» Wie wichtig solche Möglichkeiten sein könnten, habe auch die jüngste Terrorattacke am Bahnhof Winterthur wieder vor Augen geführt. Obwohl die Themen ernst waren, gelang es Mario Fehr, diese auf sympathische und humorvolle Art vorzutragen.
Der 1915 in Amerika gegründete Kiwanis Club ist eine weltweit aktive Serviceorganisation, deren Mitglieder sich ehrenamtlich für soziale Zwecke einsetzen – getreu dem Motto «Serving the children of the world». Seit 1993 gibt es den Club auch in Zollikon – als ersten gemischten Kiwanis Club der Schweiz. Rund ein Drittel der Mitglieder in Zollikon sind Frauen. Bis 1987 war Kiwanis weltweit ein reiner Männerclub. Der Begriff «Nunc Kee-Wanis» stammt aus der Sprache der Ojibwe-Ureinwohner Nordamerikas. Er wird mit «Wir handeln, wir haben eine gute Zeit» übersetzt. «Wir pflegen die Freundschaft mit unseren regelmässigen Treffen und engagieren uns gemeinsam für benachteiligte Kinder im In- und Ausland», sagt Rita Mächler. Seit sechs Jahren ist sie Mitglied, führte bis zum Alter von 67 Jahren eine eigene Arztpraxis und engagiert sich heute ehrenamtlich im Club.
Die Mitglieder organisieren verschiedene Events wie Sponsorenläufe oder Versteigerungen und verkaufen Crèpes am Weihnachtsmarkt, um Spenden zu sammeln. «Dieses Jahr probieren wir etwas Neues aus und bieten Fonduebrot an: ein knuspriges Baguette, gefüllt mit geschmolzenem Käse», verrät Iveta Kollarik, das mit 37 Jahren jüngste Mitglied. Auch der Insieme-Ausflug für Jugendliche mit geistiger Behinderung steht jährlich im Kalender und wird vom Kiwanis Club organisiert, finanziert und begleitet. Zum 30-Jahr-Jubiläum konnten zudem 5000 Franken an die Stiftung Chance für das kritisch kranke Kind am Kinderspital Zürich übergeben werden.
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