Die Hitze souverän ausgespielt

Von Joachim Lienert ‒ 3. Juli 2026

124 Mannschaften nahmen am Grümpi und Schüeli teil, rund 1200 Spielerinnen und Spieler verteilten sich auf die 59 Grümpi- und 65 Schüeli-Teams. Neben dem Sport bestimmte vor allem ein Thema den Anlass: die Hitze.

Ob Grümpi oder Schüeli: Die Spielerinnen und Spieler schenkten sich trotz grosser Hitze nichts. (Bild: jli)
Ob Grümpi oder Schüeli: Die Spielerinnen und Spieler schenkten sich trotz grosser Hitze nichts. (Bild: jli)

In Zürich wurde die Vorrunde des Schüeli-Fussballturniers wegen der Hitze am vergangenen Wochenende abgesagt. Für viele Schülerinnen und Schüler eine Enttäuschung, wurde doch das Weiterkommen ihrer Mannschaften per Losentscheid bestimmt. Ganz anders in der Nachbargemeinde im Südosten: In Zollikon fanden Grümpi und Schüeli statt, gut eingebettet in ein kurzfristig erarbeitetes Hitzeschutzkonzept. Die Dauer jedes Spiels wurde von elf auf neun Minuten verkürzt, der Kunstrasen wurde in den Pausen regelmässig gewässert, und zur Abkühlung wurden Wasserstationen, Duschen und Sprühsysteme eingerichtet. Ivo Dugandzic von der Spielkommission des SC Zollikon sagte: «Wir haben auch alle Eltern über die ­Elternräte informiert und für die besonderen Hitzemassnahmen sensibilisiert.» Zusätzliche ­Zelte und Überdachungen standen ­allen zur Verfügung, Eimer mit Wasser und Schwämmen wurden am Spielfeldrand bereitgestellt. «Sogar die Rangverkündigung haben wir angepasst: Die Teams, die ausschieden, konnten schon unmittelbar nach dem Spiel ihre Medaillen abholen und mussten nicht bis zur Rangverkündigung warten.»
Erstmals gab es bei den Mädchen wie bei den Jungen drei eigene ­Kategorien: 1./2., 3./4. und 5./6. Klasse. Und beim Grümpi spielten zum ersten Mal reine Frauenteams. Am Freitag- und Samstagabend lockte der Barbetrieb im Festzelt Sportsfreunde und Getränkefreundinnen zum Feiern. Anwohner berichteten von Musik bis in die frühen Morgenstunden, an den drei sportlichsten Tagen von Zollikon darf das schon mal sein. Wegen der Baustelle für die Fernwärmezentrale hatte die Gemeinde den Rasenplatz zum Parkieren freigegeben, ein Verkehrsdienst regelte die Zu- und Wegfahrt.

Weder Hitze- noch Kreislaufprobleme

Mehrere tausend Besucherinnen und Besucher strömten von Freitag bis Sonntag über das Spiel- und Festgelände. Die meisten schätzten es, dass Grümpi und Schüeli trotz der Hitze durchgeführt wurden – schliesslich zählt der Anlass für Eltern, Kinder, Spielerinnen und Spieler zu den Höhepunkten des Jahres. Auch die vielen freiwilligen Helferinnen und Helfer an Grill, Kühlschrank und Kuchentheke strahlten über die Verkäufe. Für den grössten Andrang sorgte, der Sonne war es gedankt, der Ausschank von Getränken.

Ruth Strässler, Erste-Hilfe-Instruktorin des Samaritervereins Zollikon/Zollikerberg, bestätigte die positive Bilanz. «Der SC Zollikon hat ein sehr gutes Konzept entwickelt mit viel Wasser und Schatten, das bewährte sich.» Die Emotionen fanden auf den Fussballplätzen statt, mit Kindern, die jubelten, und anderen, die sich neben Schweissperlen auch einmal eine Träne abwischten. Beim Samariterposten dagegen verlief es ruhig. «Wir verzeichneten ausschliesslich Bagatellunfälle, das Übliche: Schürfungen, Muskelbeschwerden – aber kein einziges Hitzeopfer und keine Kreislaufbeschwerden.» Sie winde dem SC Zollikon ein Kränzchen für seine Organisation. Und sowieso: Bei den Kindern gab es nicht viel zu behandeln, sagte Ruth Strässler: «Mehr zu tun gaben die Laien vom Grümpi. Da gab es die meisten Probleme mit Muskelverletzungen, weil sie einfach um ihre Hackordnung kämpfen.» Dem Urteil von Ivo Dugandzic konnte sie sich nur anschliessen. Er fasste bündig zusammen: «Das Turnier lief super, wir sind sehr zufrieden.»

Resultate: www.sc-zollikon.ch → Grümpi/Schüeli

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