Von Joachim Lienert ‒ 10. Juli 2026

Die Verteilung der Ressorts ging an der ersten ordentlichen Sitzung des Gemeinderats vom Montag letzter Woche glatt über die Bühne. In ihren Ämtern gesetzt, weil direkt gewählt, waren die Bisherigen Stefan Bührer (FDP) als Gemeindepräsident und Laetitia Dahl-Bünger (parteilos) als Schulpräsidentin, die damit im Gemeinderat das Ressort Bildung übernimmt. Die beiden weiteren Bisherigen behalten ihre Ressorts: Thomas Epprecht (FDP) als Vorsteher Liegenschaften und André Hartmann (SVP) als Finanzvorsteher. Eine kleine Änderung gab es: Der Bereich Sicherheit ist neu nicht mehr mit den Liegenschaften in einem Ressort vereint, sondern im neu kombinierten Ressort Tiefbau und Sicherheit. Gemeindeschreiber Thomas Kauflin erklärt: «Das Ressort Liegenschaften und Sicherheit entwickelte sich unter anderem wegen der Grossprojekte zunehmend zu einem Pensum von 70 bis 80 Prozent. Im Sinne einer besseren Verteilung von Auslastung und Aufgaben suchten wir eine sinnvollere Kombination – da bot sich der Tiefbau an.»
Dieses frisch kombinierte Ressort wird einer der drei Neuen übernehmen: Marco Hardmeier (FDP). Er sagt: «Ich freue mich sehr auf das Amt und bin gespannt, was auf mich zukommt. Der Gemeindepräsident hatte im Vorfeld mit allen Mitgliedern die Interessen abgeklärt. Alle erhielten das Ressort, das sie sich wünschten.» Er bringe ein starkes Netzwerk in Zumikon mit, wo er aufgewachsen ist. Er kenne das Dorf und seine Geschichte und verfüge als Naturwissenschaftler über Know-how in Bereichen wie Energie und Wasser. Die Kombination mit dem Ressort Sicherheit beurteilt er als logisch: «Es gibt viele Überschneidungen mit dem Tiefbau, etwa bei der Feuerwehr, beim Parkierungskonzept und mehr.»
Auch Marco Ziegler (FDP) ist glücklich über sein neues Ressort Hochbau. «Es ist wichtig, dass alle Gemeinderäte ein Ressort führen, das sie interessiert. So können wir mit Elan und Motivation ins Amt treten und die Leute in der Verwaltung unterstützen. Das ist unsere Aufgabe als Gemeinderat.» Für seine neue Tätigkeit bringe er praktische Erfahrung mit – er hat selbst ein Haus gebaut in Zumikon –, und in seinem Beruf als Berater habe er grosse Bauprojekte insbesondere für die Industrie begleitet. Aber: «Die fachliche Kompetenz ist nicht die wichtigste, sondern das Interesse und das Gespür für Probleme, damit man sie anpacken und lösen kann.» Die politische Komponente der Bauprojekte der Gemeinde liege ihm am Herzen. «Wie können wir die Wünsche der Bevölkerung umsetzen? Da bringe ich die Voraussetzungen mit, um solche Fragen zu lösen und die Projekte zu realisieren.»
Auch die Dritte im Bunde erhielt ihr Wunschressort: Evelyne Sydler (GLP) wird Vorsteherin des Ressorts Gesellschaft. «Ich bin glücklich darüber. Das Thema Gesellschaft finde ich spannend, da geht es um alle, von Kindern und Jugendlichen bis zu den Älteren.» Das Ressort passe bestens zu ihr – sie leitet ein Bildungsinstitut für Sprache und Integration. Sie kenne sich im Asylwesen aus, jetzt komme der Blick aus einer anderen Perspektive hinzu. «Es stehen spannende Themen wie Seniorenwohnungen, neue Lösungen für die abgelehnte Asylunterkunft oder ein Altersleitbild in Zusammenarbeit mit der relativ neuen Fachstelle für Alter und Gesundheit an.» Am Montag durfte sie bereits ihre erste Sitzung der Sozialbehörde leiten. «Ich wurde gleich ins kalte Wasser geworfen, es verlief gut, das Gremium ist hochmotiviert.» Auch erste Kontakte zur Verwaltung hatte sie schon. «Das sind Fachleute mit viel Wissen, das sie weitergeben möchten. Das hilft mir sehr, ins Amt zu kommen. Man sagte mir bereits, das sei die beste Abteilung, und die Stimmung im Team nahm ich als wirklich gut wahr.»
Was sagt der alte und neue Gemeindepräsident Stefan Bührer zum Start der neuen Legislatur? «Die Ausgangslage war klar, schon nach dem ersten Wahlgang im März war alles ohne Kampfwahl entschieden.» Deshalb führte er früh Gespräche mit den bisherigen und den neuen Gemeinderätinnen und -räten, wer sich für welches Ressort interessiere und wer allenfalls einen Wechsel in Betracht zöge. «Rasch war klar, wer welches Ressort übernehmen möchte.» In der Folge konnten sich die Neuen vorbereiten, Kurse besuchen und erste Gespräche mit Abteilungsleitern führen. «Natürlich werden die Ressorts erst an der konstituierenden Sitzung definitiv verteilt. Aber es wäre eine Überraschung gewesen, wenn sich noch etwas geändert hätte.» Es sei ein grosser Vorteil, wenn alle ihr Wunschressort erhielten, das mache es viel einfacher, als wenn man jemanden in ein Ressort zwingen müsse. «Fakt ist: Es war ein toller Start. Alle sind motiviert, ich freue mich auf die Zusammenarbeit.»
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