Von Joachim Lienert ‒ 17. Juli 2026

Wie die SVP Zollikon mitteilt, habe der Vorstand Sibylle Lehner einstimmig als Kandidatin nominiert. Die selbstständige Rechtsanwältin und Partnerin einer Zürcher Anwaltskanzlei ist auf Bau- und Immobilienrecht und verwaltungsrechtliche Fragen spezialisiert. Neben ihrer anwaltschaftlichen Tätigkeit bringt sie Erfahrung aus ihrer Arbeit in der Verwaltung und am Verwaltungsgericht des Kantons Glarus mit. Die Ersatzwahl in die Baubehörde findet am 29. November statt. Sie wird nötig, weil Alain Clavadetscher von der FDP zurücktritt. Er war erst im März für seine zweite Amtsdauer in der Legislatur 2026 bis 2030 gewählt worden. Warum dieser Rücktritt so kurz nach der Wahl? Alain Clavadetscher sagt: «Unsere Familie konnte unverhofft vom Zollikerberg nach Zumikon umziehen. Das war überhaupt nicht so geplant, sonst hätte ich mich nicht zur Wiederwahl gestellt.» Sieben Jahre lang wohnte die Familie in Zollikon und im Zollikerberg. «Jetzt erhielten wir die Chance auf ein neues Zuhause in Zumikon, und der Zeitpunkt war günstig, auch weil unsere Zwillinge gerade in den Kindergarten kommen.»
Unter gewissen Umständen kann gemäss dem kantonalen Gesetz über die politischen Rechte (GPR) eine gewählte Person auch in einer Behörde tätig bleiben, obwohl sie in eine andere Gemeinde umzieht. Seine Behördenkollegen und in zweiter Instanz auch der Bezirksrat Meilen hätten aber entschieden, dass diese Regelung bei ihm nicht zur Anwendung kommen solle. «Weil mein Fall praktisch die ganze Legislatur von 2026 bis 2030 beträfe, hat man von dieser Ausnahme abgesehen. Das respektiere ich.» Jetzt also kommt es zur Ersatzwahl. Sibylle Lehner ist verheiratet, Mutter von zwei kleinen Kindern und wohnt mit ihrer Familie seit mehreren Jahren in Zollikon. Die 37-Jährige trat bereits bei den Gesamterneuerungswahlen vom 8. März für die Baubehörde an. Dort erreichte sie zwar das absolute Mehr, schied aber als überzählig aus. Zu ihrer erneuten Kandidatur sagt sie: «Ich bin enorm gerne im Baurecht unterwegs. Jetzt kommt dann die Revision der Bau- und Zonenordnung, da würde ich mein Wissen mit Freude in der Gemeinde einbringen.» Mit einem Augenzwinkern fügt sie an: «Zudem kann die Baubehörde weibliche Verstärkung brauchen.» Sie betont die Wichtigkeit einer ausgewogenen Zusammensetzung der Baubehörde: mit Mitgliedern, die über baufachliches und planerisches Know-how verfügen – sowie solchen mit juristischem Fachwissen. «Kommt hinzu, dass es der richtige Moment für die Kandidatur ist, weil die SVP aktuell in keiner Behörde mehr vertreten ist. Die Parteien sind nicht gemäss der Zusammensetzung der Bevölkerung vertreten.» Sibylle Lehner möchte dazu beitragen, das zu ändern.
ANMELDEN
Herzlich willkommen! Melden Sie sich mit Ihrem Konto an.