Kunstrasenplatz muss in die Verlängerung

Von Joachim Lienert ‒ 17. Juli 2026

Die Baubewilligung für das zweite Kunstrasenspielfeld auf der Sportanlage Riet lag bereits vor. Am 18. Juni letzten Jahres hatte die Gemeindeversammlung dem Ausführungskredit für den Neubau zugestimmt. Jetzt verzögert sich die Realisierung wegen eines Rekurses.

Ein Rekurs verhindert den baldigen Baubeginn des zweiten Kunstrasenplatzes – der Fussball-Dummy wird noch länger warten müssen, bis er hier Tore verhindern darf. (jli)
Ein Rekurs verhindert den baldigen Baubeginn des zweiten Kunstrasenplatzes – der Fussball-Dummy wird noch länger warten müssen, bis er hier Tore verhindern darf. (jli)

Das Naturrasenfeld ist inzwischen 57-jährig und weist deutliche Mängel auf. Witterungsbedingt ist es nur eingeschränkt nutzbar und erfüllt zudem die ­Anforderungen des Schweizerischen Fussballverbandes für Meisterschaftsspiele ab der 2. Liga nicht mehr. Deshalb hatte der Gemeinderat an dessen Stelle ein zweites Kunstrasenfeld projektiert; der Kredit von 4,753 Millionen Franken wurde an der Gemeindeversammlung vom 18. Juni 2025 mit grossem Mehr angenommen.

Anpassungen am Projekt

Ursprünglich war der Baustart für das dritte Quartal 2026 vorgesehen. «Der Terminplan war auf den Bau der Energiezentrale abgestimmt, die derzeit auf beziehungsweise unter der Sportanlage erstellt wird. Die Fertigstellung des neuen Kunstrasenfeldes war für Sommer 2027 geplant», teilt die Gemeinde mit. Im März erteilte die Baubehörde die Baubewilligung. Gegen diesen Entscheid wurde ein Rekurs erhoben, wie die Gemeinde weiter mitteilt. «Gegenstand des Rekurses sind ­unter anderem Befürchtungen hinsichtlich einer erhöhten Lärmbelastung durch das neue Kunstrasenfeld.» Die Gemeinde habe im Rahmen des laufenden Verfahrens den Dialog mit dem Rekurrenten gesucht und sei bereit gewesen, Anpassungen am Projekt vorzunehmen. «Dabei wurde auf die geplante zusätzliche Zuschauertribüne verzichtet und das Beleuchtungskonzept auf eine zweistufige LED-Beleuchtung angepasst. Zudem liess die Gemeinde ein Lärmgutachten erstellen.» Dieses sei zum Schluss gekommen, dass die massgebenden Richtwerte sowohl im heutigen als auch im geplanten Zustand eingehalten würden und die umgebaute Sportanlage aus Sicht des Lärmschutzes bewilligungsfähig sei. Trotz dieser Anpassungen wurde der Rekurs nicht zurückgezogen.

SC Zollikon ist nicht glücklich

Am heutigen Freitag wird das Bauvorhaben wegen der Projektan­passungen erneut öffentlich ausgeschrieben. Mit dem Bau kann erst begonnen werden, wenn die Baubewilligung rechtskräftig ist. Sicher ist, dass es zu Verzögerungen kommen wird. Hauptbetroffener ist der SC Zollikon. Dessen Präsident Ferry Hermida ist nicht glücklich. «Geplant war, dass wir im Spätsommer 2027 wieder einen zweiten Platz haben. Jetzt sieht es so aus, als ob sich das Ganze um mindestens ein Jahr verzögert. Das ist für den Spielbetrieb sehr schlecht, und auch der Trainingsbetrieb leidet extrem.» Käme der Kunstrasenplatz erst 2028 zustande, wird der Fussballclub drei Jahre lang auf einen zweiten Platz verzichtet haben. «Es wird schwierig für uns. Der Spielbetrieb wächst, wir haben mehr Mannschaften als letztes Jahr, darunter neue Mädchenteams. Die Bau­verzögerung ist für uns logistisch eine Katastrophe. Zum Teil müssen Mannschaften von 20 Kindern auf einem Viertelplatz trainieren.» Bereits heute ist der SC Zollikon ­gezwungen, praktisch alle Spiele der D- und der E-Junioren auswärts durchzuführen. Ferry Hermida sagt: «Es gibt einen Platzmangel im ganzen Kanton. Wenn wir jetzt beim Fussballverband eine erneute Verlängerung dieser Auswärts­spiele beantragen, wird er dies vielleicht nicht mehr erlauben. Das hiesse, dass dann vermutlich mehr Abendspiele stattfinden würden und deswegen Trainings anderer Teams abgesagt werden müssten.» Einen definitiven Zeitplan, wann der Kunstrasenplatz Realität wird, kann die Gemeinde erst festlegen, wenn die rechtskräftige Baubewilligung vorliegt.

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