Von Joachim Lienert ‒ 31. Juli 2026

Hinter dem amm Café Med steht die Akademie Menschenmedizin (amm). Der politisch und konfessionell unabhängige, gemeinnützige Verein setzt sich für ein menschengerechtes und bezahlbares Schweizer Gesundheitswesen ein. Das Café Med wurde bereits in zahlreichen Medien – vom Beobachter über TeleZüri und die Neue Zürcher Zeitung bis zum Schweizer Radio und Fernsehen – porträtiert und ist seit Jahren in Städten wie Basel, Bern, Chur, Luzern, Lugano, Winterthur und Zürich präsent. Jetzt kommt es als Pilotprojekt erstmals in eine kleine Gemeinde: Bis Dezember findet
das amm Café Med jeden dritten Montagnachmittag in der Alters- und Pflegeresidenz Zumipark statt.
Im amm Café Med beraten pensionierte Ärztinnen, Ärzte und andere Fachpersonen ehrenamtlich und kostenlos. Peter Nater ist Vorstandsmitglied des Vereins Senioren für Senioren Küsnacht – Erlenbach – Zumikon. Er erzählt, wie er das Angebot kennengelernt hat: «Ich habe das Café selbst in Winterthur erlebt und bin begeistert vom Konzept. Viele Leute kamen, um sich Rat zu holen, zum Beispiel eine Zweitmeinung bei einer Unsicherheit.» Menschen jeden Alters – auch Kinder mit ihren Eltern – können sich ohne Anmeldung und ohne Zeitdruck beraten lassen. Zu den beratenden Fachpersonen in Zumikon gehört der pensionierte Zolliker Kardiologe Urs Dürst ebenso wie Basil Caduff, der fachliche Leiter des Projekts und ehemaliger Chefarzt für Innere Medizin im Spital Limmattal.
Peter Nater sagt: «Wir stellten fest, dass bei unseren 1700 Mitgliedern ein grosses Bedürfnis nach medizinischer Beratung besteht. Zugleich wollten wir das Angebot für alle öffnen.» Der SfS klärte mit der Fachstelle für Alter und Gesundheit von Zumikon das Interesse ab und erhielt von ihr ebenso wie von regionalen Spitex-Diensten positive Rückmeldungen. «Der Zumipark stellt uns kostenlos einen grossen Raum und für eine diskrete Beratung auch zwei kleinere zur Verfügung.» Alle Teilnehmenden verpflichten sich, über medizinische Informationen, die ihnen im Rahmen der Veranstaltung bekannt werden, Stillschweigen zu bewahren. «Das hat in Winterthur sehr gut funktioniert, man diskutierte über alles offen, das ist sonst nirgends möglich. Zudem unterstützt die Akademie Menschenmedizin uns in allen Bereichen, hauptsächlich bei den Fachpersonen.»
Die Fachpersonen beantworten Fragen, besprechen Behandlungsoptionen und bieten individuelle Entscheidungshilfe. Das amm Café Med betont, sein Angebot stelle keine Konkurrenz zu bestehenden medizinischen Institutionen dar. Peter Nater meint dazu: «Hier haben die Ärztinnen und Ärzte Zeit, es muss nichts abgerechnet werden, jeder und jede kann sich Unterstützung für eigene Entscheidungen holen, deshalb konkurrenziert das Angebot die klassische Medizin nicht.» Falls sich beim Pilotprojekt die Nachfrage als gross erweist, soll es nächstes Jahr in Zumikon fortgeführt werden.
Jeden dritten Montag im Monat, erstmals am 17. August, jeweils von 14 bis 16 Uhr, Alters- und Pflegeresidenz Zumipark
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